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Bückeburg Stadt Feuer geben Rätsel auf
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00:32 26.04.2018
Brandmittelspürhund „Duke“ im Einsatz: Der belgische Schäferhund sucht am Tatort nach Spuren von Brandbeschleunigern. Quelle: leo
Bückeburg

Der oder die Täter konnten bislang jedoch nicht geschnappt werden – für den Spezialermittler des Kommissariats in Bückeburg eine unbefriedigende Situation. Nicht in Betracht komme allerdings ein technischer Defekt, hieß es.

 Bei der Untersuchung der Brandursachen und der Fahndung nach den Verbrechern, hat die Polizei nichts unversucht gelassen. Beamte in Zivil schwärmten aus, um Personen zu kontrollieren; Streifen wurden verstärkt. Doch sämtliche Versuche, den oder die Täter zu fassen, liefen ins Leere. Jetzt hat der Sachbearbeiter des Arbeitsgebietes 1 (Todes- und Brandursachen-Ermittlungen) die Akten an die Staatsanwaltschaft Bückeburg abgegeben.

 „Der zuständige Staatsanwalt liest sich nun die Ermittlungsakten durch und entscheidet, ob die Untersuchungen fortgeführt oder eingestellt werden. Die Nachforschungen können, falls sie eingestellt werden sollten, aber jederzeit wieder aufgerollt werden, zum Beispiel nach einem weiteren Brand – oder, wenn jemand ein Geständnis ablegt“, erklärt Brandt.

 Bei dem ersten Feuer am Unterwallweg hatte ein Carport, der direkt an ein Wohnhaus angebaut worden war, gebrannt. Die Flammen griffen auf die Fassade über, die mit Backstein-Zierimitat aus Kunststoff verkleidet war. Rauch zog ins Gebäude, eine Seniorin musste von der Feuerwehr gerettet werden – sie war durch den Brand in Gefahr geraten.

Brandmittelspürhund schlägt zwei Mal an

„Die Ermittlungen haben ergeben, dass das Feuer in der linken Hälfte des Carports ausgebrochen ist. Dort lag ein größerer Haufen Sperrmüll, unter anderem auch eine Matratze.“ Der Brandursachen-Ermittler spekuliert, dass zunächst die Matratze gebrannt habe. Das Feuer habe zunächst auf den Holzunterstand und dann auf das Wohnhaus übergegriffen.

Kriminaloberkommissar Brandt hatte einen sogenannten Brandmittelspürhund aus Göttingen angefordert. Die Spürnase habe zweimal angeschlagen, so Brandt. „In dem einen Bereich hatte vorher allerdings ein Auto gestanden. Es könnte irgendwann einmal Benzin oder Öl verloren haben. Die zweite Stelle befindet sich an der Hauswand, wo der Hund vor einem weißen Granulat gebellt hat. Das Pulver liegt aber nicht in der Nähe des Brandherds“, verrät Ermittler Brandt. „Die Substanz können wir also als Brandbeschleuniger ausschließen.“

An der Matratze hat Polizeihund „Duke“ zwar nicht angeschlagen, nach Meinung des Hundeführers könnte dort jedoch Brandbeschleuniger aufgetragen worden sein – zum Beispiel dann, wenn die Flüssigkeit in den Stoff eingezogen sei und nicht den Boden berührt habe, so Brandt. An der Matratze lasse sich das nicht feststellen – sie sei fast vollständig verbrannt. Ein technischer Defekt werde ebenfalls ausgeschlossen.

Verdächtig nah am ersten Brandort

„Es gibt dort keine Stromquelle“, sagt Brandt. Der Ermittler fand bei seinen Nachforschungen zudem heraus, dass vor Ausbruch des Brandes nichts mehr in die Mülltonnen eingefüllt wurde. Zunächst habe die Möglichkeit bestanden, dass heiße Asche entsorgt worden sei. „Diese Form der Fahrlässigkeit kommt also nicht in Betracht. Möglich wäre aber, dass zum Beispiel eine achtlos weggeschnippte Zigarettenkippe das Feuer verursacht hat.“

 Das zweite Feuer an der Scheier Straße brach ganz in der Nähe des ersten Brandortes aus. Allein das ist verdächtig. Ein Holzunterstand zwischen zwei Wohnhäusern brannte. „Der Schuppen ist zu zwei Seiten hin offen. Er wird als Werkstatt für Motorroller genutzt. Darin befanden sich Werkzeuge, Ersatzteile und ein Motorroller“, so Brandt.

Die Wohnhäuser wurden durch große Hitze beschädigt – Fensterrahmen und Dachrinnen schmolzen. Der Brandentdecker berichtete der Polizei, es habe in der Nähe eines Tisches einen Feuerball gegeben. Danach habe sich das Feuer rasend schnell ausgebreitet.

Dunkle Gestalt weggelaufen

„Bei diesem Tisch war auch der Brandherd“, erzählt der Oberkommissar. Eine Augenzeugin hatte ausgesagt, eine dunkle Gestalt sei weggelaufen. „Wir wissen nicht, wer das war“, sagt Brandt. Es könnte der Täter, aber auch ein Zeuge gewesen sein. Auch in diesem Fall schließt die Polizei einen technischen Defekt aus. „Die Steckdose war in Ordnung.“

Der Brandmittelspürhund hat an diesem Tatort gleich dreimal angeschlagen. Dafür gibt es eine Erklärung: In der Werkstatt befanden sich Fahrzeugteile und Werkzeuge mit Öl- und Benzinanhaftungen, zudem wurden dort Chemikalien gelagert.

 Nach den Bränden hat es bislang nicht mehr gebrannt. Die Polizei bleibt nach eigenen Angaben jedoch wachsam. leo

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