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Flüchtlinge: 277 Plätze in der Herderschule

Infoabend Flüchtlinge: 277 Plätze in der Herderschule

Offen, sachlich, konstruktiv, ja, recht wohlwollend ist am Dienstagabend im Rathaussaal der Ex-Residenz eine Informationsveranstaltung von Landkreis und Stadt zum Thema Flüchtlinge verlaufen.

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Werner Steding, Heidemarie Hanauske, Jörg Farr, Reiner Brombach und Klaus Heimann stehden Rede und Antwort.

Quelle: kk

Bückeburg. Viele Wortmeldungen zeigten, dass die meisten Bückeburger den Flüchtlingen durchaus aufgeschlossen gegenüberstehen.

 Es gab sachliche Kritik von den 200 Zuhörern, zum Beispiel an der Müllproblematik oder an zu dunklen Straßen, es wurden aber weder Ängste geschürt noch populistische Fensterreden gehalten. Im Mittelpunkt stand die Information des Landkreises über die ehemalige Herderschule, doch auch die Komplexe Königsberger Straße und Integration wurden thematisiert. Den Besuchern standen auf dem Podium Landrat Jörg Farr, Bürgermeister Reiner Brombach, Kommissariatsleiter Werner Steding, Awo-Geschäftsführerin Heidemarie Hanauske und der Erste Kreisrat Klaus Heimann Rede und Antwort.

 Das Konzept für die Herderschule sieht nach Aussagen von Farr und Heimann zunächst 77 Plätze für Flüchtlinge vor, die im Rahmen der Quotenregelung im Landkreis wohnen und betreut werden. Es ist also keine Notunterkunft für die ersten Tage. Der Kreis hat zunächst den Mitteltrakt der ehemaligen Realschule am Unterwallweg herrichten lassen. Die Verwaltung möchte so einen „Puffer“ schaffen, falls nicht mehr genügend dezentraler Wohnraum angemietet werden kann. Derzeit gibt es aber noch ausreichend Kapazitäten, sodass weder in dieser noch in der nächsten Woche mit einem Bezug gerechnet wird.

 Mittelfristig könnte die Unterkunft um bis zu 200 Plätze erweitert werden. Dies wäre jedoch kaum vor Weihnachten zu schaffen, da in Klassenräumen Trennwände eingezogen und weitere Duschen eingebaut werden müssten. Da bis Ende Januar im Landkreis noch 1200 „Quotenflüchtlinge“ erwartet werden, scheint dieser Platz aber auch benötigt zu werden.

 Dennoch setzt die Stadt alles daran, weitere Wohnungen zu finden. Bürgermeister Brombach stellte klar, dass „menschenwürdige Unterbringung, aber keine Massenquartiere“ angestrebt würden. Dafür habe die Verwaltung extra einen Mitarbeiter freigestellt.

 Einigen Zuhörern brannten Fragen nach der Sicherheit in den Quartieren am Unterwallweg und an der Königsberger Straße unter den Nägeln. Gibt es „Security“, Polizeistreifen, mehr Licht im Dunkeln gerade am Unterwallweg? Steding erläuterte, dass sich die Zusammenarbeit mit privaten Sicherdiensten bewährt habe, diese die Polizei aber nicht ersetzten sollen. Natürlich zeige man Präsenz vor Ort: „Wir kümmern uns“, versprach der Erste Polizeihauptkommissar. Sicherheit werde gewährleistet, sowohl für die Anwohner als auch für die Flüchtlinge. Er ermunterte dazu, Probleme und Bedenken sofort zu melden.

 Für einen regen Austausch machte sich auch Hanauske stark. Viele Probleme könnten gelöst werden, wenn sie besprochen würden. Darum werde es in der Herderschule auch mindestens einen Awo-Sozialarbeiter geben. Sie ermutigte auch, persönliche Kontakte zu den Flüchtlingen zu knüpfen, so könnten Vorurteile abgebaut werden.

 Viel Beifall erhielt ein Besucher, der forderte, dass den Flüchtlingen bei aller Toleranz beigebracht werden müsse, wie man in Deutschland lebe. Dazu gehöre auch die Müllentsorgung, die besonders Anwohnern der Königsberger Straße übel aufstieß. Beifall gab es aber auch für eine andere Wortmeldung: dem Dank an Politik, Verwaltung und Ehrenamtliche, die sich so für die Flüchtlinge einsetzten. kk

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