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Ein Jahrhundertwerk

Lesung Ein Jahrhundertwerk

Eigentlich sollte es nur ein Geburtstagsgeschenk werden, herausgekommen ist – im wahrsten Sinne des Wortes – ein Jahrhundertwerk: In ihrem 2014 erschienenen Buch „100 Jahre Zeit“ werfen die Autoren der Schreibwerkstatt am Stift aus Wunstorf auf mehr als 300 Seiten einen literarischen Blick auf die Jahrzehnte zwischen 1914 und 2014.

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Eine jahrzehntelange Tradition fällt

 Elke Möller, Lektorin und Autorin der Schreibwerkstatt, liest die von Agnes Wetzel geschriebene Kurzgeschichte „Der Kaiser kommt“.

Quelle: jp

Bückeburg (jp). „Erlebte Geschichte(n) aus zehn Jahrzehnten“ haben die Autoren der seit genau 20 Jahren bestehenden Schreibwerkstatt ihre Sammlung von Kurzgeschichten untertitelt, die ursprünglich nur als Geschenk zum 90. Geburtstag ihres ältesten Mitglieds geplant war.

 Vorgestellt wurde „100 Jahre Zeit“ jetzt bei einer kleinen Lesung in der Buchhandlung „Scheck“. Musikalisch umrahmt von Thorsten Schöpp am Piano entführten Ulla Meyer, Herausgeberin und Leiterin der Schreibwerkstatt, sowie die Autoren Ursula Stockmann, Heidi Tiedt und Elke Möller mit vorgelesenen Ausschnitten aus dem Buch ihre Zuhörer in längst vergangene Epochen, angefangen 1914, als in Berlin noch Wilhelm II. regierte und sich in der Kurzgeschichte „Der Kaiser kommt“ einige besonders monarchietreuer Hamburger Touristen von ein paar naseweisen Berliner Gören hinters Licht führen lassen. Das Lebensgefühl der zwanziger Jahre ließ Meyer in der Kurzgeschichte „Friedensringe“ wieder auferstehen: Wie es damals war, mit einem Automobil von Hannover aufs Land zu fahren und dabei ständig von Pferdefuhrwerken aufgehalten zu werden, dass Röcke auf einmal nur noch knielang getragen wurden und es einen ungeheuren Skandal bedeuten konnte, wenn sich eine Frau in der Öffentlichkeit eine Zigarette ansteckte.

 Düster wurde es in der Geschichte „Die braunen Männer“, als das literarische Kaleidoskop in die Epoche schwenkte, als in Deutschland der Stechschritt der braunen Horden erklang und auf einmal Nachbarn und Mitschüler von einem Tag auf den anderen verschwinden konnten.

 Deutlicher lockerer und humorvoller wurde die Nachkriegszeit unter Überschriften wie „Hausfrauenreport“ oder „Saturday Night Fever“ ins Blickfeld genommen. Thematisiert wurden auch die Mondlandung, das Wirtschaftswunder und die erste große Liebe im eigenen VW Käfer. Schauplätze der Kurzgeschichten sind überwiegend die Wunstorfer Heimat der Autoren und deren Umfeld.jp

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