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„Es übersteigt die Vorstellungskraft“

Hunderttausend Menschen sind auf der Flucht vor den Naturgewalten „Es übersteigt die Vorstellungskraft“

Am zehnten Jahrestag der Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean gibt es auf Sri Lanka erneut Tote und Verletzte.

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Alexander zu Schaumburg-Lippe (hinten Dritter von links) ist im Frühjahr auf Sri Lanka gewesen, im Februar 2015 wird er wieder dorthin reisen.

Quelle: pr.

Bückeburg/Landkreis. Mehrere Hunderttausend Menschen sind auf der Flucht vor den Naturgewalten. Die Hamelner Hilfsorganisation „Interhelp – Deutsche Gesellschaft für internationale Hilfe“ ruft zu Spenden auf. Im Februar wird Alexander zu Schaumburg-Lippe, Schirmherr, „Interhelp“-Vorstandsmitglied und Sanitäter, zu einer erneuten Mission der Menschlichkeit aufbrechen.

Ausgerechnet am Jahrestag der Tsunami-Katastrophe gab es wieder Leid und Elend auf Sri Lanka. Nach tagelangen heftigen Regenfällen sind derzeit mehrere Hunderttausend Menschen von Überschwemmungen und Erdrutschen betroffen. „Die Zahl der Schutz- und Hilfesuchenden steigt. Gerade mal 80 000 Menschen haben eine Unterkunft in von der Regierung zur Verfügung gestellten Aufnahmelagern gefunden.

Die anderen suchen Unterschlupf bei Freunden, Verwandten oder in von Hilfsorganisationen errichteten Unterkünften. Seit Tagen leidet der Inselstaat im Indischen Ozean unter starken Regenfällen. 650 000 Menschen sind betroffen“, meldet die dpa. Nach „Interhelp“-Informationen wurden mindestens neun Menschen von Erdrutschen in den Tod gerissen. Die Hilfsorganisation, die bereits seit zehn Jahren auf Sri Lanka hilft, bereitet sich derzeit auf einen neuen Hilfseinsatz vor und ruft zu Spenden für die Opfer der Naturkatastrophe auf.

Die ehrenamtlichen Hamelner Helfer hatten am zweiten Weihnachtsfeiertag der Opfer der Tsunami-Katastrophe gedacht. „Für uns war es eine Zeit der Gebete und Tränen, der Stille und des Gedenkens“, sagt „Interhelp“-Vorsitzender Ulrich Behmann, der gemeinsam mit anderen Helfern wenige Tage nach der Katastrophe in Südasien vor Ort war, um zu helfen: Am zweiten Weihnachtsfeiertag vor zehn Jahren hatten Riesenwellen in 14 Ländern etwa 230 000 Menschen in den Tod gerissen. Allein auf Sri Lanka starben 40 000. Er und der Hamelner Rettungsassistent Reinhold Klostermann würden niemals den Geruch des Todes vergessen, sagte Behmann.

„Überall lagen Tote, zahlreiche Menschen waren schwer verletzt und warteten auf medizinische Hilfe.“ Die Mitglieder des „Interhelp“-Teams hätten innerhalb von drei Monaten 18 500 Tsunami-Opfer behandelt, aber auch verweste Leichen geborgen und gezwungenermaßen in Massengräber geschaut. „Was wir gesehen haben, übersteigt die menschliche Vorstellungskraft. Es hat sich eingebrannt in unsere Köpfe. Zehn Jahre danach sind diese Bilder wieder da, gedenken wir der Opfer – und helfen weiter. Dabei setzen wir auf Effektivität, Nachhaltigkeit und Hilfe zur Selbsthilfe.“

„Interhelp“ ist seit zehn Jahren auf Sri Lanka im Hilfseinsatz. Die ehrenamtlichen Helfer haben Tausenden von Opfern helfen und viele Verletzte vor dem sicheren Tod bewahren können. „Interhelp“ war zudem die erste ausländische Hilfsorganisation, die mit behördlicher Genehmigung den Wiederaufbau auf Sri Lanka gestartet hat. In der Zwischenzeit haben die Helfer dort rund 150 Massivhäuser für Opfer des Tsunamis und des Bürgerkriegs gebaut.

Das Schönste ist: Hilfsorganisationen aus dem In- und Ausland taten es ihnen gleich: Etwa 2500 sogenannte „Interhelp“-Häuser sind so bislang entstanden. Weitere entstehen. „In Gedanken sind wir bei den Opfern und bei den Hinterbliebenen. Bedanken möchten wird uns bei all jenen, die uns ihr Vertrauen und ihr Geld schenken. Nur, weil es diese herzensguten Menschen gibt, können wir Menschen in Not helfen“ so Behmann.

Im Februar 2015 werden zwei „Interhelp“-Teams zu einer weiteren Mission aufbrechen. Im ehemaligen Bürgerkriegsgebiet bei Trincomalee im Nordosten des Inselstaates sollen Häuser, die mit „Interhelp“-Spenden gebaut wurden, an singhalesische und tamilische Flüchtlinge übergeben werden. Im Süden der Insel ist ein medizinischer Hilfseinsatz in einer Dschungel-Klinik geplant. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

„Wir bitten um Geldspenden, um den Opfern der Katastrophe rasch helfen zu können“, sagt der „Interhelp“-Chef Behmann. Jeder Euro könne Leben retten. r

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