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Die dicken Pötte können kommen

Bückeburg Die dicken Pötte können kommen

Der Ausbau des Hafens Berenbusch steht kurz vor der Vollendung. Mitte Oktober soll alles fertig sein. Der Zeitrahmen ist damit ebenso eingehalten wie der Kostenrahmen von 5,3 Millionen Euro.

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Fast so groß wie ein Fußballfeld ist die Fläche im Hafen Berenbusch, auf der künftig Kies umgeschlagen wird.

Quelle: rc

Bückeburg. Er werde noch geringfügig überschritten, sagte der Geschäftsführer des Hafenbetriebs, Reiner Wilharm, da noch einige Restarbeiten an dem ersten Abschnitt des Hafenausbaus zu erledigen sind. Für sie sind die Aufträge aber bereits vergeben, erfuhr der Betriebsausschuss des Hafenbetriebs Bückeburg, als er sich bei einem Ortstermin über den Stand der Dinge informierte.

 So konnte er die knapp 9000 Quadratmeter große Umschlagfläche an der Kaikante in Augenschein nehmen, die erst kürzlich mit einer 26 Zentimeter dicken Schicht asphaltiert worden ist. Gut die Hälfte der Fläche ist von einem Rintelner Kiesabbauunternehmen gepachtet worden, das künftig seine Kiesverladung über Berenbusch abwickeln wird. Dafür wird ein Leichter, der 600 Tonnen fasst, über die Weser und den Mittellandkanal nach Berenbusch fahren, um dort den Kies zu entladen. Der dann wiederum über Förderbänder auf größere Schiffe umgeladen wird. Die andere Hälfte des Umschlagsplatzes sollte ebenfalls an ein Rintelner Kiesabbauunternehmen verpachtet werden, wie Wilharm erläuterte. Dies sei aber abgesprungen. „Wir suchen derzeit Pächter für die Fläche.“

 Die Kaikante ist inzwischen verlängert und fertiggestellt worden. Künftig können dort Großmotorschiffe mit einer Ladekapazität bis zu 1600 Tonnen anlegen. Dafür ist in den vergangenen Wochen auch der Anlegebereich auf vier Meter Wassertiefe ausgebaggert worden. Große Teile der neuen Straße entlang der Kaikante sind inzwischen auch asphaltiert worden, Restarbeiten werden in den kommenden Tagen erledigt. Auch die Entladestation für einen Mineralölhändler am westlichen Ende der Kaikante ist fertig. Beim Ortstermin am Donnerstagabend hatte dort das erste Tankschiff festgemacht und entlud 1200 Tonnen Mineralöl. Auch die gesetzlich geforderte Löschanlage ist installiert.

 Die Bahngleise entlang der Kaikante bleiben erhalten und werden wieder hergestellt. Wann über sie jedoch einmal wieder ein Zug rollen wird, steht derzeit in den Sternen. Der Anschluss an den Hauptstrang in Minden lohne sich derzeit nicht, weil es keine entsprechende Nachfrage gebe, erläuterte Wilharm. Sollte der Anschluss wieder hergestellt werden, müsste über zehn Jahre eine garantierte Transportmenge festgezurrt werden. Erst dann könne der Hafenbetrieb entsprechende Zuschüsse des Bundes erhalten – die zurück gezahlt werden müssten, wenn die Garantiemenge unterschritten wird. Wilharm: „Welches Unternehmen kann über zehn Jahre garantieren, dass er bestimmte Mengen über die Schiene transportiert?“

 In den kommenden Tagen wird noch eine Videoüberwachung in dem Hafengebiet installiert. „Aus Sicherheitsgründen“, wie Norbert Schneider vom Fachgebiet Planen und Bauen und zuständig für das Hafenprojekt erläuterte. Immer wieder gebe es Ärger mit Vandalismus und illegalen Müllentsorgungen auf dem Gelände, aber auch in den Kanal. Zudem müsse und könne eine Nutzerkontrolle durchgeführt werden. Und letztendlich könne auch kontrolliert werden, ob die im Hafen ansässigen Firmen auch alle Schiffe abrechnen, die im Hafen an- und abgelegt haben.

 Um eine größtmögliche Sicherheit zu erreichen, strebt die Stadt an, dass die Firmengrundstücke eingefriedet werden. Frei befahrbare Flächen sollen so „verbunkert“ werden, dass Zu- und Abfahrten nur über bestimmte Stellen möglich sind. Und ein weiterer Hinweis: Das Hafengelände ist für Spaziergänger und Radfahrer aus Sicherheitsgründen tabu.

 Der Ausbau des Hafens hat im Jahresabschluss 2013 des Hafenbetriebs seine Spuren hinterlassen. Er wird mit einem Fehlbetrag von 32000 Euro abgeschlossen, wie Wilharm erläuterte: „Es gab sehr viele Unzulänglichkeiten durch den Ausbau.“ Die Umschlagerlöse sanken um 16000 Euro. Einnahmen in Höhe von 300000 Euro erzielte der Hafenbetrieb durch den Verkauf von Gelände an zwei Unternehmen.

 Zur Zwischenfinanzierung des Ausbaus musste der Hafenbetrieb einen kurzfristigen Kredit von rund einer Million Euro aufnehmen. Der Grund: der Ausbau wird mit rund 1,8 Millionen Euro auch aus Infrastrukturmitteln der EU gefördert. Und diese Zuschüsse fließen erst, wenn entsprechende Unterlagen eingereicht und von der zuständigen N-Bank und weiteren Gremien geprüft worden sind. Eine Prüfung, die etwa vier Monate dauert. Von sechs Abrufen der Zuschüsse sei bisher erst einer genehmigt worden, erläuterte Wilharm dem Ausschuss. rc

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