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Egoismus wächst

SoVD-Kreischef kritisiert in Bückeburg gesellschaftliche Entwicklung Egoismus wächst

Ein Bericht über die „dringlichsten, gesellschaftspolitischen Probleme in der Bundesrepublik Deutschland“ hat im Fokus eines Informationsnachmittages gestanden, zu dem die Senioren-Union Bückeburg den Schaumburger Kreisvorsitzenden im Sozialverband Deutschland (SoVD), Wilfried Lange, als Referenten eingeladen hat.

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Wilfried Lange

Quelle: wk

Bückeburg. „Wir sind hochpolitisch, aber man spürt uns häufig kaum“, kommentierte Lange das Wirken des allein im Schaumburger Land rund 7700 Mitglieder zählenden SoVD, um dann zu erklären, dass nur 24 Prozent der deutschen Bevölkerung über 80 Prozent des Grundvermögens verfügen. Ergo sei eine sozial gerechtere Umverteilung notwendig.

 Ferner dürfe sich die Inklusion – anders als vielfach „vollkommen kleingesehen“ – nicht nur auf die Teilhabe von mit persönlichen Defiziten aufwartenden Kindern in den Schulen beziehen, sondern müsse etwa auch die Integration der hierzulande lebenden Flüchtlinge einschließen.

 „Knallharte Forderungen“ und „machbare Konzepte“ seien überdies erforderlich, um den nicht zuletzt auf einem Übermaß an bürokratischen Vorschriften basierenden allgemeinen Pflegenotstand abzubauen, mit dem Ziel, eine „würdevolle Pflege“ alter Menschen sicherzustellen. Dabei brauche man in dieser Branche übrigens auch mehr männliche Pflegekräfte sowie Gleichstellungsbeauftragte in den Heimen, sagte Lange.

 Zur Hartz-IV-Gesetzgebung meinte Lange, dass es nach mittlerweile rund 15 Jahren an der Zeit sei, zu schauen, wo man zugunsten der Betroffenen „Härten herausnehmen“ und Kompromisse machen kann.

 Apropos Arbeitsmarkt: Das durchschnittliche Brutto-Einkommen der ungefähr 30 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland liege derzeit bei monatlich 2168 Euro, was einen späteren Rentenanspruch von im Mittel gerade mal 687 Euro zur Folge habe, sagte der SoVD-Kreisvorsitzende und betonte: „Die Zahlen sind beweisbar.“

 Insofern sei schon jetzt klar, fuhr Lange fort, dass viele der heutigen Arbeitnehmer bei Erreichen des Rentenalters nicht nur einen Rentenantrag stellen werden, sondern auch gleich einen Antrag auf Grundsicherung stellen müssen, um irgendwie über die Runden zu kommen.

 Nicht zuletzt zeigte sich Lange als Befürworter der Forderung „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“, nicht ohne in seiner eher schlagwortartigen Rede kritisch anzumerken, dass das zur Zeit des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik Deutschland respektive zur Zeit des sogenannten deutschen Wirtschaftswunders in der hiesigen Gesellschaft allgegenwärtige „Gefühl der Solidarität“ inzwischen durch zunehmenden Egoismus verschüttet worden sei. wk

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