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Ende einer Fehlbeschaffung

Schulungshubschrauber Ende einer Fehlbeschaffung

Nicht nur mit NH90 und anderen Rüstungsvorhaben gab und gibt es Probleme. Die jetzt erfolgte Neubeschaffung des Basis-Schulungshubschraubers ist vielmehr die Nachwehe einer Entscheidung um die Jahrtausendwende, als die EC135 im September 2000 als neuer Schulungshubschrauber für die in die Jahre gekommene Alouette II beschafft wurde und man 15 Exemplare auf dem Flugplatz Achum stationierte.

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BÜCKEBURG. Im Praxisbetrieb stellte sich schnell heraus, dass der Hubschraubertyp für die Schulung angehender Piloten nur bedingt geeignet ist, weil bestimmte, für die Ausbildung unabdingbare Flugmanöver nicht geübt werden können, wie etwa das sogenannte Autorotationsverfahren, bei der die Flugschüler den Ausfall der Turbinen simulieren und Notlandungen üben. „Als ob ein Fahrschüler auf einem Ferrari lernt“, hatten Experten damals kritisiert.

Damit die damalige Heeresfliegerwaffenschule dennoch weiter ausbilden konnte, wurde extra die Laufzeit für den als Panzerabwehrhubschrauber konzipierten Typ Bo 105 verlängert, der Ende 2016 „ausgephast“ worden ist. Bis dahin mussten die Flugschüler die ersten 45 Flugstunden auf der Bo-105 – in Celle – absolvieren, ehe sie auf die EC135 – in Bückeburg – wechseln konnten.

Geteilte Ausbildung ist unbefriedigend

Die Fehlbeschaffung rief den Bundesrechnungshof auf den Plan, der im Ergebnisbericht 2006 die Beschaffung heftig kritisierte und den Hubschrauber „als für die Schulung ungeeignet“ einstufte. Insgesamt 126,5 Millionen Euro seien ausgegeben worden, obwohl eine nachgeordnete Fachdienststelle darauf hingewiesen hatte, dass die zweimotorige EC135 für die Schulung nicht geeignet sei und ein einmotoriger Typ beschafft werden sollte.

Für die Verantwortlichen am heutigen Internationalen Ausbildungszentrum (IHAZ) war die geteilte Ausbildung jahrelang unbefriedigend: Die Bo 105 sei veraltet, Flugschüler sollten von Beginn an im sogenannten „gläsernen Cockpit“ das Fliegen lernen, anhand von Joystick, Computern und Bildschirmen, so wie es Standard beim EC135 und den weiterführenden Typen ist: dem Transporthubschrauber NH90 oder dem Kampfhubschrauber Tiger. Mehrere Vorstöße der Heeresflieger, einen modernen Basis-Hubschrauber beim Verteidigungsministerium loszueisen, scheiterten. Vielmehr erklärte unter anderem der damalige Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) im Interview mit unserer Zeitung, es gebe keinen neuen Hubschrauber, zudem müssten die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

2008 hieß es dann seitens des IHAZ, dass 2010 ein neuer Basis-Schulungshubschrauber in Achum stationiert wird. rc

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