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Einblick auch in Privatwohnung

Aktion für Flüchtlinge Einblick auch in Privatwohnung

Eine von Alexander zu Schaumburg-Lippe persönlich gestaltete Besichtigung von Schloss Bückeburg ist Höhepunkt einer Aktion gewesen, die jungen Leuten mehrere Sehenswürdigkeiten der Ex-Residenz aus nächster Nähe vor Augen geführt hat.

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Alexander zu Schaumburg-Lippe (links) erläutert Details des Weißen Saals.

Quelle: bus

Bückeburg. An der vom Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt (Awo) organisierten Unternehmung beteiligten sich rund 20 14- bis 18-jährige Afghanen, Syrer und Tschetschenen, die seit Herbst des Jahres 2015 in Bückeburg leben.

„Wir freuen uns, dass der Hausherr unseren neuen Mitbürgern dieses Erlebnis ermöglicht“, sagte Awo-Chef Stephan Hartmann. Er teilte zudem mit, dass die Stadtbegehung über ein Programm zur Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements in der Flüchtlingshilfe des Landes Niedersachsen finanziert wurde.

Im Verlauf der rund anderthalbstündigen, über die traditionelle Route – Innenhof, Kapelle, Festsaal, Rauchersalon, Jagdzimmer, Gobelinsaal, Goldener Saal – führenden Tour erlebten die Besucher etliche Besonderheiten, die gewöhnliche Besichtigungen nicht zu bieten haben. Etwa, dass der Gastgeber hinter dem Orgelprospekt der Kapelle verschwand und kurze Zeit darauf den beeindruckenden Silbermann-Sound des elektronischen Kircheninstruments erklingen ließ.

Herzen von Kreuzrittern

Darüber hinaus erfuhren sie, dass in der Kapelle unter mit goldenen Kreuzen versehenen Platten Herzen von Kreuzrittern zu finden sind, „die damals dahin gezogen sind, wo Sie herkommen, und die dort ihr Wesen oder Unwesen getrieben haben“.

Oder, dass Urgroßvater Georg Wilhelm in den 1840er Jahren nicht nur die hiesige Eisenbahn bauen ließ, sondern diese 1869 auch verkaufte. Und zwar für eine Summe, die heute mit mehr als 16 Milliarden Euro zu Buche schlagen würde. Oder, dass der im Gobelinsaal stehende, rund 270 Jahre alte Chronometer, noch immer auf die Sekunde genau geht. „Nach dem können Sie noch heute Ihre Uhr stellen“, so der Schlossherr.

Aufschlussreich auch die Ausführungen des Adeligen zu den Beziehungen von Fürst Ernst (1601 bis 1622) zu Geheimwissenschaften und insbesondere zur Alchemie. „Er dürfte Mitglied eines geheimen Zirkels gewesen sein oder die Mitgliedschaft zumindest angestrebt haben“, meinte der Hausherr mit Blick auf die an der Decke des Goldenen Saales dargestellten vier Elemente des Aristoteles – Wasser, Feuer, Erde, Luft – und die Vorstellungen des griechischen Philosophen von der Quintessenz, dem „fünften Element“.

Einladung durch Schlossherr

Alexander zu Schaumburg-Lippe überraschte seine Gäste im Anschluss an die Tour mit einer Einladung in seine Privatwohnung. „Hohe Gäste pflege ich immer mit einem Gongschlag zu begrüßen“, gab der Schlossherr eingangs zu verstehen, als er eine mächtige Metallscheibe zum Klingen brachte. Anschließend gab’s vom Gastgeber aufgetischte Erfrischungsgetränke und weitere Einblicke in das Familienleben. Dabei stieß speziell bei den weiblichen Besuchern eine Darstellung auf Interesse, die die Urgroßmutter des Hausherrn als dreijähriges Kind zeigt.

„Ganz, ganz toll“, sei die Führung gewesen, erklärte Fareshda anschließend. „Ich habe viele wunderschöne Sachen gesehen und viele Wörter gelernt.“ Positiv sei zudem, dass Alexander zu Schaumburg-Lippe auch Details des Weißen Saals erläuterte – und dass er „sehr schlau und ganz nett“ sei. „Er hat alles gut erklärt und ich habe alles gut verstanden“, führte die 19-Jährige aus.

Weitere Stationen der Awo-Tour waren das Rathaus, die Hofreitschule, das Mausoleum und das Museum. Und – ganz wichtig – eine Eisdiele, in der die Eindrücke des erlebnisreichen Tags am Ende gemeinsam besprochen werden konnten. bus

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