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Ein Ausdruck für die Zweiheit

Veranstaltungsreihe zu Hermann Hesse in Bückeburg Ein Ausdruck für die Zweiheit

An Leben, Werk und Wirkung des Literaturnobelpreisträgers Hermann Hesse erinnert eine Veranstaltungsreihe des Kulturvereins Bückeburg. Zum Auftakt begab sich Christiane Seele im Museum der Ex-Residenz auf die Spuren des Schriftstellers, Dichters und Malers.

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Hermann Hesses Illustrationen sind überaus farbenfroh.

Quelle: bus

Bückeburg. Die Kulturwissenschaftlerin hatte ihrem Beitrag das Motto „Hermann Hesse – seine Bilder“ vorangestellt.

 „Ich möchte einen Ausdruck finden“, zitierte Seele eingangs aus einem 1923 verfassten Manuskript Hesses, „für die Zweiheit; ich möchte Kapitel und Sätze schreiben, wo beständig Melodie und Gegenmelodie wären, wo jeder Buntheit die Einheit, jedem Schmerz der Ernst beständig zur Seite steht.“ Sechs Jahre zuvor, erläuterte die Expertin, hätten der Krieg, die sich ankündigende Gemütskrankheit seiner Frau, der unerwartete plötzliche Tod seines Vaters und monatelange Überarbeitung im Dienst der Kriegsgefangenenfürsorge zu einem Zusammenbruch geführt. In dieser Situation fing der 40-Jährige an zu malen.

 Seele konzentrierte ihre von vielen musikalischen Einschüben (Variationen Ludwig van Beethovens über das Thema „Bei Männern, welche Liebe fühlen“ aus Johann Wolfgang Amadeus Mozarts „Zauberflöte“) begleiteten Ausführungen vorwiegend auf Hesses reich illustriertes Märchenbuch „Pictor’s Verwandlungen“. Ein Buch, in dem Äußerungen des Urhebers gemäß Text und Bilder nicht zu trennen sind.

 „Sie sehen aus diesem Ding“, heißt es in einem Hesse-Brief, „noch besser als aus jeder Aquarell-Mappe, was meine Malversuche meinen und wie Malerei und Poesie für mich zusammenhängen.“ Die Referentin zeigte anhand mehrerer Beispiele diese Zusammenhänge sowie verbindende Motive und Beziehungen von Bildern und Text auf.

 Des Weiteren betrachtete die Wissenschaftlerin die Bilder des Märchens vor dem Hintergrund des zeitgleich veröffentlichten Gedichtes „Sprache“ und stellte zwei Prosatexte in Bezug zu den Motiven der aus Hesses Lebenswirklichkeit entnommenen Bilder „Magnolie“ und „Villa bei Montagnola“.

 „Hesse hat sich nicht als professioneller bildender Künstler verstanden“, legte Seele abschließend dar. Der mit Prosawerken wie „Siddhartha“ und „Der Steppenwolf“ bekannt gewordene Sohn eines deutsch-baltischen Missionars habe zwar stets seine Professionalität in Literatur und Schreiben betont, diesen Anspruch aber nicht für die Malerei erhoben. „Er hat immer gesagt, das sehr gern zu machen, aber zwischen den Metiers sehr wohl unterschieden.“

 Der zweite Teil der Reihe, eine musikalisch-literarische Hommage an den Nobelpreisträger mit Marchela Margaritova-Duhneva (Querflöte) und Anja Bilabel (Sprecherin), geht am Sonntag, 14. Februar, ab 17 Uhr im Joël-Le-Theule-Saal des Ratskellers über die Bühne. Geboten wird ein gleichermaßen spannendes wie poetisches Hörstück in drei Teilen. Die ursprünglich für Freitag, 12. Februar, in der Stadtbücherei geplante Veranstaltung „In die flüchtige Luft unsere Namen“ ist aus organisatorischen Gründen auf Freitag, 28. Oktober, verschoben worden. bus

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