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Durchatmen!

Bestandssicherung des Tierheims Durchatmen!

Es war tatsächlich ein ganz besonderes Weihnachten, dass in diesem Jahr im Bückeburger Tierheim gefeiert worden ist: Zwar ist es schon seit Jahren Tradition, die dort untergebrachten Vierbeiner am Heiligen Abend mit ein paar mitgebrachten Leckerlis, selbst gebasteltem Spielzeug und – vor allem – ganz, ganz vielen Extra-Streicheleinheiten zu beschenken, doch war es noch bis vor wenigen Wochen fraglich, ob die Einrichtung in diesem Jahr zum Fest der Liebe überhaupt noch bestehen würde.

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Mit 250 000 Euro schlägt der Betrieb des Tierheims jährlich zu Buche, doch nur knapp 50 000 Euro erhält der Trägerverein jährlich von den Kommunen.

Quelle: jp

Bückeburg. Noch Mitte November hatte die erste Vorsitzende des Tierschutzvereins Bückeburg-Rinteln und Umgebung Monika Hachmeister angesichts der desolaten Finanzlage offen über eine drohende Schließung der Unterkunft spekuliert (wir berichteten).
Dass diese wenigstens jetzt zu den Weihnachtsfeiertagen und zum Jahreswechsel nicht mehr unmittelbar droht, das hat der Tierschutzverein einer geradezu unglaublichen Welle der Hilfsbereitschaft zu verdanken. Nicht nur die Großspende der Organisatoren und Fans des Mittelalterlich Phantasie Spectaculums von über 12 000 Euro, sondern auch eine enorme Zahl von Zuwendungen geringeren Umfangs, darunter eine Spende der Bürgerstiftung Schaumburg von 2000 Euro, sowie Sachspenden trugen dazu bei, dass der Tierschutzverein zunächst einmal für ein paar Wochen wieder durchatmen kann.
„Wir sind wirklich überwältigt und unendlich berührt“, so Monika Hachmeister, „und hätten uns nie träumen lassen, dass wir einmal so viel Zuspruch und Hilfsbereitschaft erleben.“ Dabei komme es auf jede noch so kleine Spende an, betonte die erste Vorsitzende.
Doch aus der Welt ist die Bedrohung des Bückeburger Tierheims damit nicht. „Wir haben dank dieser Spendenbereitschaft eine Atempause gewonnen, mehr nicht“, erklärt Hachmeister. Das Grundproblem, eine Änderung der Finanzierung der Einrichtung durch die Vertragskommunen, harrt nämlich noch immer einer Lösung. Mit 250 000 Euro schlägt der Betrieb des Tierheims jährlich zu Buche, wobei der Löwenanteil davon auf die nicht reduzierbaren Tierarztkosten entfällt, doch nur knapp 50 000 Euro erhält der Trägerverein jährlich von den Kommunen. Die übrigen vier Fünftel der Summe müssen aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden aufgebracht werden.
Womit auch sofort ersichtlich wird, weshalb selbst die großzügigsten Spenden dem Tierschutzverein immer nur kurzfristig über die Runden helfen. Weitere Möglichkeiten zur Kostenreduktion sieht Monika Hachmeister nicht: „Wir haben wirklich jedes Sparpotenzial ausgeschöpft, was möglich war.“ Und spätestens bei den Kosten für tierärztliche Behandlungen hören alle Sparbemühungen ohnehin auf: Tierärzte dürfen nämlich aus gesetzlichen Gründen keinerlei Rabatte geben. Wirklich signifikant senken können wird der Tierschutzverein seine Kosten erst dann, wenn nicht mehr so immens viele Tiere, insbesondere Katzen, ausgesetzt, abgegeben oder unkastriert und unkontrolliert sich selbst überlassen werden.
Eine langfristige Bestandssicherung des Tierheims hängt vor allem vom Verhalten der Vertragskommunen ab. Bereits zugesagt hat die Samtgemeinde Eilsen die Erhöhung ihres Zuschusses auf den vom Tierschutzverein vorgeschlagenen Betrag von 80 Cent pro Einwohner und Jahr. Gleiches gilt für Bückeburg und Obernkirchen, allerdings unter Vorbehalt einer einheitlichen Regelung für alle Kommunen. Schwierig gestalten sich weiterhin die Gespräche mit Porta Westfalica, wo man lieber einer Einzelabrechnung den Vorzug geben würde. Wenig Entgegenkommen zeigte bislang Auetal, und auf eine Mauer der Ablehnung stößt der Tierschutzverein bei der Stadt Rinteln. „Und das, obwohl die meisten herrenlosen Katzen von dort stammen“, so die Tierheimleitung.
Und dann ist da noch als große Unbekannte der Landkreis Schaumburg mit im Spiel: Der ist nämlich, so die Aussage von Obernkirchens Bürgermeister Oliver Schäfer, gesetzlich für die Belange des Tierschutzes zuständig, damit insbesondere für die Versorgung herrenloser, ausgesetzter und verwilderter Streunerkatzen und von Tieren, die sich in den Wohnungen verstorbener oder pflegebedürftig gewordener Menschen anfinden. „Hier werden wir im kommenden Jahr Gespräche führen müssen, um diese Zuständigkeit zu klären“, so Monika Hachmeister.

Von Johannes Pietsch

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