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Festakt für das Staatsarchiv

Bückeburg / 50 Jahre Festakt für das Staatsarchiv

Mit einem Festakt und einem anschließenden Empfang ist im voll besetzten großen Festsaal des Schlosses der Ex-Residenz das 50-jährige Bestehen des Niedersächsischen Staatsarchivs Bückeburg gefeiert worden.

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Im voll besetzten Festsaal des Schlosses feiert das Staatsarchiv sein 50-jähriges Bestehen. Rechts: Grußredner Landrat Jörg Farr.

Quelle: bus

Von Herbert Busch. Stefan Brüdermann, Abteilungsleiter in Bückeburg, Bernd Kappelhoff, Präsident des Niedersächsischen Landesarchivs, Alexander zu Schaumburg-Lippe, Landrat Jörg Farr und Festredner Thomas Vogtherr von der Universität Osnabrück gaben den Gästen Hintergrunddetails der am 13. Dezember 1963 offiziell eröffneten Einrichtung. „Wir feiern heute nicht den politisch beurkundeten Beschluss zum Beginn des niedersächsischen Staatsarchivs Bückeburg im Jahre 1961, sondern den Zeitpunkt der tatsächlichen Öffnung“, verdeutlichte Brüdermann. Damit werde ganz bewusst an die Zugänglichkeitsmachung eines historischen Archivs in einem demokratischen Staat erinnert.

 Brüdermann erwähnte überdies, dass die Einrichtung seit dem 1. Oktober dieses Jahres auf Geheiß der Staatskanzlei nicht mehr „Niedersächsisches Landesarchiv – Staatsarchiv Bückeburg“, sondern „Niedersächsisches Landesarchiv – Standort Bückeburg“ heiße. Was zwar mit Verwaltungsmodernisierung zu tun habe, wörtlich genommen aber die Geschichte des Staatsarchivs beenden würde. „Diese geht aber auch unter dem modernen Namen natürlich weiter.“

 Alexander zu Schaumburg-Lippe machte darauf aufmerksam, dass er die Festaktteilnehmer nicht nur in der Rolle des Hausherren, sondern auch als Vermieter des Staatsarchivs begrüße. Das Haus steuere immerhin ein Fünftel der dort vorhandenen Aktenbestände bei.

 Landrat Farr sprach die hohe Akzeptanz an, die das Archiv im Landkreis genieße. Mit Blick auf die von Brüdermann erwähnten Bezeichnungs- und Zuständigkeitsänderungen stellte der Landrat klar: „Egal, was noch passiert, wird das hier für uns und die Bevölkerung noch für lange Zeit das Staatsarchiv Bückeburg sein.“

 Festredner Vogtherr präsentierte dem Auditorium einen „Bummel“ durch Archive im Allgemeinen und das Bückeburger Archiv im Besonderen. Mal festgemacht an Personen, mal an Zitaten und Urkundentexten und mal an bemerkenswerten Begebenheiten faszinierte der Vortrag des Historikers und Vorsitzenden der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen das Publikum. Außer über den allgemeinen Sinn und Nutzen von Archiven kam der Experte in seinen knapp dreiviertelstündigen Ausführungen auf allerlei spezifische schaumburg-lippische und Bückeburger Aspekte zu sprechen.

 In der Ex-Residenz stand der Eröffnung des Archivs vor allen Dingen der Betrieb eines sogenannten Navy-Shops im Ostflügel des Schlosses entgegen. Dieser „Shop“ diente in erster Linie der Versorgung der britischen Besatzungsmächte. Was Festredner Vogtherr nicht erwähnte, älteren Ex-Residenzlern aber fraglos noch im Gedächtnis ist, ist der Umstand, dass im „Navy“ insbesondere für deutsche Verhältnisse preislich sehr günstige Schnaps- und Zigarettengebinde den Besitzer wechselten. Und dass die zugangsberechtigten Bückeburger den Shop allemal als segensreicher betrachteten als die Installierung eines Staatsarchivs.

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