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Fast wäre sie im Knast gelandet

Barbara Salesch berichtet über Wendepunkte Fast wäre sie im Knast gelandet

Dass Barbara Salesch von 1999 bis 2012 als kratzbürstige TV-Richterin in der nach ihr benannten Doku-Gerichtsshow für Quoten sorgte, weiß hierzulande nahezu jeder, der schon einmal nachmittags Sat.1 eingeschaltet hat.

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Barbara Salesch berichtet bei den Landfrauen über ihr Leben und ihre Arbeit.

Quelle: jp

BÜCKEBURG. Dass die 1950 in Karlsruhe geborene Juristin inzwischen als Malerin, Bildhauerin und Buchautorin tätig ist und nur wenige Kilometer von Bückeburg entfernt in einem zu Petershagen gehörenden Dorf lebt, dagegen sicher nicht ganz so viele.

Salesch hatte daher keinen sonderlich langen Anfahrtsweg, um beim jüngsten Frauenfrühstück der Landfrauen Bückeburg ihr Buch „Ich liebe die Anfänge“ vorzustellen. Mehr als 100 Frauen im „Alten Forsthaus“ ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, mit der ehemaligen TV-Richterin, die 2356-mal auf Sat.1 Recht sprach, in deren biografische Vergangenheit einzutauchen. Um zum Beispiel zu erfahren, wie sie vergleichsweise zufällig zur Entscheidung gelangte, Jura zu studieren. Allzu fleißig war sie seinerzeit nicht, wie sie einräumte: „Wenn wir mittags um 12 Uhr aufgestanden sind, haben wir meistens die Sektkorken in Richtung Uni knallen lassen.“ Die Folge: Jura lernte sie erst wirklich in der Referendar-Zeit, „was mir aber viel lieber war, denn da hatte ich ja die Akten zur Verfügung“.

In Hamburg ging es ans Landgericht

Von diversen Wendungen und Neuanfängen war ihre 20-jährige berufliche Tätigkeit in Hamburg gekennzeichnet, wo sie unter anderem als Staatsanwältin und als Richterin am Landgericht für Betäubungsmittelstrafrecht tätig war. Als man ihr die Leitung der in die Schlagzeilen geratenen Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel antrug, entschied sie sich dagegen und übernahm stattdessen als Vorsitzende Richterin eine Berufungskammer am Landgericht Hamburg.

So war denn auch zu erfahren, dass Saleschs Fernseh-Karriere um ein Haar „im Bierglas ertrunken“ wäre, als sie Ende der neunziger Jahre auf einer geselligen Veranstaltung von der Hamburger Landgerichtspräsidentin angesprochen wurde und sie zunächst ganz entsprechend dem Credo ihres Vaters reagierte: „Wenn Freiwillige gesucht werden, sollte man sofort einen Schritt zurücktreten.“

2012 war Schluss

Erst ihre Eitelkeit führte dazu, mit der Möglichkeit einer TV-Karriere vor ihrem Referendar anzugeben und diese anschließend auch umzusetzen. Die weiteren 13 Jahre sind längst Fernsehgeschichte. Erst 2012 hängte Salesch die schwarze Richterrobe im Studio endgültig an den Nagel, um sich seitdem auf einem ehemaligen Bauernhof ihren künstlerischen Ambitionen zu widmen.

Ihr Buch versteht die Ex-TV-Richterin nicht nur als Biografie, sondern auch ein wenig als geschriebene Lebenshilfe: Alle Entscheidungen ihren zukünftigen Lebensweg betreffend habe sie sowohl von ihrem Kopf als auch ihrem Bauch absegnen lassen: „Verstand und Gefühl, beides muss stimmen.“ jp

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