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Event-Halle auf das „riwi“-Gelände

Hermann Kempf kauft Immobilie Event-Halle auf das „riwi“-Gelände

 Das leer stehende Firmengebäude der im Mai des vergangenen Jahres in die Insolvenz gegangenen „riwi GmbH & Co. KG“ ist nach einem Beschluss des Gläubigerausschusses von Insolvenzverwalter Stefan Höltershinken verkauft worden. Käufer ist der Bückeburger Unternehmer und CDU-Ratsherr und -Vorsitzende Hermann Kempf.

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Die rückwärtige Seite des „riwi“-Gebäudes an der Hannoverschen Straße. Hier soll rechts von dem Mobilfunkmast eine Multifunktionshalle gebaut werden, sodass das Wohngebiet Höppenfeld abgeschirmt ist.

Quelle: rc

Bückeburg (rc). Er will die bestehenden Büro- und Produktionsgebäude hinter dem Kaufland-Einkaufsmarkt an der Hannoverschen Straße vermieten und hat nach eigenen Angaben bereits einige ernsthafte Interessenten an der Hand oder auch schon Teile vermietet. Außerdem soll im rückwärtigen Bereich zur Bundesstraße B65 eine Multifunktionshalle errichtet werden – primär für sportliche Aktivitäten, aber auch für Konzerte, Veranstaltungen oder auch Kongresse.

 Wie Kempf sagte, befindet sich das Vorhaben noch in der Projektierungs- und Gründungsphase. Mit der Stadt seien bereits einige Gespräche geführt worden, wie das etwa 15000 Quadratmeter große Gelände künftig genutzt werden kann. „Was möglich ist“, wie es Kempf formulierte.

 Denn schon der Bau des „riwi“-Gebäudes vor mehr als 30 Jahren war umstritten. Insbesondere die Anwohner des westlich gelegenen Wohngebiets Höppenfeld hatten damals erhebliche Bedenken, sodass bereits damals hohe Auflagen seitens der Stadt gemacht worden sind. Auch als es vor zwei Jahren um die Bebauung einer Fläche neben dem Kaufland mit einem Sonderpostenmarkt ging, wurden seitens der Anwohner erhebliche Bedenken geäußert. Auch deswegen verzichtete die Stadt seinerzeit auf die Bebauung der Fläche.

 Ausgewiesen ist das „riwi“-Gelände als Mischgebiet. Wird das Kempf-Vorhaben umgesetzt, sei eine Änderung des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans erforderlich, hieß es von Baubereichsleiter Jörg Klostermann auf Anfrage.

 Die Multifunktionshalle soll nach den Plänen Kempfs hinter dem bestehenden Gebäude in Richtung B65 und Flugplatz gebaut werden. „Somit ist eine Abschirmung zur Wohnbebauung gewährleistet“, sagte Kempf. Er sei sicher, dass die Schallschutzrichtlinien eingehalten werden können. Die Zufahrt zur Halle soll auch nicht über den Ziegeleiweg erfolgen, sondern über die Zuliefer-Zufahrt neben der Tankstelle östlich des Kauflands. Im Grundbuch sei eine entsprechende Baulast eingetragen. „Der Verkehr wird sich für die Höppenfeld-Anwohner nicht bemerkbar machen“, ist sich Kempf sicher. Ein Problem sind allerdings die Parkplätze, wie Kempf einräumte. Auf dem Grundstück können nicht genügend Stellplätze ausgewiesen werden. Dieses Problem müsse noch mit der Stadt geklärt werden. Bei Veranstaltungen könne ein Park&Ride-System eingerichtet werden, nannte Kempf eine Lösung.

 Die Halle selbst soll nicht als „reine Blechhalle“ errichtet werden, sondern alles beherbergen, was für die sportliche, kulturelle oder unternehmerische Nutzung benötigt wird. Primär soll die Halle aber für sportliche Aktivitäten genutzt werden. So ist Kempf in Gesprächen mit dem Bückeburger Tennisverein, dass in der Halle auch Tennisplätze entstehen können. Denn seit der Schließung der Tennishalle an der Ahnser Straße (wir berichteten) sind Bückeburgs Tennisspieler, aber auch Vereine aus der näheren Umgebung, auf der Suche nach einem Domizil, wo sie insbesondere im Winter ihren Sport treiben können. „Eine reine Tennishalle rechnet sich nicht“, stellte Kempf klar. Alle anderen Vereine seien aber eingeladen, diese Halle zu nutzen, warb Kempf und nannte das Stichwort Hallennutzungsgebühren. Zum Hintergrund: Die Politik will angesichts der finanziellen Lage der Stadt künftig Nutzungsgebühren für Sportstätten erheben. Die Verwaltung ist beauftragt, ein Konzept zu erarbeiten, das noch im 1. Halbjahr 2016 beraten und beschlossen werden soll. Vorsitzender des Bückeburger Tennisvereins ist Bürgermeister Reiner Brombach.

 In der bestehenden Immobilie will Kempf einen kleinen Gewerbepark einrichten. Erste Mieter für Flächen gibt es bereits. Außerdem sei er in aussichtsreichen Gesprächen mit Unternehmen, die sich dort ansiedeln wollen. So wolle eine „größere Schaumburger Firma“ dort einziehen. Zudem will ein Konzern, der im Planungsbereich tätig ist, eine Niederlassung in Bückeburg einrichten. Bis zu 40 Mitarbeiter könnten in Bückeburg ihre Arbeitsplätze finden.

 Die Firma „riwi“ hatte im Dezember 2014 einen Eigenantrag auf vorläufige Insolvenz gestellt. Ende April 2015 kam die Nachricht, dass sich kein Investor gefunden hatte, zum 1. Mai wurde der Geschäftsbetrieb eingestellt, knapp 30 Mitarbeiter verloren ihren Arbeitsplatz. Im Oktober 2015 hatte das Insolvenzgericht zu einer besonderen Gläubigerversammlung geladen, auf der über die freihändige Veräußerung der Liegenschaft entscheiden werden sollte – zu einem Verkaufspreis von 410000 Euro.

 Die rückwärtige Seite des „riwi“-Gebäudes an der Hannoverschen Straße. Dort soll rechts von dem Mobilfunkmast eine Multifunktionshalle gebaut werden, sodass das Wohngebiet Höppenfeld abgeschirmt ist.rc

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