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Bückeburg Stadt Enkeltrickversuche in Bückeburg und Umland
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Enkeltrickversuche in Bückeburg und Umland
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11:42 24.10.2018
Quelle: pr.
Bückeburg

Nach Polizeiangaben gingen die Anrufe, die mit unterdrückter Telefonnummer erfolgten, in der Zeit von 13.15 bis 16 Uhr bei Menschen im Alter von 78 bis 94 Jahren in Bückeburg, Evesen, Ahnsen und Deinsen ein.

Eine junge Dame, ausgestattet mit einer geschickten Gesprächstechnik, ließ die Senioren glauben, dass ihre Enkelin anruft, die sich in einer Notsituation befindet und schnell Bargeld benötigt.
Vorgegebene Gründe der falschen Enkelin waren unter anderem ein unbedingter Immobilienkauf, plötzliche Umbaukosten oder Forderungen eines Rechtsanwaltes. Die Geldwünsche bewegten sich in einer Spanne von 4000 bis 20000 Euro.

In zwei Fällen bestellten die Täter für die zahlungswilligen Senioren Taxis zur Wohnanschrift, damit diese zur Bank gefahren werden können, um das Geld von ihrem Konto abzuheben.
Eine zufällig nach Hause kommende "echte Enkelin" konnte noch verhindern, dass ihr Großvater in das bereits wartende Taxi einsteigt. Ein anderer Rentner ließ sich tatsächlich mit einem Taxi zur Bank fahren und wollte 10 000 Euro von dort holen, was durch argwöhnische Angestellte des Bankinstituts und die aufmerksame Taxifahrerin unterbunden wurde.

Polizei gibt Verhaltenstipps

Ein Sprecher der Polizei Bückeburg empfiehlt, niemals Bargeld an unbekannte Personen herauszugeben sowie in solchen Fällen umgehend Rücksprache in der Familie und im persönlichen Umfeld zu halten. Zudem sollte man niemals Geld auf unbekannte Konten überweisen und Bargeld nicht per Post versenden.

Angerufene sollten skeptisch sein, gerade wenn es ein Verwandter ist, der sich längere Zeit nicht gemeldet hat. Man solle sich fragen, warum er nicht selbst vorbeikommt und stattdessen um das Geld bittet. Man solle Fragen stellen, die nur tatsächliche Familienangehörige richtig beantworten können.

Betroffene sollte sich die Telefonnummer des Anrufers für einen Rückruf geben lassen. Für die Ermittlungsarbeit sei es außerdem immer wichtig, sich die Telefonnummer der Anrufer aufzuschreiben und ohne Zeitverzug die Polizei zu informieren. Niemand müsse sich schämen, wenn er Opfer eines Enkeltricks oder anderen Betrugs geworden sei. Man solle sich der Polizei anvertrauen und Anzeige erstatten. Beamte helfen und beraten Betroffene zum Opferschutz.

Keine Informationen herausgeben

Telefonnummern sollten entweder gar nicht erst im Telefonbuch eingetragen werden, oder, falls ein Eintrag gewünscht ist, dann nur mit abgekürztem Vornamen und ohne Straßenangabe. Täter suchten im Telefonbuch oder einer Telefonauskunfts-CD nach älteren Vornamen wie Hildegard oder Heinrich. Aus dem Telefonbuch könnten sie die Anschrift erfahren. Zudem solle man niemals Namen von Verwandten am Telefon nennen.

Betroffene sollten sich von den Anrufern Telefonnummern für einen Rückruf geben lassen und prüfen, ob diese Nummern mit ihnen bereits bekannten Telefonnummern übereinstimmen. Sie sollten keine Auskünfte über Barvermögen im Hause oder auf Ihren Konten geben. Darüber hinaus sollten keine Bankunterlagen oder eventuelle Verstecke preisgegeben werden. Bei angeblichen Notfällen sollte man einfach sagen, dass man den Anrufer nicht kenne und erst mit dem Enkel oder anderen Verwandten sprechen müsse.

Man solle nicht der Aufforderung folgen, zur Bank zu gehen, um Geld abzuheben. Betroffene müssten davon ausgehen, dass sie beobachtet werden. Man solle unverzüglich die Polizei informieren, auch dann, wenn man nicht auf den Trick hereingefallen sei. Man solle nicht versuchen, eigenständig zu handeln, sondern immer in Absprache mit der Polizei. r