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Downhill-Strecke nicht mehr geduldet

Fürstliches Forstamt warnt vor Gefährdung der Biker durch Baumfällarbeiten Downhill-Strecke nicht mehr geduldet

Wie bei vielen Freizeitaktivitäten gibt es auch beim Downhill-Biken zwei Seiten der Medaille: Diejenigen, die diesem Sport frönen, wollen sich mit ihren speziell dafür konzipierten Mountainbikes auf anspruchsvollen, bergab führenden Strecken in der Natur austoben, während Kritiker auf die daraus resultierenden Gefahren sowie auf die Schäden, zu denen dieser Radsport in der Natur führen kann, verweisen.

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Durch das ständige Befahren mit den Downhill-Bikes sind die Wurzeln der Bäume freigelegt und und beschädigt, was dazu führen kann, dass diese schadhaften Stellen zu Eintrittspforten für Pilze und Schädlinge werden.

Quelle: wk

BÜCKEBURG. Grundsätzlich habe man gar nichts gegen die Downhill-Biker, aber es gebe Interessenkonflikte, sagt Alfred Matthaei, Revierförster beim Fürstlichen Forstamt Bückeburg. So würden sich etwa manche Spaziergänger, Hundehalter und Reiter daran stören, wenn die meist jungen Leute „mit waghalsigem Tempo“ über die Waldwege brettern. Zudem werde das Wild beunruhigt, wenn diese Mountainbiker im Wald, der übrigens ein Landschaftsschutzgebiet ist, quer durch die Bestände fahren.

„Im Landeswaldgesetz ist klar geregelt, wo das Radfahren erlaubt ist“, betont Matthaei. Und danach sei es halt nicht erlaubt, „querbeet“ zu fahren, geschweige denn, irgendwelche baulichen Veränderungen im Wald vorzunehmen. Zum Beispiel, indem dort Sprungschanzen und Steilkurven gebaut werden.

Duldung ist eine besondere Ausnahme

Dass seitens des Fürstlichen Forstamtes Bückeburg bislang eine im Bereich des Harrl gelegene – konkret vom Kammweg zum tiefer gelegenen Südweg führende – Downhill-Strecke „geduldet“ worden ist, ist insofern eine besondere Ausnahme.

Versuchsweise hatte man, so Matthaei, einigen jungen Leuten im Jahr 2010 in Absprache mit dem Landkreis Schaumburg die Möglichkeit gegeben, sich dort einen inoffiziellen Downhill-Parcours anzulegen, ohne aber etwaige bauliche Maßnahmen vorzunehmen, und dort „für eine gewisse Probephase auf eigene Gefahr“ zu biken.

Einerseits wolle man derlei Freizeitaktivitäten ja fördern, anderseits dürfe man es aber nicht, weil solch eine Nutzung des Waldes der Landschaftsschutzverordnung entgegenstehe, verdeutlicht der Revierförster das Dilemma. Und daher habe man diese Downhill-Strecke eben auch nur „geduldet“ und nicht offiziell genehmigt. Zumal man auch keine Haftung für eventuelle Unfälle übernehmen wolle.

Downhill-Biker halten sich nicht an das Verbot

Nach einer Intervention der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Schaumburg hat das Fürstliche Forstamt das weitere Downhill-Biken abseits der befestigten Wege jedoch bereits vor zwei Jahren ausdrücklich untersagt, indem an dem Parcours ein entsprechendes Hinweisschild angebracht wurde. „Eine weitere Duldung ist nicht mehr möglich gewesen“, unterstreicht Matthaei.

Das Problem ist allerdings, dass sich die Downhill-Biker nicht an dieses Verbot halten, sondern die besagte Strecke nach wie vor nutzen, wobei sie sogar Sprungschanzen und kleine Steilkurven erbaut haben. Größer wird dieses Problem nach Auskunft des Revierförsters demnächst noch dadurch, dass in diesem Bereich Baumfällungen durchgeführt werden, wodurch ein zusätzlicher Konflikt programmiert ist. Denn sowohl die Fällarbeiten selbst als auch die danach auf dem Waldboden liegenden Stämme, Äste und Zweige sowie die Fahrspuren der Holzerntemaschinen könnten zu einer Gefährdung der Downhill-Biker führen. Ergo appelliert Matthaei an die Downhill-Biker, das Verbot, abseits der Wege zu fahren, in deren eigenem Interesse zu beachten. wk

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