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Dustin Dehezfüllt Wissenslücken

Warum unser Afrika-Bild falsch ist Dustin Dehezfüllt Wissenslücken

Über das oft als dunklen Kontinent bezeichnete Afrika gebe es viele negative Vorurteile, aber wenig Wissen: Mit diesen Worten hat der Sektionsvorsitzende Klaus Suchland die jüngste Veranstaltung der Gesellschaft für Sicherheitspolitik im Hotel Holiday Inn in Minden eröffnet.

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Dustin Dehez

Minden. Dustin Dehez sollte den etwa 70 Zuhörern die Lücke füllen. Als Experte und als Afrikaner mit Wahlheimat Ghana.

 Afrika – 54 Staaten mit 1,2 Milliarden Einwohnern auf einer Fläche von 30 Millionen Quadratkilometern, dreimal so groß wie Europa. Afrika steht für Natur, aber auch für das Armenhaus der Welt, Stammeskriege, Korruption und Diktatoren – meist begründet in der Zeit der kolonialen Ausbeutung. Afrika steht in jüngster Zeit für Flucht aus der Hoffnungslosigkeit nach Europa.

 Das Afrikabild hierzulande sei falsch, zumindest veraltet, sagte Dehez, der als Mitgesellschafter einer Beratung für Firmen arbeitet, die Kontakte nach Afrika suchen. Dies fehlerhafte Bild sei auch auf die Medien zurückzuführen.

 Die politische Bilanz des Kontinents sei in den jüngsten drei Jahrzehnten positiv. Der Kontinent habe einen demokratischen Aufbruch erlebt. „Früher Putsch, heute Wahlen“, kennzeichnete Dehez die Entwicklung in den meisten Staaten.

 Afrikas politische wie wirtschaftliche Bedeutung werde nicht zuletzt wegen der Bevölkerungsentwicklung wachsen. Für 2050 werde mit mehr als 2,6 Milliarden Afrikanern gerechnet. Ein Grund für den Anstieg sei, dass die Menschen mangels funktionierender Sozialsysteme auf eine kinderreiche Familie als Alterssicherung setzten.

 Afrikas wirtschaftliche Entwicklung mit Wachstumsraten von fünf bis sechs Prozent werde oft missachtet, jedenfalls von den USA und Europa. China und die Schwellenländer Brasilien, Indonesien, Saudi Arabien und Türkei hätten dagegen die Chancen früh erkannt. Deutschland lasse es zu, dass viel Geld ohne Kontrolle und mit wenig Kenntnissen über die regionalen Besonderheiten in den Korruptionskanälen verschwinde. „Wir bemängeln die alltägliche und staatliche Korruption in Afrika und fördern sie gleichzeitig“, kritisierte Dehez. „Afrika ist ein hochschwelliger Markt, und die anderen sind oft mit passenden Lösungen schon da. Man wartet nicht auf deutsche Qualitätsarbeit.“ China baue zum Beispiel, was Afrika brauche: Schienen, Straßen und Stromnetze. Nach seiner Ansicht setzt Afrika nicht auf erneuerbare Energien, sondern auf große Kraftwerke. Nicht nur fossile: Afrika könne auch der Atomindustrie eine Renaissance bescheren.

Von Hartmut Nolte

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