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Europa am Scheideweg

800 Gäste bei Jahresempfang der schaumburg-lippischen Landeskirche Europa am Scheideweg

„Europa, das Christentum und die Eine Welt – Verantwortung in einer globalisierten Welt.“ Zu diesem Thema sprach gestern der ungarische Bischof Tamás Fabiny vor 800 Gästen in der Stadtkirche. Anlass war der 6. Jahresempfang der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe. Bei der Veranstaltung wurden 60 Ehrenamtliche aus Kirche und Gesellschaft geehrt.

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Bückeburg.  „Heaven, I‘m in Heaven – Ich bin im Himmel!“ Vor Fabinys nachdenklichen und aufrüttelnden Worten ließ das Blechbläserensemble der Stadthäger Ratsband unter der Leitung von Andreas Meyer zunächst tänzerische Leichtigkeit durch das Gotteshaus wehen – mit dem Irving-Berlin-Titel „Cheek to Cheek“. Das Kontrastprogramm dazu lieferte die Gruppe Musica Del Paradiso mit jüdischen und arabischen Klängen zwischen den Wortbeiträgen. Und da diese nicht eben kurz ausfielen, gleichermaßen Konzentration und Sitzfleisch forderten, ließ Landesbischof Karl-Hinrich Manzke seine Gäste zum gemeinsamen Singen aufstehen: „Geh aus, mein Herz und suche Freud“.

Mit Blick auf die derzeitige Situation in Europa, die von Flüchtlingsströmen und Terrorakten gekennzeichnet sei, stellte Manzke fest, dass in den vergangenen Jahrzehnten Freiheit und fortschreitende Toleranz noch als selbstverständlich erachtet worden seien. Nun aber müsse man erleben, „dass es so etwas wie eine Schubumkehr gibt“.

Umso wichtiger seien „mutige Zeitgenossen“ wie Bischof Fabiny, würdigte Manzke. Der Geistliche aus Ungarn, Vizepräsident des Lutherischen Weltbundes, forderte in seiner Rede ein eindeutiges Bekenntnis der Kirche zum Christentum. Gleichzeitig kritisierte er die Haltung der Regierung seines Heimatlandes in der Flüchtlingsfrage. Diese vertrete die Auffassung, das Boot sei voll, und unternehme alles, um der Bevölkerung Angst vor den Flüchtlingen einzuflößen. „Das tut mir leid“, sagte Fabiny und fand gleichzeitig lobende Worte für all jene Menschen, die ungeachtet dessen den Mut hätten, sich dagegen zu stemmen. Sein Fazit: Europa stehe am Scheideweg.

Im Rahmen des Jahresempfangs wurden schließlich noch Vertreter von Schulen, gemeinnützigen Organisationen und kirchlichen Initiativen geehrt, die in den vergangenen Monaten internationale Partnerschaften aktiv mitgestaltet und gefördert haben.

An die zweistündige Feier schloss sich ein zwangloser Austausch rund um die Stadtkirche an. Dazu hatten auch dort viele ehrenamtliche Helfer Imbiss- und Getränkestände errichtet. Für Begleitmusik sorgte die Büsching-Street Big-Band.

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