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„Ein heiliges Experiment“

Bückeburg „Ein heiliges Experiment“

Im Norden, im Süden, im Osten und im Westen – sprich: in Cuxhaven, in Bückeburg, in Helmstedt und in Hannoversch Münden – ist am Sonntag das Jubiläumsjahr zum 1200-jährigen Bestehen des Bistums Hildesheim eröffnet worden.

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Blicken positiv in die Zukunft: Generalvikar Werner Schreer (von links), der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats St. Marien, Johannes Kersting, und Pfarrer Bogdan Dabrowski beim Empfang im Gemeindesaal.

Quelle: mig

Bückeburg. „Auf diese Weise wollen wir ein Zeichen setzen, dass das Bistum in seiner ganzen Erstreckung feiert“, sagte Generalvikar Werner Schreer, der in der örtlichen St.-Marien-Gemeinde, einem der geografischen Eckpunkte des Einzugsgebiets, den Gottesdienst leitete.

 Das Bistum Hildesheim ist groß. 30000 Quadratkilometer Fläche mit weit mehr als 600000 Katholiken. Bis Bremerhaven reicht das Einzugsgebiet, rein rechnerisch ist das Bistum eines der flächengrößten in Deutschland. Und doch gilt ein großer Teil des Gebiets als Diaspora (11,4 Prozent der Einwohner sind römisch-katholisch). Nur das Dekanat Untereichsfeld sowie die Dörfer des alten „Stifts“ im Raum Hildesheim haben eine katholische Bevölkerungsmehrheit.

 Zu Beginn sollte ein Zeichen gesetzt werden

 Damit das Jubiläumsjahr nicht nur im Zentrum gefeiert wird, sollte gleich zu Beginn ein „Zeichen gesetzt“ werden, wie Schreer am Rande des Gottesdienstes in Bückeburg ausführte. „Wir wollten nicht nur da feiern, wo wir stark sind, sondern auch an den Rändern, wo wir nicht so stark sind“, sagte Schreer. Die Idee, Würdenträger an alle Eckpunkte des Bistums zu schicken und dort einen besonderen Gottesdienst zu feiern, habe vor allem ein Ziel: „Wir wollen zeigen, das wir gemeinsam feiern, und wir wollen den Schwung daraus mitnehmen“, gab Schreer zu verstehen.

 Und die in Zukunft anstehenden Aufgaben, wie die (Rück-)Gewinnung von Mitgliedern? „Da sollten wir mit einer 1200-jährigen Geschichte im Rücken nicht verzagt sein“, sagte Schreer, der auch das Motto „Ein heiliges Experiment“ so verstanden wissen will. Tatsächlich hat das Bistum Hildesheim in seiner Geschichte immer wieder Höhen und Tiefen erlebt: von der Zeit der großen heiligen Bischöfe Bernward und Godehard bis hin zur Zerstörung des Doms im Zweiten Weltkrieg.

 Bischof Norbert Trelle schreibt dazu im Vorwort zum Jubiläums-Programm: „In der Geschichte unseres Bistums standen alle Generationen vor der Aufgabe, den Glauben und das kirchliche Leben in ihre Zeit zu übersetzen. Sie haben gefragt und versucht, sie hatten Erfolg – oder sind gescheitert und haben neu gefragt.“ Kurzum: „Sie haben experimentiert.“ 1200 Jahre Bistum Hildesheim, so Trelle, seien „ein heiliges Experiment“. Im Modus des „Experimentierens“ oder besser der Neuorientierung befindet sich das Bistum spätestens seit der Jahrtausendwende. Aufgrund des Rückgangs von Mitgliederzahlen und des Priestermangels wurde 2003 das Konzept „Eckpunkte 2020“ erarbeitet, dass unter anderem direkte Einsparungen (beispielsweise durch Schließung von Einrichtungen) und eine Verringerung der Anzahl der Gemeinden (durch Zusammenlegung wie in Schaumburg, wo Bückeburg, Obernkirchen, Bad Eilsen und das Auetal zu einer Gemeinde mit rund 6000 Gläubigen zusammengelegt wurden) vorsieht.

 Entwicklung vor Ort fördern

 Neue Wege geht das Bistum auch bei der „lokalen Kirchenentwicklung“, die die eigenständige Entwicklung und Konkretisierung von Kirche vor Ort fördert. „Vielerorts machen wir die Erfahrung, dass Dinge völlig neu erprobt werden müssen – auch auf die Gefahr hin zu scheitern“, steht im Programmheft zu lesen.mig

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