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Bückeburg Stadt Drogeriemarkt Donnerstag doch Thema im Rat
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Drogeriemarkt Donnerstag doch Thema im Rat
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17:20 12.09.2018
Vor allem junge Mädchen und Frauen erhoffen sich von einem zweiten Drogeriemarkt an der Kreuzbreite ein preislich attraktives Kosmetiksortiment.  Quelle: Pixabay
BÜCKEBURG.

„Der Landkreis Schaumburg als Kommunalaufsicht hat verfügt, dass dafür die Tagesordnung entsprechend geändert wird“, stellt Raimund Leonhard, Sprecher der Gruppe BfB-WIR-FDP, in einem Gespräch mit dieser Zeitung befriedigt fest.

Keine geeignete Fläche im Stadtzentrum vorhanden

„Wir hatten unseren aktuellen Antrag bereits am 6. August bei der Stadt eingereicht und am 30. August letztmalig nachgefasst“, berichtet Gruppenpartner Andreas Paul Schöniger (WIR). Da jedoch nichts geschehen sei, habe man sich „hingehalten“ gefühlt – und kurzerhand die Kommunalaufsicht angerufen.

Bestärkt sehen sich Leonhard und Schöniger in ihrem Kampf für einen – zweiten – Drogeriemarkt in der Kreuzbreite, der eine Verkaufsfläche von 600 Quadratmetern haben soll, durch eine Umfrage vom Herbst 2016: Damals waren in BfB-Regie über 100 junge Familien befragt worden; den „Zweiten“ hätten dabei alle gewollt. Der Grund laut Leonhard: „Der in Bückeburg bereits ansässige Drogeriemarkt ist vielen jungen Frauen und Mädchen bei zahlreichen Artikeln zu teuer.“ Ergo suche diese Klientel zum Einkaufen die Konkurrenz in Rinteln und Minden auf. Dass der neue Markt an der Kreuzbreite angesiedelt werden solle, habe allein den Grund, dass es im Stadtzentrum selbst keine Freifläche gebe, die auch nur annähernd die benötigten 600 Quadratmeter Verkaufsfläche biete.

Zur Erinnerung: Die Anträge der BfB-WIR-FDP-Gruppe und des Investors der Drogeriekette waren zuletzt mit Verweis auf das Einzelhandelskonzept auf Eis gelegt worden. Mit dem Einzelhandelsgutachten will die Stadt Bückeburg die Ansiedlung weiterer Einzelhandelsunternehmen im gesamten Stadtgebiet steuern – und grundsätzliche Entscheidungen treffen, ob der Einzelhandel in der Innenstadt durch Sortimentsbeschränkungen in Gewerbegebieten wie der Kreuzbreite geschützt wird, Kundenströme an die Peripherie gezogen werden könnten sowie unter anderem auch die Größe von Verkaufs- und/oder Marktflächen festlegen.

Indes: Einen zweiten Drogeriemarkt könne er sich „bestenfalls“ in der Innenstadt vorstellen, von einer Ansiedlung an einem Nahversorgungs-Standort würde er eher abraten, hatte Gutachter Marc Föhrer bei der Erläuterung des besagten Einzelhandelgutachtens erklärt (wir berichteten). Es gebe in Bückeburg zwar nur einen reinen Drogeriemarkt, dafür aber diverse Verbrauchermärkte mit größeren Drogerieabteilungen.

„Bei einer Größe von bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche kann die Stadt frei entscheiden“, wirbt dagegen Schöniger mit Blick auf die Ratssitzung am heutigen Donnerstag um Zustimmung.

Gruppe sieht wenig Chancen für ein Ja

Zumal Bückeburg bei einem Nein zu dem Drogeriemarkt geschätzte 250000 Euro Gewerbesteuer pro Jahr entgingen. Doch obwohl viele SPD- und CDU-Mitglieder den Wunsch von BfB-WIR-FDP nach einem zweiten Drogeriemarkt teilten, rechnet weder Leonhard noch Schöniger aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Rat damit, dass das Gremium heute pro Drogeriemarkt votiert. Aber: „Selbst bei einer Niederlage werden wir nicht locker lassen – und den Drogeriemarkt im Zuge der nächsten Kommunalwahl erneut einfordern“, betont das Duo. tw