Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 4 ° Regen

Navigation:
Einmal einen ganzen Tag lang Prinzessin sein

Bückeburg / "Wünsch dir was" Einmal einen ganzen Tag lang Prinzessin sein

Einmal einen ganzen Tag lang eine Prinzessin sein. Dieser Wunsch wurde für Yara (6) und Pia (8) auf Schloss Bückeburg Wirklichkeit. Beide Kinder sind schwer krank, leiden an Krebs beziehungsweise Mukoviszidose. Für Alexander zu Schaumburg-Lippe und Erbprinz Heinrich-Donatus war es klar, als „Wünsch Dir was – Verein für schwer kranke Kinder erfüllt Herzenswünsche“ an das Schloss herantat, ob nicht der Wunsch der beiden Mädchen hier in Bückeburg erfüllt werden könnte: „Klar, machen wir.“

Voriger Artikel
Befristete Verträge für die Betreuungskräfte
Nächster Artikel
McDonald’s-Ansiedlung brutzelt vor sich hin

Für einen Tag Prinzessin: Für die schwer kranke Yara (von links) und Pia geht ein Herzenswunsch in Erfüllung. Und die beiden treffen sogar einen echten Prinzen in Person von Erbprinz Heinrich-Donatus, während Schlossführer Oliver Glissmann erklärt, was unter der Decke des Weißen Saals zu sehen ist. © rc

Bückeburg (rc). Und Vater und Sohn ließen es sich nicht nehmen, bei dem besonderen Tag der beiden dabei zu sein. Die beiden Mädchen, passend in Kleider von Prinzessinnen gekleidet, genossen ihren Tag. Gebannt lauschten sie den Geschichten von Schlossführer Oliver Glissmann, der ihnen von Kunibert und Rosa erzählte, die vor 700 Jahren das Schloss gebaut haben.

„700 Jahre, könnt Ihr Euch das überhaupt vorstellen?“ fragte er. „Ja, können wir“, die forsche Antwort. „Und wie viel Blattgold ist in der Schlosskapelle verarbeitet? Genau, der Inhalt eines Kartons Waschmittel.“ Über den roten Teppich – wie richtige Prinzessinnen – ging es hinauf in den Ballsaal. „Wie sind die großen Bilder aus Italien nach Deutschland gekommen? Gerollt wie ein Poster.“

Dann klapperte es im Hintergrund. „Das Schlossgespenst! Wo sich das wohl versteckt?“ Oliver Glissmann sprach’s. Und riss mit einem so lauten „Huhu“ eine Seitentür auf, dass allen der Schreck in die Glieder fuhr. Nur die beiden Prinzessinnen lachten und freuten sich.

Wozu ihnen in der Vergangenheit nicht immer zumute war. Yara zum Beispiel ist an Krebs erkrankt, hatte im Januar 2010 ihre 14. Chemotherapie. Seitdem gilt sie als geheilt, wie ihre Eltern Tanja und Frank Luttmann berichteten: „Obwohl man das erst nach fünf Jahren sagen kann.“ Es waren schwere Zeiten für die gesamte Familie, die aus Vechta kommt: Immer wieder ins Krankenhaus und zu Untersuchungen, immer wieder die Ungewissheit. Dazu galt es, Sohn Yannek zu versorgen. „Und arbeiten mussten wir auch noch.“ Aber: „Man wächst da rein, man hat gar keine andere Möglichkeit und denkt hinterher nur an die guten Sachen.“ Obwohl einem ständig die Angst im Nacken gesessen habe. Dieses Jahr wird Yara eingeschult: „Das hätten wir nie geglaubt.“

Umso mehr freuten sich jetzt alle über die Erfüllung des Herzenswunsches. „Ganz toll, dass so etwas gemacht wird, das ist einfach aufregend“, schwärmten die Eltern, als sie die Freude sahen, mit der Yara und Pia durch das Schloss tobten. „Und dass Fürst und Erbprinz dabei sind. Darüber sind wir ganz erstaunt.“

Wie Gitta Banko als Vertreterin des Vereins erklärte, gibt es „Wünsch Dir was – Verein für schwer kranke Kinder erfüllt Herzenswünsche“ schon seit 1989. Er erfüllt schwer kranken Kindern und Jugendlichen ihre Herzenswünsche, seien es Fahrten auf dem Nürburgring, Besuch im Disneyland oder bei Schauspielern und Sportlern wie Markus Maria Profitlich oder der Springreiterin Nadine Capellmann. Auch ein Ferienhaus wird unterhalten, um Familien schwer kranker Kinder eine gemeinsame Erholung vom Alltag bieten zu können.

Jeder wahr gewordene Traum könne erheblich dazu beitragen, den Lebensmut der kleinen und jugendlichen Patienten zu stärken und die Krankheit einmal vergessen zu lassen: „’Wünsch Dir was‘ kann leider keine Gesundheit schenken, aber jeder erfüllte Herzenswunsch kann ein kleiner Meilenstein auf dem Weg der Schmerzlinderung und der Genesung sein.“

Die Arbeit des Vereins trägt sich aus Spenden und Sponsoren. Er trägt seit 2002 das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen. Der Sitz ist Köln.

• Informationen unter: www.wuenschdirwas.de.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Schaumburg