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Ehepaar kritisiert Stolperfallen: „Wir sind abgewimmelt worden“

Bückeburg / Fußgängerzone Ehepaar kritisiert Stolperfallen: „Wir sind abgewimmelt worden“

In der Fußgängerzone gibt es zu viele Stolperfallen. Dieser Ansicht ist jedenfalls das Bückeburger Ehepaar Ursula und Günter Kaps. An vielen Stellen gebe es Unebenheiten von bis zu drei Zentimetern zwischen einzelnen Pflastersteinen oder Granitplatten. Sie selbst seien bereits mehrfach gestolpert und hätten sich nur mit Mühe und Not abfangen und einen Sturz vermeiden können.

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Eine gebrochene Granitplatte, eine Stolperfalle. © pr.

Bückeburg (rc). Anders dagegen bei älteren Frauen aus ihrem Bekanntenkreis. Zwei seien schwer gestürzt und hätten vom Arzt behandelt werden müssen.
So könne das nicht bleiben, befanden die beiden und wurden aktiv. Zunächst riefen sie beim Bauamt an, um sich zu beschweren, wurden von dort aber an das Ordnungsamt verwiesen, das für solche Dinge zuständig sei. Nur war dort der Leiter nicht zu erreichen.

Also machten sich die Kaps mit Zollstock und Kamera ausgerüstet auf in die Fußgängerzone und kontrollierten. Und wurden an zwölf Stellen fündig, an denen der Unterschied zwischen zwei Granitpflastern oder Pflastersteinen mindestens zwei Zentimeter betrug. Die Stellen wurden fotografiert und dokumentiert, dann eine entsprechen Beschwerde samt der Fotos per E-Mail an das Ordnungsamt versandt.

Das Pflaster in der Fußgängerzone mache einen desolaten Eindruck, schreiben die Kaps. Die breiten Fugen und Unebenheiten würden eine „außerordentliche Gefährdung“ der Fußgänger bedeuten. Warum kümmere sich bei der Stadt niemand um die Instandhaltung? Die Stadt sei für die Verkehrssicherungspflicht zuständig. Befürchte niemand Regressfälle?

Ihnen sei bewusst, dass die Entscheidung für die Natursteinplatten „nicht gerade ein Highlight der Stadtentwicklung gewesen ist“ und man nun damit zurecht komme müsse. Was aber nicht heiße, dass alles beim Alten bleiben müsse und Verschlechterungen nicht ausgebessert werden müssten: „Mit diesem Zustand kann man sicherlich keine Touristen werben“ Die gröbsten Gefahrstellen müssten sofort beseitigt werden. In einer weiteren Stufe müsse das Problem aber grundsätzlicher angegangen werden. Ein „Herumflicken am Belag ist nur ein weiteres Kurieren an Symptomen“.

Die Antwort ließ nicht lange warten. Wie Bürgermeister Reiner Brombach höchstpersönlich vier Tage später zurückmailte, werde das Urteil der Kaps von der überwiegenden Mehrzahl der Bückeburger und Gäste nicht geteilt. Vielmehr sei von vielen Gästen der Eindruck übermittelt worden, dass gerade das Natursteinpflaster der historischen Atmosphäre der Stadt einen besonderen Reiz gebe und sich wohltuend von anderen Städten abhebe: „Dass Natursteine Unebenheiten und unter Verlegung auch größere Abstände aufweisen, versteht sich von selbst.“

Selbstverständlich werde die Fußgängerzone – wie auch sämtliche Wege und Straßen – ständig auf Mängel kontrolliert, so der Bürgermeister weiter. Der Fußgängerzone komme ein besonderer Stellenwert zu. Brombach abschließend: „Mit Ihrer Meinung, die Fußgängerzone mache bezüglich des Gehwegbelages einen desolaten und verkommenen Eindruck, stehen Sie sicherlich relativ allein.“

Eine Antwort, die die Kaps in Harnisch bringt. Auf ihr Anliegen sei überhaupt nicht eingegangen worden, beschwerten sie sich im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie hätten den Eindruck, dass die Fotos noch nicht einmal angeschaut worden sind, sonst hätte erkannt werden können, dass Handlungsbedarf besteht. „Wir sind abgewimmelt worden, unsere Sorgen werden nicht ernst genommen.“

Dabei sei es ein Leichtes, Füllmaterial einzubringen und die Unebenheiten zu beseitigen, so Günter Kaps, als ehemaliger Leiter des Staatlichen Baumanagements Celle immerhin ein Mann vom Fach.

Reparaturvorschläge, die Baubereichsleiter Jörg Klostermann auf Anfrage bestätigt. Der Bauhof der Stadt sei immer wieder damit beschäftigt, die Natursteinplatten zu richten: „Das Thema beschäftigt uns laufend.“ Es gebe zwar keine gefährlichen Stolperstellen, alles bewege sich im Rahmen der Richtlinien. Dennoch würde es immer wieder Fugenauswaschungen etwa nach Regen geben, die umgehend verfüllt würden.

Platten insbesondere auf dem Marktplatz würden sich häufiger lösen, etwa durch den Schwerlastverkehr. Aber auch dort werde gehandelt, die Platten aufgenommen und der Untergrund mit Sand verfüllt, bis alles wieder sitzt. Die Platten würden sich immer wieder lockern, da der seinerzeit eingebrachte Splitt inzwischen so verhärtet sei, dass es immer wieder zu Ablösungen kommt.

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