Navigation:
AboPlus Anzeigen- und Abo-Service
Bückeburg / Generalversammlung

Erhebliche Schäden durch Dioxin


Anlässlich seiner Generalversammlung hat der Raiffeisen-Landbund eG auf ein „erneut sehr erfolgreiches“ Geschäftsjahr zurückgeblickt. Vor rund 220 Gästen und Mitgliedern im gut gefüllten Rathaussaal zogen die hauptamtlichen Vorstandsmitglieder Marco Gottschalk und Andreas Rath ein rundum positives Fazit und berichteten – nach den „extremen Marktverwerfungen des Vorjahres“ – von einer Normalisierung der Ertragslage.

Bückeburg (mig). Außer der Genossenschaftsentwicklung brannte den Mitgliedern aber vor allem ein Thema unter den Nägeln. „Was da mit dem Dioxin passiert ist, war eine wirkliche Sauerei. Man kann keinem mehr trauen“, meinte ein Landwirt aus Hüllhorst. An den Tischen wurde eifrig weiterdebattiert, manch ein Landwirt war sichtlich entnervt.

Stellung zu den aktuellen Geschehnissen nahm dann das hauptamtliche Vorstandsmitglied Andreas Rath in seinem Teil des Geschäftsberichts: „Die Vorgänge um die Funde von Dioxin in Futtermitteln beherrschen seit Jahresbeginn die öffentliche Diskussion“, referierte er den Stand der Dinge. Bei vielen Betrieben mit tierischer Veredelung aber auch bei einigen Futterherstellern seien durch das aktuelle Dioxin-Geschehen teilweise erhebliche Schäden entstanden.

Rath weiter: „Nach allem, was bisher bekannt ist, dürfte das Dioxin über Fette der Firma Harles und Jentzsch in die Futter- und Nahrungskette gelangt sein. Wir können Ihnen versichern, dass die Firma Harles und Jentzsch kein Lieferant Ihrer Genossenschaft war. Insofern können Sie als unsere Kunden davon ausgehen, zu jeder Zeit Qualitätsfutter erhalten zu haben.“ Sichtlich verärgert war Rath trotzdem: „Obwohl der Raiffeisen-Landbund direkt keinen Schaden zu verzeichnen hat, hat aber die gesamte Veredelungsbranche unter dem Fehlverhalten Einzelner zu leiden.“

Am besten abzulesen sei das am Verfall der Schweinepreise, die innerhalb weniger Tage auf 1,12 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht gesunken seien. Überdies gehe damit ein Imageverlust von deutschem Schweinefleisch einher, der für den Export in die EU- sowie Drittländer gravierend sei. „Neben den offiziellen Einfuhrverboten und -beschränkungen nehmen Großhändler davon Abstand, Fleisch aus Deutschland zu beziehen. Für einen stabilen und fairen Marktpreis aber sind wir auf Exporte angewiesen. Es muss uns gelingen, das Vertrauen wiederherzustellen“, so Rath abschließend.

Die Stimmung hellte sich erst wieder auf, als die hauptamtlichen Vorstandsmitglieder Andreas Rath und Marco Gottschalk den Geschäftsbericht für das abgelaufene Jahr vorstellten. Dieses sei für die Genossenschaft erneut sehr erfolgreich verlaufen, freute sich Gottschalk, nach den extremen Marktverwerfungen des Vorjahres habe sich die Ertragslage – insbesondere im klassischen Warengeschäft – wieder normalisiert. Gleiches gilt für die Entwicklung der außerlandwirtschaftlichen Geschäftsbereiche.

Diese verlief im Berichtsjahr „weitgehend auf stabilem Niveau“. Der Umsatz beläuft sich auf eine Höhe von 249,5 Millionen Euro und setzt sich wie folgt zusammen: Düngemittel (12,6 Millionen Euro), Futtermittel (47,5), Saaten (5,2), Treib-Brenn- und Baustoffe, Sonstiges (41,7), Pflanzenschutzmittel (8,9), Agrartechnik (1,3), Raiffeisenmarkt (6,2), Getreide (17,7), Raps, Rapsöl, Sonstiges (14,1), Vieh (90,0), Dienstleistungen (4,3). Der Jahresüberschuss beträgt 2.152.374,75 Euro und soll zwei Verwendungszwecken dienen: a) Zuführung zu den Rücklagen (1.968.357,31 Euro); b) Ausschüttung von sieben Prozent Dividende (184.017,44 Euro). Davon profitieren 2839 Mitglieder (mit 4182 Anteilen), die der Genossenschaft per 30. Juni des vergangenen Jahres angehörten.

Die Vorstandswahlen erbrachten folgendes Ergebnis: Norbert Hempe aus Halle wurde wiedergewählt, Hans-Jürgen Platte aus Eimbeckhausen scheidet aus gesundheitlichen Gründen aus. Sein Platz wird nicht wieder besetzt. In den Aufsichtsrat wurden bestimmt: Friedrich-Wilhelm Bartels (Vornhagen), Dirk Feuerhake (Börry), Hartwig Linhorst (Werther), Hartmut Lührmann (Volmerdingsen), Christof Meier-Westmeyer (Harsewinkel), Werner Meyer zu Hoberge (Bielefeld), Bernd Reese (Escher), Diethelm Thomalla (Messenkamp) und Helmut Tönsfeuerborn (Verl).

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Meist gelesen in Schaumburg

Anzeige
Städtewetter
Tagestemperatur
°
Tiefsttemperatur
°
Regenprognose
%
Windstärke
km/h
Pollenflug

Top