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Bückeburg Stadt Finale furioso
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Finale furioso
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08:00 27.04.2018
Das Auryn-Quartett brilliert mit Werken von Joseph Haydn und Maurice Ravel. Quelle: bus
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BÜCKEBURG

Das in Zusammenarbeit mit den Kammermusikfreunden Minden organisierte Konzert setzte im Festsaal von Schloss Bückeburg einen bemerkenswerten Schlussakkord, der im Kreis der knapp 400 Zuhörer keinerlei Wünsche offenließ.

Das Programm griff zu Beginn historische Bezüge auf. In der Spielzeit 1948/49 zählten im Schad-Quartett engagierte Professoren von der Musikhochschule Detmold zu den ersten vom Kulturverein engagierten Künstlern. Damals wie nun wurde Joseph Haydns „Kaiser-Quartett“ gegeben, das zu den sechs Streichquartetten gehört, die Haydn 1797 im Anschluss an seine Rückkehr aus London nach Wien komponierte.

Das dritte dieser Quartette erhielt den Beinamen „Kaiser-Quartett“, da dessen zweiter Satz Variationen über das Thema der zuvor von Haydn komponierten Hymne „Gott erhalte Franz, den Kaiser“ enthält. Deren Melodie fand später bei August Heinrich Hoffmann von Fallersleben Verwendung als Melodie des Deutschlandliedes.

Und wie vor beinahe sieben Jahrzehnten griffen auch diesmal Professoren der Detmolder Hochschule zu den Instrumenten. Matthias Lingenfelder spielte eine Stradivari von 1722, Jens Oppermann eine Petrus Guarneri, Stewart Eaton eine Amati-Viola von 1616 und Andreas Arndt das Niccolo-Amati-Cello aus Paul Hindemiths Amar-Quartett.

„Forellenquintett“ betört interpretiert

Im Anschluss an Haydns „Kaiser-Hymnus“ zelebrierten die Instrumentalisten Maurice Ravels Streichquartett F-Dur op. 35, das Auskünften von Almut Preuß-Niemeyer (künstlerische Leiterin der Mindener Musikfreunde) zufolge seine vierte Aufführung in der Kulturvereinshistorie erlebte.

Die Pianistin bildete im zweiten Teil des Konzerts gemeinsam mit Lingenfelder, Oppermann, Arndt und Ekkehard Beringer (Solokontrabassist der NDR-Elbphilharmonie) ein Quintett, das Franz Schuberts „Forellenquintett“ auf betörende Weise erklingen ließ.

Die populäre Fischgeschichte war bislang nur ganze zweimal in den Annalen des Kulturvereins aufgetaucht. Jetzt kam sie gleichermaßen unbeschwert wie auf höchstem musikalischem Niveau dargeboten daher.

Mit Preisen überhäufte Musiker

Das 1981 gegründete und seitdem mit Preisen überhäufte Auryn-Quartett führt seinen Namen auf ein Amulett aus Michael Endes Roman „Die unendliche Geschichte“ zurück. Es hat mittlerweile nahezu die gesamte Quartettliteratur erarbeitet. Momentan beeindrucken die Detmolder Professoren mit Aufnahmen sämtlicher Streichquartette Joseph Haydns.

Wie Kulturvereinsgeschäftsführerin Johanna Harmening mitteilte, bildete das Gastspiel des Quartetts nicht nur den Abschluss der Jubiläumssaison, sondern zugleich den Auftakt der 2018er Reihe der „Klangwelten“-Veranstaltungen. Was auch im siebten Jahrzehnt seines Bestehens die umfangreiche Vernetzung des Vereins vor Augen führte. bus

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