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Die „komplette Jägerei“ auf einer Bühne

Bückeburg / Konzert Die „komplette Jägerei“ auf einer Bühne

Wenn am 6. September, rund 35 Jahre nach einem ersten gemeinsamen Auftritt, die Musiker der Big Band und des Blasorchesters „Bückeburger Jäger“ miteinander auf der Bühne des großen Saales des Bückeburger Rathauses stehen werden, wird ein großer Teil der Aufmerksamkeit den Dirigenten zukommen. Bei den Stabführern darf fraglos Georg Wolff den Vortritt vor Sven Schnee für sich in Anspruch nehmen.

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In den Anfangsjahren steuerten die „Bückeburger Jäger“ ihre Auftrittsorte per Motorrad an. An die Anmietung eines Busses wurde damals aufgrund der spärlichen Gagen kein Gedanke verschwendet.

Quelle: pr.

Bückeburg. Wolff übernahm die musikalische Leitung der Big Band am 1. April 1970. Dem heute 90-Jährigen ist der Wandel der „Jäger“ in eine moderne Formation zu verdanken. Zwar erklangen zu Beginn dieser Ära bei den Konzerten weiterhin traditionelle Kompositionen, bald fanden aber auch Musicals, Evergreens und tagesaktuelle Hits Aufnahme ins Repertoire. Der spannungsreiche Kontrast zwischen Tradition und Moderne kennzeichnet bis heute das Programm. Die Popularität des Klangkörpers spiegeln viele Auftritte in populären TV-Sendungen wie „Lustige Musikanten“, „Der große Preis“, „Musik ist Trumpf“ und „Goldene Hitparade der Volksmusik“ wider.

 Vor Wolff hatte Paul Prager die zunächst offiziell als „Tanz- und Unterhaltungskapelle“ angemeldete Band geleitet. Prager absolvierte mit seinen 26 Berufsmusikern bereits Gastspiele in den Staatsbädern Pyrmont, Salzuflen und Rothenfelde. Unter dem Dirigenten Wilfried Majowski waren die „Jäger“ des Öfteren im Radio zu hören. Unter Klaus Achs, der den Taktstock 1967 für drei Jahre übernahm, erfolgte eine Auffrischung des Repertoires mit zeitgemäßen Arrangements.

 In der Historie der Blasorchester-Dirigenten kommt Friedrich Glas eine besondere Rolle zu. Der Oberstabsfeldwebel war im Anschluss an die Auflösung des Heeresflieger-Ausbildungsbataillons Zweibrücken im September 1967 in die Ex-Residenz gekommen. Unter seiner Federführung wurde im November 1975 der Verein „Bückeburger Blasorchester“ gegründet.

 Glas erblickte im Oktober 1934 in Pirmasens das Licht der Welt. Bereist mit fünf Jahren erhielt er sein erstes Instrument. Im Anschluss an das in Freiburg und Kaiserslautern absolvierte Musikstudium ging er mit 26 Jahren als Rekrut zur Bundeswehr. Der allseits respektierte und beliebte Musikant personifizierte für mehr als zwei Jahrzehnte das Orchester. Der 2009 im Alter von 74 Jahren in Bückeburg gestorbene „Musiker mit Herz und Seele“ („Jäger“-Freund und Gastwirt Hermann Fenkner) verhalf der Formation zu einem exzellenten Ruf, der noch heute weit über die Region hinaushallt. Unter seiner Regie präsentierte sich das Ensemble bei vielen Auftritten im In- und Ausland sowie in Rundfunk und TV.

 Glas ist vielen Stammzuhörern und auch den Musikern noch bestens im Gedächtnis. „Das ist ein ganz großer Verlust, er wird uns sehr fehlen“, hielt Dirk Hasse, Nachfolger von Glas im Amt des Vereinsvorsitzenden, fest. „Bei ihm lag ein großer Teil des Engagements, wenn es darum ging, die Bundeswehr mit ins Boot zu holen; ein toller Synergieeffekt, der immer nur zum Wohle des Orchesters war.“ Glas habe die Jugend gefördert, viele gute Musiker zu den „Jägern“ geholt und das Ensemble mit der Vereinsgründung auf gesunde Füße gestellt.

 2002 hatte Glas den Stab an Heiko Deterding weitergereicht. Der ehemalige Lehrer der Musikschule „Schaumburger Märchensänger“ wurde 2012 für sein Engagement und seine hervorragenden Leistungen zum Ehrendirigenten ernannt. Seit 2011 steht das Orchester unter der Leitung von Sven Schnee. In den zurückliegenden fast 40 Jahren spielten die Amateurmusiker weit mehr als 500 Konzerte. Heute spannt sich der musikalische Bogen des Orchesters von traditioneller Blasmusik über klassische Bearbeitungen bis hin zu moderner Konzertliteratur.

 Am 6. September will die „komplette Jägerei“ (Georg Wolff) ihr Publikum mit einem abwechslungsreichen Programm und großer Spielfreude begeistern. Der rund 50 Interpreten umfassende Zusammenschluss spielt nicht nur im Wechsel zwischen Band und Orchester, sondern präsentiert auch einen gemeinsamen Konzertteil.

 Noch gibt es Karten und zwar in der Geschäftsstelle unserer Zeitung an der Langen Straße 20. bus

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