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Einer der letzten Kripo-Klassiker

Pension Einer der letzten Kripo-Klassiker

Mit 63 Lebensjahren, von denen er 46 Jahre im Dienst des Landes Niedersachsen und davon 43 Jahre in Bückeburg gearbeitet hat, ist gestern der Polizeibeamte Burkhard Rolfsmeier, einer der letzten klassischen Kripo-Beamten des ehemaligen Kriminalkommissariates Bückeburg, in Pension gegangen – einen Tag vor seinem Geburtstag.

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Werner Steding (rechts) verabschiedet Burkhard Rolfsmeier in den Ruhestand.

Quelle: RC

Bückeburg. Dass er 43 Jahre in Bückeburg bleiben würde, hatte ihm schon nach einem Vierteljahr Dienstzeit in der ehemaligen Residenzstadt sein damaliger Schichtführer prophezeit: „Hier ist es einfach schön.“

 Die dienstliche Vita des aus Lerbeck stammenden Bückeburger Familienvaters begann 1970, als er noch als Polizeiwachtmeister in Hannoversch Münden mit der Ausbildung begann. Danach ging es für den „Schutzmann“ in die Bereitschaftspolizei nach Braunschweig, wo der Sportbegeisterte die Gunst der Stunde nutzte und sich auf eigene Initiative als Einsatzbeamter für die Olympischen Spiele 1972 in München meldete.

 Ab April 1973 war dann der Beamte Rolfsmeier bis gestern fester Bestandteil des Stammpersonals, der Polizei Bückeburg, zunächst fünfeinhalb Jahre als „Schutzmann“, wie die damals im Streifendienst tätigen Polizeibeamten hießen.

 Über die damalige Bückeburger Polizeiwache des Polizeiabschnittes Schaumburg-Lippe kam er 1978 zum Kriminalkommissariat Bückeburg. Die Ernennung zum Kriminalkommissar erfolgte 1998 nach einem Aufstiegslehrgang zum gehobenen Dienst. In den vergangenen Jahren lag das Arbeitsfeld im Kriminalermittlungsdienst rund um die Deliktbereiche Einbruch, Raub und Betäubungsmittel, dessen Leitung mit einer Beförderung zum Kriminalhauptkommissar verbunden war.

 Erlebt hat Rolfsmeier in 43 Jahren Dienstzeit so einiges, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung schilderte. Ein positives persönliches Highlight war sein Dienst während der Olympiade in München.

 Negative Höhepunkte die tödlichen Unfälle in seiner Zeit als Schutzmann. Damals zählte man noch zwischen 15000 bis 16000 Verkehrstote jährlich, Sicherheitsgurte waren keine Vorschrift. Haften geblieben ist unter anderem ein Unfall an der Klus in Röcke, wo ein Mitschüler aus einem Auto geschleudert und getötet wurde. Rolfsmeier: „Das muss man als junger Mensch erst mal verarbeiten.“

 Nach seinem Wechsel zum Kriminalkommissariat gehörten Fälle im Einbruchs- und Raubbereich zu seinen Aufgaben. Er hatte mit „Hochkarätern“ zu tun aber auch mit hunderten Kleinkriminellen.

 Bedroht worden sei er sogar mehrmals. Einmal seien er und Kollegen von einer Ehefrau angerufen worden, die einen Schuss in einer Scheune gehört hatte, wohin ihr Mann gerade gegangen war. Nach einer Durchsuchung sei der Mann gefunden worden, eine Waffe neben sich liegend. „Als ich die Waffe sichern wollte, hielt er sie mir plötzlich an meinem Kopf.“ Ihm sei es zum Glück gelungen, unverletzt aus der Situation herauszukommen. „Ich hab Riesenglück gehabt.“ Selbst geschossen hat er in 43 Dienstjahren nur ein Mal: „Das hat den Täter aber nicht weiter beeindruckt.“

 „Der wertgeschätzte Mitarbeiter und Kollege“, so der Leiter des Polizeikommissariates Werner Steding bei der Verabschiedung, verlängerte abschließend auf eigenen Wunsch seine Lebensarbeitszeit um ein Jahr und wurde gestern bei einer Feier von seinen Kollegen in seinem 43. Dienstjahr bei der Polizei Bückeburg verabschiedet.

 Als Erstes plant der Ehemann und Vater zweier Kinder eine Radtour: nach Regensburg, um seine Tochter zu besuchen, und auf der Rückfahrt in Frankfurt seinen Sohn. Wie ohnehin Radfahren, Schwimmen und Skifahren seine Hobbys sind.

von Raimund Cremers

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