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Experten informieren über Risiken bei Photovoltaikanlagen

Worin liegt die Gefahr? Experten informieren über Risiken bei Photovoltaikanlagen

Sind Photovoltaikanlagen auf dem Dach im Brandfall gefährlich? Wie gefährlich sind Wärmedämmverbundsysteme aus verputztem Styropor im Brandfall, mit denen immer mehr Gebäudefassaden versehen werden? Diese Fragen haben im Mittelpunkt eines Info-Abends gestanden, zu dem der SPD-Ortsverein Bückeburg in den Ratskeller eingeladen hat.

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In seinem Vortrag machte Oberbrandmeister Jörn Bielinski deutlich, vor welche Herausforderungen sich die Brandschützer gestellt sehen, wenn sie ein brennendes Gebäude löschen müssen, auf dessen Dach eine Photovoltaikanlage installiert ist.

Quelle: wk

Bückeburg. Referenten waren Jörn Bielinski, Oberbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Bückeburg-Stadt, Dieter Ahrens, Sachverständiger für Photovoltaikanlagen und Inhaber der Firma Ahrens Solartechnik, sowie Elke Baum-Schuba, Fachberaterin der Feuerwehr im Bereich „Vorbeugender Brandschutz“.

 Bislang sei ihm zwar kein einziges Brandereignis bekannt, das wegen einer vorhandenen Photovoltaikanlage nicht gelöscht werden konnte, gleichwohl stelle eine auf dem Dach installierte Photovoltaikanlage die Feuerwehr beim Löschen eines Gebäudebrandes vor gewisse Herausforderungen, berichtete Bielinski vor rund 30 Zuhörern. Gründe dafür seien etwa die hohen Stromspannungen von bis zu 1000 Volt, die bei Sonneneinstrahlung von den in Reihe geschalteten Solarmodulen erzeugt werden.

 Für die Einsatzkräfte der Feuerwehr bedeute dies, dass sie bei der Brandbekämpfung erhöhte Vorsicht walten lassen müssen, wenn es beispielsweise darum gehe, auf der Suche nach versteckten Brandnestern Deckenverkleidungen einzureißen, denn hinter diesen Verkleidungen könnten sich ja auch Strom führende Kabel der Photovoltaikanlage befinden.

 Überhaupt bestehe insbesondere bei älteren Anlagen das Problem, dass die Stromleitungen meist noch innerhalb des Gebäudes verlegt sind, während derartige Kabel heutzutage sinnvollerweise außerhalb des Gebäudes verlegt werden. Auch könne man Photovoltaikanlagen nicht komplett stromlos schalten, da die Solarmodule tagsüber ja ständig Strom produzieren.

 Dazu merkte Ahrens an, dass es inzwischen technische Möglichkeiten gibt, um zumindest die Reihenschaltung der Solarmodule im Bedarfsfall zu unterbrechen, sodass letztlich nur noch Spannungen von „weit unter 120 Volt“ an den einzelnen Modulen anliegen würden, die dann aber eben nicht mehr miteinander vernetzt seien. Zuvor hatte der Experte sehr anschaulich die Funktionsweise einer Photovoltaikanlage erläutert.

 An weiteren Gefahren nannte Bielinski, dass die Dachkonstruktion eines Gebäudes durch den Brand an Stabilität verlieren und die darauf montierte Photovoltaikanlage durch das Dach brechen könnte. Ferner entstünden beim Brand von Anlagen diverse Atemgifte, vor denen sich die Feuerwehrleute schützen müssen. Schließlich sei es durchaus möglich, dass ein Defekt an einem Stromkabel der Photovoltaikanlage zu einer „Lichtbogenbildung“ führt, die wiederum einen Brand entfachen kann.

 Als „Kernproblem“ bei den Wärmedämmverbundsystemen hatte Bielinski ausgemacht, dass sich Zimmerbrände über die im Wesentlichen aus Styropor bestehenden Fassadenverkleidungen in kürzester Zeit auf höher gelegene Stockwerke ausbreiten können. Wenn dann durch die enorme Hitze die Scheiben der Fenster bersten und die Flammen auf die dahinter liegenden Innenräume übergreifen, sei dies ein Szenario, dem „keine Feuerwehr in Deutschland“ gewachsen sei.

 „Jeder, der sich so etwas an die Wand baut, muss wissen, was er da macht“, gab Baum-Schuba, denn da Styropor unter anderem aus Erdöl hergestellt werde, habe man diesen Brennstoff dann im Grunde an der Außenwand. Regelgerecht verarbeitet und idealerweise mit sogenannten „Brandriegeln“ versehen, die ein Ausbreiten der Flammen in höhere Etagen verhindern, seien Wärmedämmverbundsysteme aber ein „kalkuliertes Risiko“, relativierte der Ortsbrandmeister. wk

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