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Eine Kirmes ohne Josef Weber? Geht nicht

Bückeburg / Kirmes Eine Kirmes ohne Josef Weber? Geht nicht

Ein Leben für die Kirmes: Josef Weber gehört mit seinem Kinder-Karussell zum Bückeburger Frühjahrsmarkt wie die Maß zum Oktoberfest. Seit rund 60 Jahren hält er der Stadt-Kirmes die Treue – „das ist meine zweite Heimat.

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 Elfriede und Josef Weber: Seit 60 Jahren sind sie bei den Bückeburger Frühjahrs- und Herbstmärkten mit ihrem Kinderkarussell dabei. Und feiern in diesem Jahr auch Diamantene Hochzeit.

Quelle: Foto: mig

Bückeburg. Hier fühle ich mich immer sehr wohl“, sagt er.

 Von oben betrachtet wirkt die Kirmes wie ein bunter Wurm. Überall Lichter und animierte Schilder. „Kauf mich“, sagen sie. Oder: „Hab Spaß.“ Vor allem für die Kleinsten ist der Bückeburger Frühjahrsmarkt ein großes Erlebnis. Der Geruch von Zuckerwatte. Das Heulen der Fahrgeschäfte. „Bitte, darf ich?“, betteln sie und deuten mit ihren kleinen Fingern auf Popcorn oder die Wurfbude. Auch Josef Weber hat an seinem Kinderkarussell viel zu tun. Gemeinsam mit Frau und Tochter verkauft er kleine Plastikmünzen und hilft beim Einweisen der „Fahrschüler“. Kommen Bekannte an den Stand, wird erst einmal ein kleines Schwätzchen gehalten. Ein Bückeburger Frühjahrsmarkt ohne Josef Weber? Einfach undenkbar!

 Thomas Bernsdorff aus Obernkirchen ist schon als Zehnjähriger im Karussell „Biene Maja“ gefahren. Jetzt setzt er seine Tochter in das rot bemalte Feuerwehrauto und winkt ihr bei jeder Umdrehung zu. „Mit Herrn Weber verbinde ich Erinnerungen an früher“, sagt er. Und: „Ich denke immer an meine Kindheit, wenn ich ihn sehe.“

 Josef Weber freut sich, wenn er so etwas hört. Er selbst musste als Kind in der Seesturmbahn seiner Eltern arbeiten, fürs Vergnügen blieb da nur wenig Zeit. „Wir haben bei einem Bauern in der Umgebung geholfen und bekamen dafür Kartoffeln“, erzählt er. An Bückeburg, das er seit mehr als 70 Jahren kennt und das er seit 60 Jahren selbstständig anfährt, hat er trotzdem nur gute Erinnerungen: „Ich bin in der Stadtkirche konfirmiert worden und in der Herderschule zur Schule gegangen. Das hier ist meine zweite Heimat, in die ich immer gerne zurückkomme.“

 Einfacher ist die Arbeit allerdings nicht geworden. Das Geld wird knapper, dazu kommen die hohen Energiekosten und andere Probleme. Warum er die Preise dennoch nur selten erhöht? „Weil wir es für die Familien machen, und die haben einfach nicht mehr“, erläutert Weber. Für den Frühjahrsmarkt in Bückeburg zieht der 84-Jährige ein – vorläufig – positives Fazit. „Die Resonanz ist gut, und es ist trocken. Wichtig ist, was schlussendlich rauskommt, die Stunden selbst zählen wir als Familienbetriebe ja gar nicht.“ Nur über eines ärgert sich Weber: dass manch ein Betrieb vor dem offiziellen Ende schließt. Das vergraule Besucher und sei „nicht gut.“

 Neben dem kleinen Jahrmarkts-Jubiläum feiert Josef Weber in diesem Jahr auch die Diamantene Hochzeit mit seiner Frau Elfriede. Seit 60 Jahren sind die beiden verheiratet – zur Ruhe setzen wollen sie sich aber noch lange nicht. „Wir machen weiter, solange es geht, und helfen meiner Tochter mit dem Karussell. Nach Bückeburg wollen wir noch oft zurückkommen“, verspricht der Herforder.

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