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Bückeburg / „Saltatio Mortis“ Dreh im Schloss

Degen klirren, Pulverdampf vernebelt den Innenhof des Schlosses, und Musketiere in blauen Uniformen stürzen mit wildem Kampfgeschrei auf eine Kardinals-Leibgarde. Was auf den ersten Blick aussieht wie die soundsovielte Neuverfilmung von Alexandre Dumas’ „Die drei Musketiere“, sind in Wahrheit Arbeiten zum neuesten Musikvideo einer von Deutschlands angesagtesten Mittelalter-Rockbands: „Saltatio Mortis".

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Hofreitmeister Wolfgang Krischke (Mitte) als Kardinal mit den Saltatio-Mortis-Mitgliedern Falk Irmenfried von Hasen-Mümmelstein (links) und Lasterbalk, der Lästerliche, im Goldenen Saal des Schlosses.

Von Johannes Pietsch

Bückeburg.   Für einen Tag haben die Musiker, seit Jahren Stammgäste beim „Mittelalterlich Phantasie Spectaculum“, mittlerweile aber auch auf den größten Open Airs wie dem in Wacken oder dem „Summer Breeze“ zu Hause, das Schloss in Beschlag genommen.

 „Saltatio Mortis“ sind zweifellos im Moment so gefragt wie nie zuvor in ihrer mittlerweile 13 Jahre andauernden Karriere. Vor zwei Wochen veröffentlichten sie mit „Das schwarze 1x1“ ihr neuntes Album, welches aus dem Stand Platz eins der deutschen „Media Control Album Charts“ eroberte. Auf Schloss Bückeburg entstand nun das Video zum „Opener“ des Albums „Früher war alles besser“. Bei der flotten Mitsing-Hymne, die sich inhaltlich auf süffisant-ironische Weise mit der ausufernden Vergangenheitsverklärung der heutigen Zeit auseinandersetzt, schaut den acht Spielleuten nicht nur der Schalk über die Schulter, sondern auch ein wenig der Campino und der Farin Urlaub: „Wie gut, dass alle von früher heute schon von gestern sind.“

 Oliver Sommer dirigierte während der Dreharbeiten seine historisch authentisch gewandeten Darsteller sowie das zehnköpfige Technikteam durch die diversen Szenerien. Der erfahrene Musikregisseur arbeitete zuvor bereits mit so prominenten Rock- und Pop-Interpreten wie den „Scorpions“, „Scooter“, Sarah Connor, „Ich+Ich“ oder den „Guano Apes“.

 Als Kulisse für die turbulenten Mantel- und Degen-Szenen dienten nicht nur der Schlossinnenhof, sondern auch der Goldene Saal, der Große Festsaal sowie einige Privatbereiche von Alexander zu Schaumburg-Lippe, zu denen selbst Deutschlands erfolgreichste Mittelalter-Rockband keinen Zutritt erhalten hätte, wäre der Hausherr nicht ausgewiesener Mittelalter-Fan. „Gerade ihm haben wir deshalb enorm viel zu verdanken“, betont „Saltatio“-Gründungsmitglied Falk Irmenfried von Hasen-Mümmelstein, der in der Öffentlichkeit genau wie seine Bandkollegen nur unter seinem Künstlernamen auftritt. Das dickste Kompliment stellen „Saltatio Mortis“ allerdings Hofreitmeister Wolfgang Krischke und dem Team der Fürstlichen Hofreitschule aus, die während des ganzen Drehs als Darsteller und Helfer vor und hinter der Kamera agierten. Musiker und Hofbereiter kennen sich seit rund 20 Jahren: Bereits lange, bevor es die Band „Saltatio Mortis“ gab, standen sich die späteren Spielleute und der zukünftige Hofreitmeister als Kämpfer mit Schild, Schwert und Harnisch auf den Mittelaltermärkten dieser Republik gegenüber. „Wir wollten mit Wolfgang schon immer etwas gemeinsam machen, da wir ihn und seine Arbeit enorm schätzen“, so Dudelsackspieler Falk Irmenfried, „und als wir ihn dieses Jahr auf dem ‚Spectaculum‘ in Bückeburg trafen, haben wir das Projekt Musikvideo in Angriff genommen.“ Dem Hofreitmeister kam daher auch ein ganz besonderer Part zu: Er schlüpfte für das Video in die Rolle des Kardinals, bekanntermaßen der Erzfeind der königlichen Musketiere. Seine Hofreiterinnen durften indes als Kardinals-Leibgarde den Degen schwingen.

 Wann das Video genau veröffentlicht wird, wollen die Musiker in Kürze bekannt geben. „Wir haben wirklich wunderbare Freunde hier“, betonen die Totentänzer als Resümee der 19-stündigen Dreharbeiten. Dazu zählen neben Krischkes und den Reitern der Hofreitschule auch das Schloss-Team und die Fürstliche Hofkammer und nicht zuletzt Familie Neubauer aus Bückeburg, bei der die prominenten Mittelalter-Rocker regelmäßig zu Gast sind. „Was uns mittlerweile mit Bückeburg verbindet, ist wirklich der Hammer“, so Falk Irmenfried, weshalb die aus Baden und der Pfalz stammenden Spielleute auch zum Songwriting für ihr vorletztes Album „Sturm aufs Paradies“ in Bückeburg weilten und sich demnächst für den Nachfolger von „Das schwarze 1x1“ von der Adelsresidenz inspirieren lassen wollen.

 Bis es aber so weit ist, wird das rockende Oktett noch auf diversen Festivalbühnen und Konzertarenen zu erleben sein. Bereits jetzt steht fest, dass „Saltatio Mortis“ im kommenden Sommer wieder an beiden Veranstaltungswochenenden des „Spectaculums“ in Bückeburg auftreten werden.

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