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Dudelsack-Rock

Live beim MPS und im Kino Dudelsack-Rock

Besucher des Mittelalterlich Phantasie Spectaculums (MPS), die sich derzeit im Kino den Michael-Bay-Blockbuster „Transformers – The Last Knight“ gönnen, sollten bei den Kampfszenen am Anfang ganz genau hinschauen: Das mittelalterlich-ritterliche Schlachtengetümmel um den legendären König Artus und seine Tafelritter, das das Science-Fiction-Fantasy-Spektakel in einer Rückblende aufgreift, wurde von den Mannen von „Combat International“ in Szene gesetzt, die ebenso wie die auf dem MPS auftretende Band Saor Patrol Bestandteil der gemeinnützigen Organisation „Clanranald Trust for Scotland“ ist.

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Bückeburg. Und der Kopf und Chefausbilder von „Combat International“, der schon in diversen bekannten Kinostreifen seinen markanten Vollbart aus dem wilden Hauen und Stechen einer Schlachtenszene reckte, ist niemand anderes als Charlie „Chick“ Allan, Dudelsack spielender Bandleader von Saor Patrol und zugleich Vorsitzender des „Clanranald Trust for Scotland“.

 Gegründet wurde die gemeinnützige Organisation mit Sitz in Callander im Jahr 1996, skurrilerweise von einer Gruppe von Bikern, die vor allem eines einte: das Interesse an schottischer Geschichte. Gründer Charlie Allan war schon als Schüler darüber enttäuscht, im regulären Geschichtsunterricht an Schulen seiner Heimat kaum etwas über schottische Geschichte zu erfahren. Ihr Ziel: die vollständige Rekonstruktion eines befestigten mittelalterlichen Dorfes, um das Leben und die Kultur Schottlands im 11. Jahrhundert als lebendiges Museum Gestalt werden zu lassen.

 Aus der Idee wurde ein Projekt, mit dessen Bau im Jahr 2004 begonnen wurde. Seitdem entstanden die Palisaden, ein Langhaus, eine Schmiede und eine Waffenkammer, in Planung sind diverse weitere mittelalterliche Bauten. Duncarron entstand im Carron Valley Forest nahe der Stadt Stirling, die für geschichtsbewusste Schotten von ganz besonderer Bedeutung ist: Denn dort an der Stirling Bridge brachten die Schotten unter ihrem Freiheitskämpfer William Wallace im Jahr 1297 den englischen Truppen König Edwards I. eine vernichtende Niederlage bei.

Eine besondere Freude

Um ihr historisches Bauprojekt zu finanzieren, griffen die Mitglieder des Canranalds zu zwei Mitteln: dem Training diverser historischer und moderner Kampftechniken für Stunts, Kampf- und Schlachtszenen in Film- und Fernsehproduktionen – und: Musik. „Combat International“ wurde zur ersten Adresse für Produzenten und Regisseure großer Hollywood-Produktionen: Erstmals schwangen Mitglieder des Clans 1995 in Mel Gibsons Historien-Epos „Braveheart“ die Schwerter. Es folgte im Jahr 2000 Ridley Scotts mit mehreren Oscars preisgekröntes Meisterwerk „Gladiator“. Dabei sah man gleich in der Eröffnung der ersten Schlachtszene Clan-Chef Charlie Allan als Germanenhäuptling, der den von Maximus Decimus alias Russel Crowe kommandierten Römern den Kopf eines Unterhändlers entgegenschleudert. Weitere große Kinoproduktionen waren 2004 Antoine Fuquas „King Arthur“, 2010 Ridley Scotts „Robin Hood“, 2012 „Snow White and the Huntsman“, 2013 die Marvel-Verfilmung „Thor – The Dark Kingdom“ und nun eben der Blockbuster „Transformers – The Last Knight“.

 In Kürze geht es für „Combat International“ vor die Kamera des Historien-Epos „The Outlaw King“, was für den patriotisch gesinnten Charlie Allan eine besondere Freude sein dürfte. Denn Hollywood-Star Chris Pine („Star Trek“) verkörpert darin den schottischen Freiheitskämpfer und späteren König Robert Bruce, einen Zeitgenossen des von Mel Gibson in „Braveheart“ gespielten William Wallace. Außerdem werden die Kampfspezialisten des Clans in der für Netflix produzierten Wikingerserie „Vikingane“ mitwirken.

Mit Russell Crowe vor der Kamera

 Schon zweimal, 2000 in „Gladiator“ und 2010 in „Robin Hood“, stand Allan gemeinsam mit Russell Crowe vor der Kamera. Seitdem verbindet beide nicht nur eine tiefe Freundschaft, der Hollywood-Star zählt auch zu den Bewunderern und Förderern des Duncarron-Projekts. So überließ er dem Mittelalter-Dorf einen Rammbock aus dem Film „Robin Hood“ im Wert von 60000 britischen Pfund.

 Musikalisch drücken die Schotten seit 2010 dem Mittelalterlich Phantasie Spectaculum ihren unverwechselbaren Stempel auf: Allan an der Great Highland Bagpipe, Steve Legget an der E-Gitarre sowie Kevin Johnston, Mark Monaghan und André Zeuner an den Trommeln. Bereits am vergangenen Wochenende sorgten sie auf der Folkbühne mit ihrer wilden, energiegeladenen Mixtur aus unbändigem keltischem Folk und explosivem Hardrock für Begeisterung, insbesondere dann, wenn alle fünf Musiker beim Stück „Three Wee Jigs“ das Schlagwerk bearbeiteten. Und weil’s so schön war, gibt es die Schotten beim zweiten Veranstaltungswochenende des Spectaculums gleich noch mal live auf der Folkbühne – und das an beiden Tagen. jp

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