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„Erwartungen weit überstiegen“

Jahresempfang der Landeskirche „Erwartungen weit überstiegen“

Die bundesweite Resonanz auf die Veranstaltungen zum Reformations-Jubiläum „haben meine Erwartungen weit überstiegen“. Das hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, in einem Pressegespräch am Rande des Jahresempfangs der schaumburg-lippischen Landeskirche in Bückeburg bekundet.

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Heinrich Bedford-Strohm.

Quelle: RG

BÜCKEBURG. Zwar sei es zu früh, zum noch laufenden Jubiläumsjahr eine endgültige Bilanz zu ziehen, sagte Bedford-Strohm, trotzdem könne schon gesagt werden, dass es gelungen sei, „vielen Menschen nahe zu bringen, was dem Reformator Martin Luther wichtig war und was seine Botschaft ausmacht“. Eine wichtige Zielsetzung sei erfolgreich umgesetzt worden: „Viele Menschen, die mit der Kirche kaum noch etwas zu tun hatten, sind neugierig gemacht worden auf das Thema Luther.“

Diese „beglückenden Erfahrungen“ seien wichtiger als „die kleinmütigen Debatten über die genauen Besucherzahlen bei der Reformations-Weltausstellung in Wittenberg“, fügte Bedford-Strohm mit Blick auf Kritiker des Veranstaltungs-Konzeptes hinzu. „Voll ins Ziel gekommen“, so der Ratsvorsitzende, sei dabei das Bemühen, „aus den innerkirchlichen Milieus herauszukommen“. Zahlreiche Veranstaltungen seien in fruchtbarer Kooperation mit staatlichen und kulturellen Einrichtungen durchgeführt worden.

Niedrigschwellige Angebote seien sinnvoll gewesen

Sinnvoll ist es nach Überzeugung von Bedford-Strohm auch gewesen, viele niedrigschwellige Angebote zu machen. Das gelte etwa für ein Pop-Oratorium zum Thema Luther, bei dem dezentral 23000 Menschen mitgewirkt hätten. Ein weiteres Beispiel sei die Playmobil-Luther-Figur, „das meistverkaufte Playmobil-Produkt aller Zeiten“, so das EKD-Oberhaupt. Hier gehe es „nicht um Klimbim“, sondern darum, dass dieses Spielzeug Inhalte vermitteln könne. Die große Nachfrage zeige, „dass Menschen sich nach einer Figur sehnen, die Haltung zeigt, die für etwas steht wie Martin Luther“, erläuterte Bedford-Strohm.

Von zentraler Bedeutung sei auch, dass das Jubiläumsjahr in einem ökumenischen Geist ablaufe. Es sei als „Christus-Fest“ gefeiert worden, „weil Christus das Verbindende zwischen den Konfessionen ist“.

Es geht um Inhalte, die Personen vertreten

Zu den im kommenden Jahr stattfindenden Wahlen zu den Leitungsgremien der Kirchengemeinden sagte Bedford-Strohm in Hinblick auf mögliche Kandidaten, die Mitglied der AfD sind: „Wer rassistische oder antisemitische Thesen vertritt, hat aus meiner Sicht in einem Kirchenvorstand nichts zu suchen.“ Es gehe in dieser Frage allerdings nicht um eine Parteizugehörigkeit, sondern um die Inhalte, die eine Person vertrete. Parteipolitik dürfe nicht in die Kirche hineingetragen werden.

Auf die Frage, ob er die Selbstständigkeit der kleinen schaumburg-lippischen Landeskirche langfristig für gesichert hält, antwortete Bedford-Strohm eher allgemein: „Dazu gibt der Ratsvorsitzende keine Ratschläge, das entscheidet die Synode vor Ort.“ Grundsätzlich sei es so, „dass man keine landeskirchliche Grenze auf ewig garantierten sollte“. Denn: „Die Grenzen von Landeskirchen sind nichts Heiliges.“ Kirche müsse „dynamisch denken, wie man jeweils das Evangelium am ausstrahlungsfähigsten verkünden kann“. Das sei wichtiger als jede landeskirchliche Institution. Bedford-Strohm fügte allerdings hinzu: „Das Motto ,Kooperation vor Fusion‘ ist allerdings eine Grundidee, die ich vertrete.“ ssr

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