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Farbbombe – Panzerknacker sehen rot

Prozess gegen Diebes-Duo in Bückeburg Farbbombe – Panzerknacker sehen rot

Nach dem spektakulären Raub eines Geldtresors der Postbank müssen sich zwei mutmaßliche Panzerknacker vor dem Landgericht in Bückeburg verantworten. Staatsanwalt Nils-Holger Dreißig geht allerdings von mindestens drei Tätern aus.

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Bückeburg. Bislang schweigen die 29 und 30 Jahre alten Männer zu den Vorwürfen. Sie kommen aus Bückeburg und Obernkirchen. Die Tat muss ihnen nachgewiesen werden. Fest steht, dass der Bückeburger wegen einer Serie von acht Einbrüchen vorbestraft ist. Im April 2013 hatte ein anderes Gericht deshalb eine Bewährungsstrafe von 23 Monaten verhängt (wir berichteten). In dem Prozess, der jetzt begonnen hat, geht es um eine Tat, die vorher spielt: In der Nacht zum 7. Januar 2013 gegen 3 Uhr hatten Unbekannte den Geldautomaten der Postbankfiliale im Schild-Center aus der Verankerung gerissen. Im Tresor lagen 50520 Euro, wie es in der Anklageschrift heißt. Darüber hinaus ist ein Sachschaden von rund 30000 Euro entstanden. Unter anderem musste die äußere Eingangstür ersetzt werden. Ins Gebäude waren die Täter vom Dr.-Witte-Platz aus gelangt.

 An ihrer Beute hatten die Panzerknacker möglicherweise nur wenig Freude. Am Tatort war rote Farbe entdeckt worden, die offenbar aus dem sogenannten Security-Pack im Tresor stammt. Demnach ist die Farbbombe explodiert, gefüllt mit einer ätzenden Flüssigkeit, die sich nicht abwaschen lässt. Das Geld ist seit der Tat verschwunden.

 Um den Geldautomaten herausreißen zu können, sollen die Räuber ein Stahlseil an dem Automaten sowie einem geliehenen Transporter befestigt haben. Der Kastenwagen soll außerdem zum Abtransport der Beute genutzt worden sein. Zur Tatzeit hatte ein Autovermieter aus Hannover ein solches Fahrzeug verliehen. Nach der Rückgabe befand sich Farbe an dem Fahrzeug. Dies bestätigte am Freitag der Chef des Unternehmens als Zeuge vor Gericht. Den Angaben zufolge lief der Vertrag auf die Namen der beiden Angeklagten.

 Ein Augenzeuge, der in der Tatnacht durch den Lärm wach geworden war, hatte ein Fahrzeug gesehen, das einem Krankenwagen ähnelte, außerdem zwei Männer, die wegliefen, sowie einen Pkw, der davonfuhr. Der Zeuge merkte sich das Kennzeichen des Autos. Es passte zum Privatwagen eines Angeklagten. Er will allerdings einen Audi gesehen haben. Das passte nicht, denn der Angeklagte fuhr damals ein anderes Fabrikat.

 Für den Prozess hat Richter Norbert Kütemeyer, Vorsitzender der 1. Großen Strafkammer, acht Sitzungstage anberaumt, 18 Zeugen und zwei Sachverständige geladen. Das Urteil soll am 19. Oktober verkündet werden. Im Fall eines Schuldspruchs drohen den Angeklagten Freiheitsstrafen. Bislang sind sie auf freiem Fuß. Staatsanwalt Dreißig wirft den Männern einen besonders schweren Fall des Diebstahls und der Sachbeschädigung vor. Darauf stehen im äußersten Fall bis zu zehn Jahre Haft.  ly

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