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Ein klares „Nein“

Bahnausbau bei Achum Ein klares „Nein“

Auf welche Weise wird der vom Bundesverkehrswegeplan 2030 geforderte Bahnausbau zwischen Achum und Porta Westfalica verwirklicht? Nach Meinung von Wirtschaftsminister Olaf Lies und des Landtagsabgeordneten Karsten Becker (beide SPD) auf keinen Fall in Gestalt einer Neubautrasse.

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Olaf Lies stellt sich den Fragen aus dem Publikum, rechts Vertreter der Bürgerinitiative Bigtab.

Quelle: jp

Bückeburg. Ein trassenferner Ausbau, den viele befürchten und der unter anderem von der Bürgerinitiative Bigtab bekämpft wird, sei aufgrund des Widerstandes in der Region auf Jahrzehnte hinaus nicht umsetzbar, erklärten der niedersächsische Wirtschaftsminister sowie der SPD-Landtagsabgeordnete unisono bei einem runden Tisch zum Thema Bahnausbau, zu dem die SPD Bückeburg eingeladen hatte.

Wie sehr den Bückeburgern offenbar die Angst vor einer Neubautrasse mittlerweile unter den Nägeln brennt, zeigte die Resonanz auf die Veranstaltung: Kaum ein Platz im Joël-Le-Theule-Saal blieb frei, als die beiden Politiker ihre Sicht auf die Bahnpläne schilderten. Ein „richtiges Ei“ habe der Bundesverkehrswegeplan den Schaumburgern mit der Möglichkeit einer Neubautrasse da ins Nest gelegt, meinte Becker. „Das Ding will hier wirklich keiner. Mit einer solchen Planung kommt der Bund auch in 30 Jahren nicht durch.“ Man werde auf allen politischen Ebenen sämtliche rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um einen solchen Neubau zu verhindern, kündigte Becker an.

Auch Lies sieht in der Neutrasse – egal ob mit oder ohne Tunnel – keine Perspektive, weder jetzt noch in 30 Jahren: „Schlicht nicht tragfähig.“ Seiner Meinung nach sollte man an derartige Überlegungen keine Sekunde Zeit mehr verschwenden. „Denn warum soll man auch etwas planen, was sowieso nie umgesetzt werden kann.“ Aber könnte der Bund nicht auch einen trassenfernen Ausbau gegen den Widerstand der Bevölkerung erzwingen? „Definitiv nein“, betont Lies.

Trassennahen Ausbau forcieren

Einen Stillstand in der Planung will der Verkehrsminister dennoch nicht, im Gegenteil. Denn: „Es gibt schließlich eine allgemein akzeptierte Lösung, nämlich den trassennahen Ausbau.“ Diesen möchte Lies forciert vorantreiben, und zwar nach dem Vorbild der Y-Trasse. Diese war als Neubaustrecke zwischen Hannover, Bremen und Hamburg im Bundesverkehrswegeplan 2003 vorgestellt, aufgrund des massiven Widerstandes in der Bevölkerung aber rund zehn Jahre später verworfen und durch einen Ausbau der Bestandsstrecken unter dem Titel „Alpha-E“ ersetzt worden. Niedersachsen hatte dabei mit dem Dialogforum „Schiene Nord“ zu der Lösungsfindung beigetragen.

Lies sieht zum Bahnausbau im Bereich Schaumburg Parallelen: Auch dort müsse es bei der Planung eine Vereinbarung aller Beteiligten geben, dass nur der trassennahe Ausbau umsetzbar sei. Das tragende Argument sei dabei ein verbesserter Lärmschutz für die Anlieger der bestehenden Trasse. Der werde nur Realität, wenn trassennah ausgebaut werde.

Die Hände in den Schoß legen und darauf hoffen, die Politik werde es schon richten, dürfe man jetzt aber auf keinen Fall, mahnten sowohl Lies als auch der Bückeburger Ratsvorsitzende Reinhard Luhmann. Nur wenn die Region zusammenstehe und weiter ihre Ablehnung gegen eine Neubautrasse zum Ausdruck bringe, sei zu erwarten, dass Bund und Bahn sich bewegten. „Wir haben eine gute Lösung, aber noch keine Unterschrift darunter“, so Lies. Es ergebe keinen Sinn, eine Region jahrzehntelang in Aufruhr zu versetzen, aber keinen Millimeter voranzukommen. Unterm Strich zeigte sich Lies optimistisch: „Wir haben das bei ‚Alpha-E’ gelöst, und ich bin mir sicher, dass wir das auch hier lösen werden.“ jp

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