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Bückeburg Stadt Es brummt
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Es brummt
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20:20 08.02.2018
BÜCKEBURG

Mehrere an- und umsiedlungswillige Firmen haben in den vergangenen Wochen mit dem Neubau von Produktions- oder Gewerbehallen begonnen beziehungsweise stehen kurz vor dem Baubeginn.

Als Konsequenz hat die Stadt die Bauleitplanung für die Neuausweisung des Gewerbegebietes Kreuzbreite III forciert, um östlich von Hans-Neschen-Straße und Kurt-Rabe-Straße schräg gegenüber der ehemaligen Justizvollzugsanstalt weitere 45.000 Quadratmeter als Gewerbegebiet auszuweisen. Auch dort liegen bereits für einen Großteil der Fläche Reservierungen vor, wie Stadtkämmerer Reiner Wilharm, auf Anfrage dieser Zeitung bestätigte. Ob alle diese Reservierungen auch umgesetzt würden, werde sich zeigen, wenn die Bauleitplanung abgeschlossen sei und gebaut werden könne. Dann zeige sich oft erst, wie ernst die Ansiedlungspläne seien.

Die Nachfrage nach Gewerbeflächen führte Wilharm zum einen allgemein auf die boomende Konjunktur und niedrige Finanzierungszinsen in Deutschland zurück. Zum anderen habe aber auch speziell die Arbeit der scheidenden Wirtschaftsförderin Bettina Remmert einiges bewegt: „Wir sind mehr oder weniger überrannt worden.“ Unter den Firmen, die sich jetzt in der Kreuzbreite ansiedeln, sind mehrere Unternehmen aus Bückeburg, die umsiedeln oder aber ihre Produktionsfläche erweitern. Bückeburg ist es aber auch gelungen, ansiedlungswillige Betriebe aus der näheren (Obernkirchen) oder weiteren Umgebung (Löhne) nach Bückeburg zu locken.

„Alles Mittelständler, die Arbeitsplätze schaffen“, wie Wilharm betonte: „Das ist uns wichtig.“ Wert lege die Stadt auf einen heterogenen Branchenmix, um angesichts von zu erwartenden Gewerbesteuereinnahmen mit dem städtischen Haushalt unabhängiger von wirtschaftlichen Krisen zu sein, sollte die Konjunktur in dem einen oder anderen Bereich nicht mehr so brummen. „Abhängigkeiten von Gewerbesteuerzahlungen von einem Betrieb wollen wir vermeiden.“

Auch Kreuzbreite III dürfte schnell vollaufen

Da absehbar ist, dass auch die Kreuzbreite III relativ schnell volllaufen dürfte, gibt es im Rathaus bereits weiterführende Überlegungen, wo weitere Gewerbegebiete ausgewiesen werden können – oder aber auch nicht. Wie Wilharm zu bedenken gab, müsse seitens der Stadt und der Politik überlegt werden, ob weitergemacht wird wie bisher und weitere Flächen versiegelt werden. Oder aber, ob die Stadt auf bereits genutzte Flächen zurückgreift, wenn sie angeboten werden. Die Stadt sei in ihrer räumlichen Entwicklung begrenzt, nicht überall sei Gewerbe möglich und gewünscht.

Im derzeit gültigen Flächennutzungsplan sind mehrere Gebiete im Stadtgebiet als mögliche Gewerbeflächen ausgewiesen. In absehbarer Zukunft, 2019, stehen weitere Gewerbeflächen im hinteren Bereich des Hafens Berenbusch zur Verfügung. Der entsprechende Bebauungsplan ist verabschiedet, in diesem Jahr wird die Hafen GmbH für 534.000 Euro Straßen, Kanäle und Versorgungsleitungen erneuern. Eine weitere Fläche ist ebenfalls im Bereich des Hafens Berenbusch ausgewiesen, wo der Acker zwischen Aue und Rampe zur Mittellandkanalbrücke auf der südlichen Seite des Kanals als Gewerbefläche infrage kommt.

Eine dritte Gewerbefläche wäre an der Scheier Straße zwischen der Bahnlinie und dem Ortseingang Richtung Scheie möglich. Diese auszuweisen, müsse angesichts weiterer Flächenversiegelung und der Probleme der Landwirtschaft besprochen werden, wie Wilharm sagte. Denn wollte die Stadt Flächen von Landwirten erwerben, müssten diese Ersatzflächen erwerben können. Und die gebe es nach Angaben Wilharms kaum.

Als Gedankenspiel brachte der Kämmerer ein interkommunales Gewerbegebiet zwischen Bückeburg und Obernkirchen ins Spiel: in Verlängerung der Kreuzbreite in östliche Richtung gen Vehlen. „Das ist aber noch völlig unausgegoren.“