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Eine Liste, die nie endet

Depression Eine Liste, die nie endet

Depression ist eine häufige Erkrankung. Sie ist so „normal“ wie Diabetes oder Bluthochdruck und kann wirklich jeden treffen – Menschen aus allen Altersgruppen und aus allen Berufen.

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Andreas Ahrens-Sander

Quelle: mig

Bückeburg. Einer dieser Menschen ist Andreas Ahrens-Sander, der auf Einladung des „Schaumburger Bündnisses gegen Depression“ in der Bückeburger Begegnungsstätte aus seinem neuen Buch vorgelesen hat. Das heißt „Vom Abgrund zurück ins Leben“ und beschreibt seinen (Überlebens-)Kampf gegen die Depression.

Denn im Grunde hat Ahrens-Sander diese Zeit nur mit viel Glück und guten Freunden überlebt. Der Autor erzählt gleich zu Beginn, dass er sich damals eigentlich habe umbringen wollen, er aber Hemmungen gehabt habe. Sein Sohn habe ihn im und am Leben gehalten.

Der Beginn der Krankheit war schleichend. Ahrens-Sander spricht vom Stress im Job. „Ich habe viele problematische Gespräche mit Kunden geführt. Irgendwann war es so weit, dass ich das nicht mehr abschütteln konnte.“ Die berufliche Belastung sei – trotz eines verständnisvollen Chefs – groß gewesen.

Überhaupt sei damals viel zusammengekommen. Eine Verwandte wurde in ein künstliches Koma versetzt, nur noch von der Herz-Lungen-Maschine am Leben gehalten. Ahrens-Sander setzte dieses Erlebnis sehr zu: Er habe sich gefragt: Was mache ich eigentlich noch hier? Er habe keine Lust mehr gehabt, morgens aufzustehen. Erst dann habe er erfahren, dass er eine Depression habe. In der Folge wurde ihm eine Reha verschrieben. Dort habe er versucht, Antworten und Lösungen zu finden. Ohne Hilfe von außen sei das nicht zu schaffen. Die Gespräche, der andere Blickwinkel, hätten ihm sehr geholfen. „Ich konnte die Situation neu bewerten.“

Ängste neu einordnen

So habe er seine Ängste einordnen können. Besonders schlimm sei immer gewesen, wenn sich die Ängste verselbstständigt hätten, erzählt Ahrens-Sander. „Mir wurde dann geraten der Angst ins Auge zu blicken“ – ein Rat, den er auch nach der Reha befolgt habe. Wenn ihn die Gedanken wieder mal nicht zur Ruhe kommen lassen, schreibe er sie auf und sortiere sie „nach dringlichen und schnell erledigbaren Sachen“.

Eine weitere Möglichkeit sieht er darin, „nicht immer sofort zu allem Ja zu sagen“. Es sei wichtig, die eigene Leistung wertzuschätzen und sich erreichbare Ziele zu setzen. Zwar habe er immer noch Einbrüche, aber nicht mehr so häufig. Es sei entscheidend, sich dabei stets klarzumachen, „dass es wieder besser wird“.

Ahrens-Sander hat sein Leben völlig umgekrempelt. Heute treibt er Sport, lernt viele neue Leute kennen und geht mit seinem Sohn ins Fußballstadion. „All das steht auf einer Liste, die ich aufgestellt habe, und die nie enden wird. An dieser Liste kann ich mich festhalten.“ mig

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