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Ein echter Hörgenuss

Bachs Weihnachtsoratorium krönt die Festtage Ein echter Hörgenuss

Mit einem kirchenmusikalischen Ausrufezeichen – der 6. Kantate aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach – sind in Bückeburg die Festtage zu Ende gegangen.

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Könner im Klangraum Kirche: Das Barockorchester L’Arco musiziert mit Kantorei und Märchensängern.

Quelle: mig

Bückeburg. Außer Kantorei und Schaumburger Märchensängern musizierten das Barockorchester L’Arco und die Solisten Sarah Davidovic (Sopran), Stephanie Rüther (Alt), Florian Lohmann (Tenor) und Daniel Eggert (Bass).

 Das Weihnachtsoratorium gehört zu Weihnachten wie Lebkuchen und Adventskalender. Kaum eine größere Stadt, in der das Werk nicht aufgeführt würde. Die Vorfreude, sowohl bei den Musikern, als auch bei den Zuhörern ist groß. Und das zurecht, wie sich alle Jahre wieder zeigt: In Bachs Werk gibt es viel zu entdecken – von kunstvollen Kantatensätzen über geistliches Liedgut bis hin zu erhebenden Arien. Hier wird Weihnachten noch einmal in all seinen Facetten gefeiert. Mal mit Pauken und Trompeten, dann andächtig und inniglich. Es gibt kaum eine Komposition, der das so gut gelingt.

 Landesbischof Karl-Hinrich Manzke dankte allen Sponsoren für ihren Einsatz und bezeichnete den zweiten Weihnachtstag als das richtige Datum für die Aufführung der 6. Kantate des Oratoriums. Das Oratorium böte eine gute Gelegenheit, das Fest ausklingen zu lassen. Besonders erfreut zeigte sich der Landesbischof über die Mitwirkung der Schaumburger Märchensänger: „Wenn ich in ihre lachenden Gesichter sehe, macht mich das ganz froh.“

 Das Oratorium selbst beginnt dann mit Pauken und Trompeten. Erst kommen fünf Trommelschläge, danach folgen blitzsaubere Fanfaren, fein trillernde Flöten und fröhlich-präzise Streicher. Das hat was von einer höfischen Zeremonie und fordert zugleich all unsere Aufmerksamkeit. Richtig los geht’s mit dem Jubelsturm der 1. Kantate – die Spannung kulminiert im „Jauchzet, frohlocket“ der Sänger. Barocker Glanz auch in der 6. Kantate. Die Trompeten setzen die Akzente, dahinter und darunter rumort der Chor (Leitung Siebelt Meier und Sascha Davidovic). „Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben“, braust es durch die Kirche – der Chor bildet ein homogenes, strahlendes Klanggerüst.

 Und der Zuhörer? Er ist begeistert, ergriffen. Bachs Werk – gebildet aus prächtigen, reich orchestrierten Jubel-Chören, anrührenden Arien und schlichten Chorälen – macht Weihnachtsfreude greifbar und strotzt vor schönen, fast opernhaften Melodien. Großartig, wie der Chor die Bach’schen Fugati mit traumwandlerischer Präzision umsetzt. Großartig auch seine rhythmische Präzision und die Leuchtkraft im Detail, die das Ensemble ein ums andere Mal effektvoll auftrumpfen lassen.

 Dazu kommt ein gutes Händchen in der Auswahl des Solisten-Ensembles: Florian Lohmann, der als eloquenter Evangelist eine virtuose Koloraturtechnik und vorzügliche Diktion mitbringt. Oder Sarah Davidovic, die über einen strahlenden klangschönen Sopran verfügt. Dazu Stephanie Rüther, die mit einer weichen, runden Altstimme glänzt, und Daniel Eggert, der mit einem noblen, vollmundigen Bass überzeugt. Ebenfalls erwähnt werden soll das großartige Barockorchester L’Arco, das einen profunden, mal pompösen, dann wieder filigranen Barock-Sound liefert und eine optimale klangliche Balance zum Chor findet.

 Kurzum: ein echter Hörgenuss. Zum Schluss gab es eine unfreiwillige Lernstunde in Sachen Klang/Lärm. Kaum war der letzte Ton verklungen, fuhr draußen ein Krankenwagen mit Alarmsirene vorbei. Schon im Mittelteil hatte es einen ähnlichen Vorfall gegeben. Die Musiker wollten gerade zu spielen anfangen, als plötzlich das Geläut anging. Heiterkeit im Publikum. Der Alltag hat uns wieder. mig

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