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Entwicklung der Niederung hat ihren Preis

Förderverein fordert Lückenschluss im Röcker Bruch Entwicklung der Niederung hat ihren Preis

In die Auseinandersetzungen um den Ankauf eines Grundstücks in der Bückeburger Niederung durch Stadt und Förderverein hat sich jetzt auch der Förderverein Bückeburger Niederung eingeschaltet.

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Feuchtgebiet von überregionaler Bedeutung: Die Bückeburger Niederung aus der Vogelperspektive.

Quelle: Archiv

Bückeburg. In einer Pressemitteilung wies die erste Vorsitzende Eva-Maria von Löbbecke-Lauenroth auf die überregionale Bedeutung des Feuchtgebiets hin. Über 170 Vogelarten brüten und rasten auf den nassen Wiesen und Weiden, in den Hecken, Kopfweiden und Bäumen. Große Flachgewässer und kleinen Tümpeln. Die renaturierte Bückeburger Aue biete einer Vielzahl an seltenen Tier- und Pflanzenarten einen hervorragenden Lebensraum: „Dies war nicht immer so.“

 Noch vor wenigen Jahrzehnten wurde die Bückeburger Niederung intensiv genutzt. Es gab ernsthafte Absichten, auch die letzten Feuchtbereiche durch entsprechende wasserwirtschaftliche Maßnahmen einer konventionellen landwirtschaftlichen Nutzung zuzuführen. Vielen ehrenamtlichen und behördlichen Naturschützern sei es zu verdanken, dass die damaligen Reste einer naturnahen Auenlandschaft gerettet wurden und dass die Bückeburger Niederung, so wie wir sie heute kennen, durch kontinuierlichen Flächenerwerb umgestaltet werden konnte.

 Die Entwicklung der Bückeburger Niederung habe ihren Preis. Es sei nicht ausreichend, auf Einzelflächen die Bewirtschaftung einzuschränken, sondern es seien vielmehr weiträumige landschaftliche Zusammenhänge zu berücksichtigen, wie beispielsweise die Wasserqualität und Strukturgüte der Bückeburger Aue, ihre Hochwasserdynamik und vor allem das Zusammenwirken von Fluss und Aue als untrennbare ökologische Einheit, so die erste Vorsitzende weiter. Dazu bedürfe es des Schutzes von größeren, zusammenhängenden Flächen wie dem Scheier Bruch, dem Mittleren Bruch und den Amtmannschen Wiesen. Ziel müsse es letztlich sein, eine möglichst große, ungestörte und unzerschnittene Kernzone mit extensiver Bewirtschaftung, naturnahen Landschaftselementen und einer engen Anbindung an die Wasserführung der Bückeburger Aue zu entwickeln: „Nur so lässt sich die Bückeburger Niederung als wertvoller Lebensraum, Rückhalteraum für Hochwasser und erlebnisreiches Naherholungsgebiet für kommende Generationen nachhaltig sichern.“

 Um diese Ziele zu erreichen, bedürfe es aus heutiger Sicht dringend des Lückenschlusses, das heißt, der Einbindung noch intensiv genutzter Grünlandflächen mit guten Entwicklungsmöglichkeiten. An vorderster Stelle seien dabei Vogelskamp und Röcker Bruch zwischen Heidornweg und Koppelweg im Westen der Niederung zu betrachten. Teile dieses Grünlandstreifens seien bereits durch Umbruch und Bodenbewegung irreversibel geschädigt. Andere Bereiche wiesen noch Strukturen der alten Auenlandschaft auf und ließen sich durch ein geeignetes Flächenmanagement in ökologisch wertvolles Feuchtgrünland überführen. Dabei seien kostengünstige, langfristig angelegte Bewirtschaftungen anzustreben, vorzugsweise eine Beweidung mit sogenannten Landschaftsrassen, also robusten Rindern, Pferden oder Schafen mit geringer Trittbelastung und guter Futterverwertung auch auf „schlechten“ Standorten.

 Für derartige Beweidungsprojekte bedürfe es jedoch größerer, zusammenhängender Weiden, um sie wirtschaftlich betreiben zu können, argumentiert Eva-Maria von Löbbecke-Lauenroth. Ziel müsse es also sein, die aus ökologischer Sicht noch halbwegs intakten Bereiche des Röcker Bruchs und der nördlich anschließenden Gebiete zusammenhängend zu erwerben, durch geeignete Maßnahmen zu entwickeln und schließlich durch extensive Beweidung einer langfristig tragfähigen Bewirtschaftung zuzuführen. Die Option einer Beweidung mit alten, vom Aussterben bedrohten Haustierrassen sollte dabei unbedingt wahrgenommen werden, um genetische Ressourcen zu sichern, Vorgaben des Landes Niedersachsen, der Bundesrepublik sowie der EU aufzugreifen und die besondere Eignung dieser Tierrassen für Extensivstandorte und Zwecke des Naturschutzes zu nutzen.

 Die erste Vorsitzende: „Der Erwerb von Flurstück 2, Flur 15 der Gemarkung Evesen ist ein wichtiger Baustein zur Abrundung einer naturnahen, ökologisch intakten Kernzone in der Bückeburger Niederung und aus Sicht des Naturschutzes, der Wasserwirtschaft und des Hochwasserschutzes unbedingt zu befürworten.“ r/rc

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