Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Finanzen machen Tierschutzverein Sorgen

Existenzangst Finanzen machen Tierschutzverein Sorgen

„Es ist auch 2016 finanziell so eng, dass wir nicht wissen, wie wir das Jahr überstehen sollen.“ Knapp und prägnant hat Monika Hachmeister die finanzielle Situation des Tierschutzvereins Bückeburg-Rinteln und Umgebung und des  Bückeburger Tierheims auf den Punkt gebracht.Zwar haben vier von fünf Vertragskommunen die erhöhten Betriebskostenzuschüsse von 80 Cent pro Jahr und Einwohner bewilligt, doch decke dies nach wie vor nicht  die Gesamtkosten für den Tierheimbetrieb.

Voriger Artikel
Großalarm in der Schäferkaserne
Nächster Artikel
Neuer Meister über 1800 Betriebe

In Eigenleistung haben die Mitglieder des Tierschutzvereins den Innenhof des Tierheims ausgekoffert und mit gebrauchten Gehwegplatten ausgelegt. 

Quelle: jp

Bückeburg. „Fassen Sie das nicht als das ewige Jammern auf, es ist schlicht die Realität“, erklärte die Vorsitzende bei der turnusgemäßen Jahresversammlung des Tierschutzvereins im Joël-Le-Theule-Saal.

Der Verein erhält von den Kommunen 52 000 Euro, diese müssen versteuert werden. Der Betrieb des Tierheims kostet jedoch im Jahr zwischen 200 000 und 250 000 Euro, erläuterte Hachmeister.  Dabei schlagen Energie- und Personalkostensteigerungen in der Negativbilanz zu Buche, bei den Futter- und Tierarztkosten konnten hingegen deutliche Einsparungen erzielt werden.

Besonders schlecht ist der Tierschutzverein auf die Stadt Rinteln zu sprechen. Diese sagte den erhöhten Betriebskostenzuschuss zu, aber erst ab 2016 und nicht wie im Falle der anderen Vertragskommunen rückwirkend für 2015, da der Haushalt geschlossen und kein Geld mehr vorhanden sei. Dabei sei es, wie Hachmeister betonte, um eine Summe von nur 6900 Euro gegangen. „Für uns ist das ganz viel Geld.“

Umso überraschter war die Vorsitzende, als sie Anfang Mai der Presse entnahm, dass die Stadt Rinteln zur Finanzierung der 31 000 Euro teuren Skater-Anlage 12 000 Euro aus nicht verwendeten Haushaltsmitteln des Jahres 2015 verwendete, somit also aus dem Etat, in dem angeblich kein Geld mehr vorhanden gewesen sei.

Keine Einigung mit Porta Westfalica

Völlig zerschnitten scheint das Tischtuch zwischen dem Tierschutzverein und der Stadt Porta Westfalica. Als einzige Vertragskommune verweigerte die Ostwestfalen-Gemeinde die erhöhten Betriebskostenzuschüsse strikt. Auch monatelange Verhandlungen brachten keine Einigung. „Kommt es zu keiner Lösung, muss der Vertrag mit Porta Westfalica zum Jahresende gekündigt werden“, so Schatzmeister Kurt Wiegandt.

Unter dem krassen Missverhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben leide mittlerweile nahezu jedes Tierheim in Deutschland, betonte Hachmeister. Selbst große, renommierte Einrichtungen wie die Tierheime Köln, Fürstenfeldbruck, Dachau, Erding, Einbeck, Troisdorf, Holzminden und Wuppertal kämpften ums Überleben oder seien sogar bereits geschlossen. Werde dieser Entwicklung nicht bald Einhalt geboten, stehe bald jedes zweite Tierheim in Deutschland vor dem Aus.

„Dann bekommen auch wir hier osteuropäische Verhältnisse und müssen hilflos ansehen, wie Tiere zu Tausenden elend sterben“, warnte die Vorsitzende. „Es ist was faul, und zwar nicht im Staate Dänemark, sondern im reichen Deutschland.“

Neuer Freigang in Eigenleistung

Entmutigen lassen wollen sich die Bückeburger Tierschützer nicht. So wurde in Eigenleistung der Innenhof des Tierheims ausgekoffert und mit gebrauchten Gehwegplatten ausgelegt, um einen neuen gepflasterten Freigang zu schaffen. Zurzeit wird das bestehende Katzenfreigehege baulich geteilt, um noch mehr Tierheimbewohnern einen Freigang zu ermöglichen, und das Kaninchengehege saniert – alles, ohne die klamme Vereinskasse zu belasten.

Nach wie vor blendend sieht die Vermittlungsbilanz des Tierheims aus: 218 Katzen und 36 Hunde wurden im Jahr 2015 erfolgreich in neue Hände vermittelt, in diesem Jahr waren es bereits 60 Katzen. Derzeit sind nur noch 67 Schnurrer im Bückeburger Tierheim untergebracht. „So wenig waren es in den letzten 20 Jahren nicht.“  jp

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

O’zapft is heißt es in der Stadthäger Festhalle wieder am Freitag und Sonnabend, 23. und 24. September. Dann dominieren die Farben Blau und Weiß in der Halle und fesche Frauen in farbenfrohen Dirndln tanzen auf den Tischen... mehr