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„Es ging ihm um das Geld“

Bückeburg / Prozess „Es ging ihm um das Geld“

Im Prozess gegen einen 34-Jährigen, der im großen Stil Kunden mit Leasing-Verträgen für Autos betrogen haben soll, hat ein zweiter Zeuge den Angeklagten schwer belastet.

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Quelle: Symbolfoto

Bückeburg. Der Mann aus Bielefeld, zeitweise Geschäftsführer des damaligen Unternehmens mit Sitz an der Bückeburger Wallstraße, lässt kein gutes Haar am Angeklagten. „Ich will mit diesem Menschen nichts mehr zu tun haben“, sagt er und nennt ihn „eiskalt“. Beide Männer sind heute offenbar verfeindet, liegen auch juristisch im Clinch. Um die Kunden, so der Zeuge weiter, sei es dem Firmeninhaber nie gegangen. „Es ging ihm um das Geld der Kunden.“

Äußerlich prallen die Vorwürfe früherer Mitarbeiter an dem Angeklagten ab wie Wassertropfen an einer Öljacke. Fast ununterbrochen starrt der mutmaßliche Betrüger, der zwischenzeitlich nach Hamburg umgezogen ist, in seinen Laptop. Manchmal huscht ein Lächeln über sein Gesicht. Dann blickt er kurz auf. Bereits am Freitag hatte ein anderer Ex-Geschäftsführer ausgesagt und sich ähnlich geäußert.

Oberstaatsanwalt Frank Hirt wirft dem Hamburger gewerbsmäßigen Betrug in 30 Fällen vor. Von Leasing-Kunden soll der Firmenchef vorab jeweils zehn Prozent vom Kaufpreis der Autos kassiert haben, ohne die Fahrzeuge später auszuliefern. Menschen, deren Kreditwürdigkeit zu wünschen übrig ließ, lockte die GmbH mit dem Versprechen: „Auto-Leasing ohne Schufa“.

Bisher schweigt der Angeklagte zu den Vorwürfen. Verteidiger Alexander Kienzle hat jedoch angekündigt, dass sein Mandant zu einem späteren Zeitpunkt eine Erklärung abgeben will. Der 34-Jährige soll wechselnde Firmen gehabt haben. Angeblich hatte er nach einer Verurteilung Berufsverbot.

Fest steht, dass der frühere Geschäftsführer der Leasing-Gesellschaft, den die 1. Große Strafkammer am Bückeburger Landgericht gestern vernommen hat, keine weiße Weste hat. Sieben Vorstrafen gehen auf das Konto des ehemaligen Versicherungsmaklers (41), darunter eine Verurteilung wegen Betruges in 149 Fällen. Ein Teil seiner kriminellen Vergangenheit muss ihm entfallen sein. Jedenfalls behauptet er auf Nachfrage von Richter Norbert Kütemeyer, sich nicht an alle sieben Strafverfahren erinnern zu können.

Über den Angeklagten sagt der Belastungszeuge, diesem sei es „nur darum gegangen, einen Dummen zu finden“. Demnach wäre der Geschäftsführer eine Art Strohmann gewesen. Dagegen soll der Chef „den ganzen Tag telefoniert“ haben. „Es waren nie angenehme Gespräche“, so der Zeuge. „Wenn ein Kunde etwas von ihm will, drückt er den ganz schnell weg.“

Über seine Kundschaft soll sich der Firmeninhaber abfällig geäußert haben. „Als ich erkannte, was Herr (...) da fabriziert, habe ich mich sofort von ihm distanziert und das Büro nicht mehr betreten“, erzählt der Ex-Geschäftsführer. Für die Bückeburger GmbH hat der Bielefelder demnach nur wenige Wochen gearbeitet. ly

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