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Bückeburg Stadt „Es gibt keine spürbaren Defizite“
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt „Es gibt keine spürbaren Defizite“
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00:29 23.04.2018
Quelle: pr.
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BÜCKEBURG

Während die Verwaltung „keine brennenden Probleme“ sieht und der Ansicht ist, dass das bisherige Angebot in Form der Koordinatorin für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit seitens der Landeskirche ausreicht, will sich die Politik zunächst weiter informieren. Es sollen Integrationsbeauftragte eingeladen werden, etwa die aus Rinteln oder aber eben die Koordinatorin der Flüchtlingsarbeit der Landeskirche, Christa Harms.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte Anfang des Jahres der inzwischen pensionierte Oberstudienrat Klaus-Dieter Schnierl, der sich seit Sommer 2015 als ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer engagiert und Deutschkurse sowie Unterstützung rund um Lehre und Beruf anbietet. In einem Schreiben an die Stadt wies er darauf hin, dass sich angesichts der in vielen Bereichen defizitären und verbesserungswürdigen Integration eine Reihe von Fragen aufdrängten. Integrationsarbeit verlange unabdingbar die aktive Mitarbeit der jeweiligen Kommune und könne nicht allein Sache des Landkreises Schaumburg sein.

Wann hätten sich Vertreter der Politik einen eigenen Eindruck von den in der Herderschule oder an der Fürst-Ernst-Straße herrschenden Verhältnissen gemacht, wie könnten Defizite etwa bei Deutschkursen abgestellt werden? Rinteln und Stadthagen hätten die Weichen für die Anstellung von Integrationsbeauftragten gestellt: „Was macht Bückeburg? Wie sieht das Konzept der Integrationsarbeit in der Stadt Bückeburg aus?“

Schreiben als „Denkanstoß“

Ein Schreiben, das der zuständige Fachgebietsleiter Christian Schütte in der Ausschusssitzung als „Denkanstoß“ bezeichnete. Der Sachstand in Bückeburg sei, dass es keinen Integrationsbeauftragten gebe und bisher die Einrichtung einer solchen Stelle auch nicht geplant sei. Seitens der Diakonie der Landeskirche Schaumburg-Lippe gebe es die Stelle der Koordinatorin der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit, die auch die Bückeburger Ehrenamtlichen regelmäßig koordiniere und zu Treffen einlade. Die direkte Betreuung werde von der Awo oder aber der Arge mit Sprachkursen übernommen.

Schütte: „In der täglichen Arbeit gibt es keine spürbaren Defizite.“ Durch die Arbeit von Christa Harms seien die Bückeburger Angebote und Ehrenamtlichen „gut vernetzt. Wir wollen keine parallelen Strukturen aufbauen.“ Die Diakonie mache „ausreichende Arbeit“ für Bückeburg. Eigene Projekte hat die Stadt nicht, wie Schütte auf entsprechende Nachfrage des Ausschusses einräumte. Alles werde vom Landkreis finanziert.

Weitere Informationen einholen

Nach Angaben Schüttes leben derzeit in Bückeburg rund 240 Asylbewerber, dazu kommt eine Reihe von sogenannten Kontingentflüchtlingen. Schütte bestätigte Informationen von Ratsfrau Sandra Schauer, dass eine Reihe von Flüchtlingen nach Stadthagen gezogen ist oder noch ziehen wird wegen der dortigen Nähe zur für sie zuständigen Kreisverwaltung. Wenn die Asylanträge der Flüchtlinge gestattet sind, würden sie unter die Gesetzgebung des Sozialgesetzbuches II fallen. Wie viele Menschen darunter in Bückeburg fallen, wisse er nicht. Dazu gebe es keine Statistik.

Der Ausschuss beschloss jedenfalls, sich weitere Informationen einzuholen, bevor er weiter über das Thema beraten wird. So soll die Rintelner Integrationsbeauftragte ebenso zur nächsten Sitzung eingeladen werden wie Christa Harms von der Diakonie.

In der Stadt Rinteln wurde die Stelle eines Integrationsbeauftragten bereits 2016 eingerichtet, die ihren Schwerpunkt in der Netzwerkarbeit und Koordination der Unterstützergruppen hat, wie die Stadt Bückeburg in ihrer Ratsvorlage schreibt. In Stadthagen werde die Einstellung vorbereitet. Auch hier solle die Vernetzung der verschiedenen Angebote der Schwerpunkt sein. rc

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