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Ein Herz für 150 Tiere

Maximilian Kopp Ein Herz für 150 Tiere

Er gehört zur Schaumburger Landmesse „Ährensache“ mittlerweile so untrennbar dazu wie Jürgen Braunroth als „Bückeburger Weihnachtsmann“ zum „Weihnachtszauber“: Tierschützer Maximilian Kopp aus Nammen ist mit seinen zahlreichen Vierbeinern Aussteller der ersten Stunde beim großen dreitägigen Landwirtschafts-, Tier- und Trecker-Fest im Bückeburger Schlosspark.

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Tierlieb: Maximilian Kopp mit einigen seiner Schützlinge in Nammen.

Quelle: jp

Bückeburg/Nammen. Seit der ersten „Ährensache“ im August 2011 begeistert er das Publikum mit seinen zahlreichen vierbeinigen und gefiederten Schützlingen, die größtenteils nach Rettung aus schlimmen Verhältnissen oder vor dem sicheren Tod auf seinem privaten Gnadenhof eine dauerhafte Bleibe gefunden haben.

Rund 150 Tiere sind es zurzeit, um die sich der 25-Jährige daheim kümmert. Wohlgemerkt in seiner Freizeit, denn im Hauptberuf arbeitet er nach wie vor auf einem Reiterhof nahe Vlotho. Zudem hat er sich kürzlich ein weiteres berufliches Standbein geschaffen und mit „Maxis Gassi-geh-Service“ ein eigenes Kleingewerbe angemeldet, in dessen Rahmen er Hundebesitzern anbietet, ihren Lieblingen Ausgang und Bewegung zu verschaffen, wenn Herrchen und Frauchen dazu zu wenig Zeit haben. Das damit eingenommene Geld ist zur Deckung der hohen Kosten seines kleinen Privat-Zoos nötig. Rund 8000 Euro kostet die Versorgung und tierärztliche Behandlung aller geretteten Tiere im Jahr. Mindestens 250 Ballen Heu und 100 Ballen Stroh werden jährlich verbraucht.

Ein großes Augenmerk hat der Vollblut-Tierschützer mittlerweile auf seltene oder vom Aussterben bedrohte Haustierrassen gelegt. Ähnlich wie die ebenfalls auf der „Ährensache“ aktive Nutztierarche aus Wendthagen bietet er zahlreichen Tierarten auf dem heimischen Grundstück Kost und Logis, die in der heutigen Landwirtschaft praktisch keinen Platz mehr haben und daher kaum noch gehalten werden. Zum Beispiel Overberger Enten, eine aus den Niederlanden stammende Entenrasse ähnlich der Sachsenenten, die in Deutschland von einer Handvoll Züchtern gezüchtet wird. Oder die aus Spanien stammenden Andalusier-Hühner, von denen Kopp ein Pärchen besitzt. Ihre Gattung wurde 2013 vom Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter und der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen in der Roten Liste der gefährdeten Nutztierrassen mit der höchsten Gefährdungsklasse (extrem gefährdet) eingestuft. Solche Tiere werden von Kopp weiter vermittelt, teilweise auch an andere Halter verliehen, um die dortige Zucht zu unterstützen und ihre Wiederverbreitung gezielt zu fördern.

Prächtig entwickelt hat sich Rehkitz Konstantin, das vor einem Jahr von Revierförster Achim Büscher im Nammer Forst gefunden und von Kopp mit der Flasche aufgezogen wurde. Mittlerweile hat Konstantin eine dauerhafte Bleibe in einem großen, teilweise bewaldeten Gehege des Försters erhalten. Und Kopp, in dem das etwa ein Jahr alte Tier immer noch so etwas wie die Mutter erkennt, geht mit ihm regelmäßig im Wald spazieren – ohne Leine! Fluchtgefahr? Keine Spur, denn das Kitz gehorcht „Mutter“ Max aufs Wort.

Kopps neueste Errungenschaft ist Serafina, ein ausgewachsenes Schwarznasenschaf, das auf reichlich skurrilen Umwegen zu ihm kam, nachdem sich sein bisheriger Besitzer aus persönlichen Gründen nicht mehr darum hatte kümmern können. Erste Reaktion der vorhandenen Kamerunschafe Kanoa, Romeo und Julia auf den zotteligen Neuankömmling: Entsetzen! „Die müssen wirklich gedacht haben, der Yeti sei zu ihnen auf die Sommerweide gekommen“, so Kopp. Nach drei Tagen jedoch waren alle vier Schafe ein Herz und eine Seele.

Mit vielen alten Bekannten, aber auch zahlreichen neuen Tieren wird Kopp auf der „Ährensache“ vom 4. bis zum 6. September im Bückeburger Schlosspark über seine Arbeit informieren. Mit dabei werden die rechnende Ziege Emily sein, alle drei Kamerunschafe, die Lockengänse, außerdem zahlreiche seltene und ungewöhnliche Hühner und Enten wie zum Beispiel die gestruppten Zwerg-Cochiner und vielleicht sogar Neuzugang Serafina, falls diese bis dahin ihre Scheu vor Menschen ausreichend abgelegt hat. Außer der Ziegenkutsche gibt es auch diverse kleine Showeinlagen und ein Quiz über Tiere.

„Ich möchte meine Arbeit und meine Tiere den Besuchern der ‚Ährensache‘ näher bringen“, ist Kopps Intention. Und seine wichtigste Botschaft vermitteln: „Jedes Tier hat ein Recht zu leben, und kein Tier sollte unnötig oder qualvoll sterben, nur weil seine Besitzer sich nicht mehr darum kümmern können oder wollen.“ jp

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