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Flüchtlinge im Fokus der Predigt

Landesbischof Manzke spricht in der Stadtkirche Flüchtlinge im Fokus der Predigt

Viele Predigten am Heiligen Abend haben sich am politischen Zeitgeschehen orientiert. Im Mittelpunkt standen die Situation von Flüchtlingen, die Gefahren durch neue oder bestehende Konflikte wie in der Ukraine, dem Irak und Syrien und die zunehmende Angst in Deutschland vor Überfremdung und Islamisierung.

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Beim Krippenspiel in der Stadtkirche haben die jungen Darsteller ihren großen Auftritt.

Quelle: jp

Bückeburg (jp). Landesbischof Karl Hinrich Manzke richtete in seiner Predigt in der Stadtkirche den Fokus auf den Satz „und sie breiteten das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war“ aus dem Lukas-Evangelium und verband ihn mit der Frage, welche Überzeugungen man selbst an seine Kinder weitergebe. 2014 sei ein Jahr, in dem Anhänger einer Terrororganisation mit unbeschreiblicher Brutalität versuchten, ihre Überzeugungen in Syrien und dem Irak durchzusetzen. Dem gegenüber träten Westeuropäer zurückhaltend, geradezu schüchtern bei der Verbreitung ihres Glaubens auf.

 Er sei aber auch beeindruckt, wie viele Menschen sich in Schaumburg für Flüchtlinge engagierten. „Da hat sich etwas zum Guten verändert in unserem Land. Dieser Geist, das Leben anderer zu stützen und zu unterstützen aus der Erfahrung, dass unser Leben ein wunderbares Geschenk ist, hat Wirkung gezeigt und lebt unter uns.“ Die Weihnachtsgeschichte habe eine kulturprägende Kraft, es lohne sich, sie auszubreiten und zu erzählen.

 Ebenfalls in die Vesper in der Stadtkirche wurde das Friedenslicht aus Bethlehem von den Bückeburger Pfadfindern getragen. Hanna Röwer erläuterte in ihrer Ansprache das Motto der Friedenslichtaktion „Friede sei mir dir – Shalom – Salam“, das zum interreligiösen Dialog einlade. Mit der Weitergabe des in der Geburtskirche Jesu Christi entzündeten Friedenslichts setzten die 220000 Pfadfinder in Deutschland ein Zeichen für Frieden und Völkerverständigung. Gerade zurzeit erscheine in der Heimat des Friedenslichts der Friede ferner denn je. Den Friedenswunsch von Christen, Juden und Muslimen in einem Motto zu verbinden, symbolisiere die Hoffnung, dass viele Menschen auf der Welt den Weg zum Frieden gehen wollten.

 Auch Pfarrer Bogdan Dabrowski richtete in seiner Predigt in der Katholischen Kirche St. Marien den Blick auf den Wunsch nach Frieden. Im Alten Testament werde prophezeit, dass alle Wünsche mit der Geburt des Messias erfüllt würden. Doch in der Weihnachtsgeschichte weiche der himmlische Glanz schnell der irdischen Ernüchterung. Der Geburtsort im Stall stehe sinnbildlich für alles, was in dieser Welt „zum Himmel stinkt“, was ungerecht sei und wo der Tod das Leben zerstöre.

 Die Weihnachtsbotschaft sei keine leere Festtagsrede, sondern die Ansage, dass Frieden wirklich kommen kann, meinte Pastor Wieland Kastning in seiner Predigt während der Vesper in der Jetenburger Kirche. Aber daran müsse gearbeitet werden: daran und gegen Wut und Resignation in einer Welt, die von Krieg, Hunger, Flucht und Vertreibung geprägt ist, und gegen Ängste von Menschen, die keinen Grund zur Angst haben.

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