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Fast 6000 Euro für Enttäuschungen

76-Jährige klagt Fast 6000 Euro für Enttäuschungen

Im Alter allein sein? Das kommt für eine 76-Jährige aus Petershagen nicht infrage. Die lebenslustige, kultivierte Frau sucht einen Partner und hat ganz bestimmte Vorstellungen, welche Eigenschaften ihr zukünftiger Begleiter haben soll.

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Eine 76-Jährige gibt knapp 6000 Euro für die Suche nach dem passenden Partner aus und will nun ihr Geld zurück.

Quelle: Symbolfoto

Bückeburg. Unternehmungslustig soll er sein, sportlich, gut tanzen können, das Meer lieber als die Berge mögen. Und keinen Raucher bitte. Nachdem sich die Dame vor einem Jahr an eine Partnervermittlung gewandt hatte, ist sie mittlerweile ernüchtert, hat den Vertrag längst gekündigt und möchte nun ihr Geld zurück. Sie klagt auf Rückzahlung von 5685 Euro und 52 Cent, um genau zu sein. Für 5950 Euro hatte sie von der Agentur seinerzeit sofort fünf Partnervorschläge bekommen und zwei Männer auch getroffen.

Der Richtige war nicht dabei, einer wollte anscheinend gar nicht (mehr) vermittelt werden. Über einen 80-Jährigen sagt die Seniorin: „Er sucht eine Frau für die Couch.“ Mit einem dritten Kandidaten telefonierte die Petershägerin noch, bevor sie endgültig die Lust verlor. Der Mann wollte sie bei sich zu Hause treffen.

Ob die Dame zu Recht genervt ist, entscheidet sich in einem Zivilprozess, der vor dem Landgericht in Bückeburg läuft. Richterin Susanne Lozinski muss vor allem prüfen, ob jene fünf Vorschläge, die das Unternehmen der Kundin gemacht hat, tatsächlich deren Anforderungen entsprachen. Wenn ja, gibt’s wohl kein Geld zurück. Vielleicht liegt die Wahrheit in der Mitte.

Papier ist geduldig. Deshalb kann es sein, dass sich Männer auf der Suche nach einer Partnerin gegenüber der Agentur beispielsweise als unternehmungslustig beschreiben und dies auch in ihr Profil einfließt, die Herren aber in Wirklichkeit am liebsten die Beine hochlegen. Zu klären ist ferner, ob die 76-Jährige die Widerrufsfrist im Vertrag eingehalten hat. Anfang Februar will Lozinski das Urteil verkünden.

Im Prozess hatte der Anwalt der beklagten Partnervermittlung zunächst ein Angebot überbracht, wonach die Partnervermittlung 1000 Euro zurückzahlen würde. Doch das ist der enttäuschten Frau zu wenig. „Dann laden wir die Herren doch mal ein“, beschloss Richterin Lozinski daraufhin.

Zwei Männer warten an diesem Mittwoch vor der Tür zum Sitzungssaal, beide schon etwas älter. Tanzen kann ein Herr aus der Samtgemeinde Rodenberg. „Ich habe so meine Frau kennengelernt“, erzählt er. Der 75-Jährige tanzt, wenn sich die Gelegenheit ergibt, und ist nach eigenen Angaben auch sonst sportlich aktiv. Das Problem: Er raucht. Tanzen kann auch ein 80-Jähriger aus Bückeburg, den die Dame ebenfalls getroffen hat. „Aber ich lege keinen Wert darauf“, bekennt er als Zeuge vor dem Zivilgericht. Auch in die Natur zieht es ihn nicht mit aller Gewalt. „Ich bleibe lieber zu Hause“, macht der ältere Herr aus seinem Herzen keine Mördergrube. Spaziergänge, Ausflüge und Reisen unternimmt der Bückeburger, wenn es sich ergibt. „Er hat gesagt, dass er gern auf dem Sofa sitzt“, erinnert sich die Frau an das Treffen. „Da habe ich nach dem Tanzen gar nicht mehr gefragt.“ ly

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