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Es wird fleißig geschnitten

Trotz „Setz- und Brutzeit“ Es wird fleißig geschnitten

Vielerorts dröhnen derzeit nicht nur Rasenmäher, sondern auch die Heckenscheren – auch in Bückeburg. Und das wird von vielen Lesern kritisch gesehen: Eigentlich sieht das Bundesnaturschutzgesetz nämlich während der „Setz- und Brutzeit“ einen Stopp vor. 

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Kein gutes Vorbild: Bauhofmitarbeiter schneiden die Hecke an der Begegnungsstätte.

Quelle: pr.

BÜCKEBURG. Doch daran halten sich weder die Stadt noch viele Grundstückseigentümer. Sie berufen sich auf Ausnahmeregelungen – und schneiden fleißig drauflos. So hat Erika Everding aus Scheie beobachtet, dass nicht nur in ihrer Nachbarschaft gern und regelmäßig geschnitten wird. „Trotzdem hat eine Amsel weiter gebrütet“, freut sie sich. Doch gerade zum Schutz der Vögel wurden die strengen Bestimmungen erlassen.

Auch die Stadt Bückeburg geht nicht gerade mit gutem Beispiel voran. Raimund Leonhard moniert, dass vom Bauhof jetzt beispielsweise die Hecke der Seniorenbegegnungsstätte geschnitten worden sei.

Der Naturschutzbund (Nabu) ruft alle Grundstückseigentümer dazu auf, sich an die Verbote zu halten. Denn laut Bundesnaturschutzgesetz seien vom 1. März bis 30. September Fällungen und Schnittmaßnahmen im öffentlichen Raum nicht erlaubt, um die Vögel nicht beim Nestbau oder bei ihrem Brutgeschäft zu stören. Von dieser Schonzeit seien alle Bäume, Sträucher, Hecken und weitere Gehölze unabhängig vom Standort betroffen.

Mehrere juristische „Hintertürchen“

Es gibt jedoch mehrere juristische „Hintertürchen“, auf das sich fast alle „Heckensünder“ berufen: Ausnahmen bilden nämlich insbesondere schonende Form- und Pflegeschnitte, bei denen lediglich der normale Zuwachs entfernt wird. Beim Baumschnitt lässt der Gesetzgeber Ausnahmen auf „gärtnerisch genutzten Grundflächen“ zu. Damit sind auch private Haus- und Kleingärten gemeint – unabhängig davon, ob es sich um Zier- oder Nutzgärten oder um Kleingartenanlagen handelt. Das Verbot finde für Bäume in privaten Haus- und Kleingärten in Niedersachsen also keine Anwendung, bedauert der Naturschutzbund. Artenschutzrechtliche Regelungen seien jedoch zu beachten. Für Straßenbäume, die auf öffentlichen Grundflächen stehen, sowie für Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze dagegen gelten die Verbote des Naturschutzgesetzes uneingeschränkt, stellt der Nabu klar.

„Beim Heckenschnitt sollte die Natur dennoch nicht unnötig geschädigt werden“, fordert der Nabu. Der Nabu Niedersachsen appelliert daher an die Gartenbesitzer, Pflegeschnitte möglichst lange hinauszuzögern. Zurzeit böten üppige Hecken und Gebüsche nämlich einen optimalen Unterschlupf für Vögel, Säugetiere und Amphibien. Die Tiere zögen dort ihren Nachwuchs groß, fänden darin eine gute Versteckmöglichkeit und zögen sich im frischen Grün auch mal zum Schlafen zurück, heißt es.  kk

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