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Ein bisschen wie ein Synthesizer

Orgel-Besichtigung Ein bisschen wie ein Synthesizer

 Einmal die große Orgel der Stadtkirche von innen sehen, das durften unlängst rund 20 Kinder des Musikgartens der Musikschule Schaumburger Märchensänger. Kantor Siebelt Meier hatte sich an diesem Nachmittag extra viel Zeit für die kleine Gruppe genommen.

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Siebelt Meier spielt die große Orgel der Stadtkirche.

Quelle: mig

Bückeburg (mig).  Gemeinsam mit Patricia Meier-Loebelt erklärt er den Mädchen und Jungen die Janke-Orgel, die als Neubau aus dem Jahr 1997 stammt, und auch die mitgekommenen Eltern hören interessiert zu. Ursprünglich ist die Orgel 1617 durch Esajas Compenius I. erbaut worden. Der Neubau ( unter Verwendung des rekonstruierten Gehäuses und mit Registern der Hammer-Orgel von 1965) war notwendig geworden, weil das Gehäuse 1962 bei einem Brand zerstört wurde.

 Dass das große Instrument dem Kantor am Herzen liegt, merkt man, wenn man ihm länger zuhört. Meier redet über den Aufbau der Orgel („weit mehr als 3000 Pfeifen“) und über die Länge der Pfeifen ( bis zu zehn Meter lang“). An mehreren bereitgelegten Pfeifen demonstriert er, wie ein Ton entsteht. „Pfiiii“, klingt es. „Aaah“, machen die Kinder. Dann dürfen sie selbst ran. Lena beispielsweise, die eine ganz kleine Pfeife blasen darf. Gar nicht so einfach, findet die Achtjährige. „Du musst die Lippen ein bisschen in Schwingung bringen“, rät der Organist. Jetzt geht’s – und zwar richtig gut.

 Weiter geht es mit etwas Theorie. Meier erzählt von Klangfarben und Registern, von Tönen, die sich anhören wie eine Trompete, Flöte oder Klarinette. Ein bisschen wie ein Synthesiszer, meint ein Erwachsener leise. Ganz unrecht hat er damit nicht, denn was heute nur noch wenige wissen: Die Orgel war mal eine moderne Musikmaschine, die ein ganzes Orchester ersetzte und die in manchen calvinistischen Gemeinden lange Zeit verboten war.

 Ein kleines „Geheimnis“ hat übrigens auch die Orgel in Bückeburg. Nur wenige Meter vom Spieltisch entfernt, führt eine kleine Tür ins Innere der Orgel. In kleinen Gruppen dürfen die Kinder in den Bauch des Instrumentes steigen. Ein merkwürdiges Gefühl, findet Lena. „Wie ein Geheimgang“, sagt sie.

 Den Schlusspunkt setzt dann wieder Kantor Siebelt Meier. Noch einmal jubilieren die Flöten, noch einmal grummeln die Posaunen. Die Kinder machen große Augen. Das ist musikalische Früherziehung par excellence. Nebenbei: die Musikgarten-Kurse sind für Kinder im Alter von vier Monaten bis viereinhalb Jahre geeignet. Das Konzept wurde von der amerikanischen Montessori-Pädagogin Lorna Lutz-Heyge entwickelt und sieht vor, Kindern und deren Eltern auf spielerische Weise einen ersten Kontakt zum eigenen Musikmachen zu vermitteln. Die Leitung der Kurse hat Diplom-Musikpädagogin Patricia Meier-Loebelt.

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