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Ein wichtiger Baustein

Gesetz zur Prozessbegleitung Ein wichtiger Baustein

Das am 1. Januar 2017 in Kraft tretende Gesetz zur Psychosozialen Prozessbegleitung ist Thema einer Informations- und Diskussionsveranstaltung gewesen, zu der das Niedersächsische Opferhilfebüro in den großen Sitzungssaal des Landgerichts in Bückeburg eingeladen hatte.

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Dagmar Freudenberg (von links), Stefanie Otte, Dagmar Behrens und Juliane Franke erläutern den Sinn und die Vorzüge der Psychosozialen Prozessbegleitung.

Quelle: bus

Bückeburg. „Endlich ist es soweit, das ist für uns ein langer Weg gewesen“, gaben Dagmar Behrens und Juliane Frank seitens des Bückeburger Opferhilfebüros zu verstehen. Das Gesetz werde bei Opfern von Straftaten zur Reduzierung der Belastungen beitragen.

Sowohl Frank und Behrens als auch Eike Höcker (Präsidentin des Landgerichts Bückeburg) und Frank Hirt (Oberstaatsanwalt und Vorstandsvorsitzender im Bückeburger Opferhilfebüro) stellten die gute Zusammenarbeit zwischen dem 2002 gegründeten Büro und den zuständigen Behörden heraus. Die reibungslose Kooperation komme gewissermaßen einer Tradition gleich, so Höcker. Zudem verfüge das Büro mittlerweile über eine hervorragende Vernetzung.

Die aus Göttingen angereiste Staatsanwältin Dagmar Freudenberg (Vortragsthema: 3. Opferrechtsreformgesetz – Implementierung der Psychosoziale Prozessbegleitung) und Stefanie Otte (Staatssekretärin im Niedersächsischen Justizministerium) erhellten Details der Neuregelung.

Freudenberg bezeichnete das Gesetz als „letzten Baustein in einem um die Verletzten gebauten rechtlichen Rahmen“. Zu Beginn ihrer Tätigkeit als Staatsanwältin in den frühen 1980er Jahren sei der der Umgang mit Zeugen im Gerichtssaal „zum Teil nicht schön“ gewesen. „Damals waren sie objektive Beweismittel und wurden nicht als Menschen betrachtet.“ Was sich Gott sei Dank geändert habe. „Trotz allen Bemühens werden wir Straftaten letztlich nicht endgültig verhindern können“, so Freudenberg. „Aber wir haben gemeinsam mit den von Straftaten betroffenen Opfern und Verletzten die Verpflichtung, sie so zu begleiten, dass sie die Folgen ertragen können.“

Opfer von Straftaten unterstützen

Otte sagte: „Die Psychosoziale Prozessbegleitung dient der Unterstützung von Opfern von Straftaten. Sie beinhaltet die professionelle Betreuung und Unterstützung der durch eine Straftat Verletzten. Dazu gehört zum Beispiel die Aufklärung über den Ablauf des Strafverfahrens und die Rolle als Zeugin oder Zeuge. Es geht im Kern darum, die Verletzten so weit wie möglich in ihrer Aussagefähigkeit und damit in ihrer Rolle als Zeugin oder Zeuge zu stärken und gleichzeitig die Konfrontation mit dem Beschuldigten abzufedern.“

Im Ministerium, legte die Staatssekretärin dar, werde unterdessen bereits an weiterführenden Themen gearbeitet. Dabei gehe es darum, Informationen noch besser und schon im Vorfeld von Strafverfahren in der Gesellschaft so weit zu streuen, dass sie sofort abrufbar seien. „Wenn eine Straftat erfolgt ist oder eine Verletzung vorliegt, ist es uns ein Anliegen und auch eine Herausforderung, die Informationen dann schon soweit verbreitet zu haben, dass das Umfeld dem oder der Verletzten sofort Informationen geben kann“, verdeutlichte Otte.

Zudem sei von Belang, dass nicht nur die beruflichen Akteure wie Staatsanwaltschaft oder Polizei, sondern dass im Grunde genommen die Gesellschaft wisse, welche Möglichkeiten zu helfen es gebe. Die Staatssekretärin: „Die Psychosoziale Prozessbegleitung ist ein wichtiger und wesentlicher Baustein, aber die Information in die Gesellschaft zu bringen, und zwar unabhängig von einer Gefahrenlage, ist nicht minder wichtig.“ bus

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