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Eschen sind dem Tode geweiht

Pilzbefall Eschen sind dem Tode geweiht

Das Eschensterben oder auch Eschentriebsterben in den Fürstlichen Forsten geht weiter und hat in diesem Jahr „dramatische Ausmaße“ erreicht. „Wenn man genau hinschaut und das Schadbild kennt, kann man es fast an jeder Esche entdecken“, sagt Revierförster Alfred Matthaei.

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Revierförster Alfred Matthaei blutet das Herz, wenn er an die Eschenbestände denkt, die kommende Woche im Sandfurth-Wald gefällt werden müssen, weil sie vom „Falschen Weißen Stängelbecherchen“ befallen sind, einem asiatischen Killer-Pilz.

Quelle: rc

Bückeburg. Er hat zu einem Ortstermin in den Sandfurth-Wald zwischen Gevattersee und der Großen Klus im Bückeburger Ortsteil Röcke geladen. Dort steht in einem Bereich ein knapp 100 Jahre alter Eschen-Bestand, der ab kommenden Montag mitsamt Eschen aus jüngeren Beständen gefällt wird.

Und gefällt werden muss. Denn das Heimtückische an dem für das Eschensterben verantwortlichen Pilz, dem „Falschen Weißen Stängelbecherchen“, ist, dass er zunächst zwar nur die Blätterstängel befällt. Dann aber arbeitet er sich über die Zweige und Äste bis zum Stamm vor. Sekundäre Schädlinge folgen oder die Wurzelfäule.

Die Bäume reagieren mit Notmaßnahmen, bilden buschartige Blatthaufen an den Ästen oder sogenannte Wassertriebe am Stamm aus. Was alles nichts hilft. Sie sind dennoch dem Tode geweiht. Gegenmittel gegen den asiatischen Killerpilz gibt es nicht.

Riesige Verluste für Forstbesitzer

Ist der Pilz erst einmal im Stamm, ist er für das Fürstliche Forstamt nicht mehr zu verwerten und muss als billiges Brennholz oder für die Industrie verramscht werden. Das bedeutet riesige Verluste nicht nur für das Forstamt, sondern für alle Forstbesitzer bundesweit. Sie fürchten, ebenso wie Matthaei, dass es demnächst keine Eschen mehr geben wird, sie sussterben. Denn bisher gibt es nur einige wenige Bäume, die Resistenzen gegen den aus China eingeschleppten Pilz gebildet haben. Esche gehört zu den wertvollsten Edelhölzern in Deutschland.

„Das sind Bestände, die wir über Jahrzehnte und über Generationen gepflegt haben. Die hier sind um die 50 Jahre alt und mit Stammdicken zwischen 20 und 30 Zentimetern gerade so, dass sie Gewinn abgeworfen hätten“, zeigt Matthaei auf Bäume links des Weges, die alle schon ihre blauen Punkte tragen. Ab kommenden Montag werden sie von großen Harvestern gefällt; samt der „dienenden Hainbuchen“, die durch ihr Blattwerk und dem wenigen Licht, das noch einfällt, dafür gesorgt haben, dass die Eschen rank und schlank ohne Äste in den Himmel gewachsen sind.

"Da blutet einem das Herz"

Rund 80 Prozent der Eschenbestände im Sandfurth-Wald tragen diese blauen Punkte. Nur 20 Prozent sind mit blauen Ringen markiert, dem Zeichen für die Waldarbeiter, dass diese Bäume stehen bleiben. „Da blutet einem das Herz“, stellt Matthaei resigniert mit Blick auf den fast 100 Jahre alten Bestand fest. Und ob in den kommenden Jahren die Harvester nicht noch einmal anrücken müssen, um dann die restlichen Eschen zu fällen, ist nicht sicher. „Ein Baum, der dieses Jahr noch einen gesunden Eindruck macht, kann im kommenden Jahr schon ganz anders aussehen.“

Der Sandfurth-Wald ist nicht der einzige Wald, wo in den kommenden Wochen und Monaten Eschen gefällt werden. Allein in seinem Bereich, der 1368 Hektar umfasst, rechnet Matthaei damit, dass rund 2000 Festmeter Schadholz aus den Forsten geholt werden – allein in diesem Jahr. Das sind rund 20 Prozent der Gesamtmasse des Holzeinschlags von jährlich rund 9000 bis 10 000 Festmetern allein im Bereich des Reviers von Matthaei. Auch im Harrl, im Schaumburger Wald, in der Landwehr oder im Siekholz wird die Säge zum Einsatz kommen. Dort geht es allerdings nicht um große zusammenhängende Eschenbestände wie im Sandfurth-Wald. Insgesamt umfassen die Fürstlichen Forsten 3738 Hektar.

Flächen werden wieder aufgeforstet

Die frei werdenden Flächen werden in den kommenden Jahren wieder aufgeforstet. „Nicht mit Esche“, wie Matthaei eigentlich nicht betonen muss: Eiche, Ahorn, Buche oder Erle zählt er auf. Alles auf einmal aufzuforsten, dafür fehlt Personal, macht der Revierförster deutlich, dass sich die Augen der Spaziergänger in dem beleibten Naherholungsgebiet auf Kulturgründungen statt wildem Wald einstellen müssen.

Am kommenden Montag beginnen die Arbeiten im Sandfurth-Wald. Aus Sicherheitsgründen werden Wege gesperrt und auch für längere Zeit nicht passierbar sein.  rc

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