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Bückeburg Stadt „Die Würde bis zum letzen Tag erhalten“
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt „Die Würde bis zum letzen Tag erhalten“
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00:31 25.09.2014
Aziz Ipek: „Das PCT will die Lebensqualität schwerkranker Menschen erhalten.“ Quelle: mm
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Bückeburg/Landkreis

Teilnehmer waren unter anderen Landrat Jörg Farr, PCT-Geschäftsführer Aziz Ipek, die Palliativmediziner Dr. Justus Pahlow aus Heuerßen, Dr. Rüdiger-Herwig Putzier aus Obernkirchen sowie Vertreter der Stadt Bückeburg und der Krankenkassen.

 „Das Palliativ Care-Team Schaumburg hat es sich zur Aufgabe gemacht, schwerkranke Menschen zu unterstützen, damit sie möglichst ohne Schmerzen ihre Lebensqualität verbessern können“, erläuterte Aziz Ipek einleitend. Durch eine vertragliche Ermächtigung durch die Krankenkassen sei das PCT, erklärte Dr. Pahlow die Strukturen, allein autorisiert, den gesetzlichen Anspruch von palliativpflichtigen Patienten in seiner Versorgung umzusetzen. Jeder niedergelassene Arzt kann palliativpflichtige Patienten einschreiben, also zur Mitversorgung, als Teil- oder Komplettversorgung an das PCT übergeben. Jeder im Landkreis Schaumburg kann sich an PCT wenden und eine palliative Versorgung anregen. In Abstimmung mit den Ärzten, autorisierten Pflegediensten mit ausgebildeten Palliativpflegekräften und den Koordinatoren wird eine 24-stündige, ganzjährige medizinische Versorgung sichergestellt.

 Pahlow wies darauf hin, dass die voranschreitende Ausnahme- und Extremsituation des in seinem Krankheitsverlauf nicht mehr heilbarem Patienten „unabdingbar eine offensive, positiv koordinierende Zusammenarbeit aller in der Palliativarbeit Tätigen erfordert“ – angefangen von den Kliniken, den Spezialabteilungen der Krankenhäuser, den niedergelassenen Fachärzten, den hausärztlichen Kollegen, den Pflegediensten bis hin zu den Physio- und Ergotherapeuten sowie den konfessionellen Kräften.

 „Auch nach zwei Jahren sind wir noch im Aufbau, ist die Personaldecke auf allen Ebenen zu dünn, um optimal sein zu können“, stellte Pahlow fest. Die Entwicklung während der letzten zwei Jahre habe die Notwendigkeit einer breit gefächerten Palliativversorgung gezeigt, mit gegenwärtig über 50 zu betreuenden Patienten.

 Dr. Putzier schilderte einen Fall aus der Palliativpraxis und kam zu dem Ergebnis, „dass wir Palliativmediziner ohne eine Koordinatorin hilflos“ wären. „Wir brauchen noch mehr Vernetzung; und wir wollen die Hausärzte dabei haben“, so Putzier. Während der Gesprächsrunde wurde angemerkt, dass ein Großteil der Ärzte sich öffnet und sich über die Entlastung freut, manche aber auch glauben, sie könnten alles selbst machen. „Wie andere Fachkollegen auch, die hinzugezogen werden, müssen wir gemeinsam mit den Hausärzten die Betreuung optimieren“, fordert Pahlow. „Im Mittelpunkt muss das Interesse der Patienten stehen“, so der Palliativmediziner.

 Als wesentlich für eine positive weitere Entwicklung wird die vorausplanende Zusammenarbeit mit dem neuen Klinikum gesehen, um jedem Palliativpatienten und den Nachbetreuenden früh Therapiemöglichkeiten der Palliativmedizin anbieten zu können. mm

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