Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Flüchtlingstaufe in der Stadtkirche

Pastor Thannippara zum ersten Mal am Altar Flüchtlingstaufe in der Stadtkirche

Unter besonderen Vorzeichen haben in diesem Jahr in Bückeburg die Oster-Gottesdienste stattgefunden. Zum ersten Mal stand bei der Osternachtfeier der katholischen Kirchengemeinde St. Marien der neue Pastor Thomas Thannippara am Altar.

Voriger Artikel
Die schwierige Wiedergeburt
Nächster Artikel
Ein Fest gegen Angst

 Bei der Osternacht mit Abendmahl in der Stadtkirche herrscht eine besinnliche Atmosphäre.

Quelle: jp

Bückeburg. Die evangelisch-lutherische Stadtkirchengemeinde erlebte zudem die Taufe dreier iranischer Flüchtlinge. Und Landesbischof Karl-Hinrich Manzke predigte nicht wie sonst in der Stadtkirche, sondern in der Christuskirche in Rom.

Die Osternachtsfeier der St.-Marien-Gemeinde am Sonnabend wurde traditionell vor dem Kirchengebäude eröffnet, wo Pastor Thannippara mit der Flamme des Osterfeuers die Osterkerzen entzündete. In seiner Predigt verglich der Theologe den Glauben an die Wiederauferstehung mit einer kostbaren Perle, gegen die sich alle weltlichen Reichtümer wie billiger Glasschmuck ausnähme.

Gottesdienst der "Konfi-Kids"

Einen besonders guten Wecker brauchten die Besucher der Osternacht in der Stadtkirche: Der von Pastor Jan-Uwe Zapke und den „Konfi-Kids“ gestaltete Gottesdienst mit Abendmahl begann um 6 Uhr früh und wegen der Zeitumstellung sogar gefühlt noch eine Stunde früher. Zur Eröffnung zogen die „Konfi-Kids“ mit der Osterkerze in das stockdunkle Kircheninnere ein, in dessen Mitte von Küster Gunnar Heine ein rund vier Meter langer Altar mit Blumenschmuck errichtet worden war. Nach der Auferstehungsgeschichte und dem großen Halleluja verteilten die angehenden Konfirmanden das Licht der Osterkerze an die Gottesdienstbesucher und erhellten damit Stück für Stück den gesamten Kirchenraum. Der Glaube an die Wiederauferstehung sei keine Vertröstung auf irgendein Jenseits, so Pastor Zapke in seiner Predigt, sondern der Glaube an das Leben und der Trotz gegen den Tod: „Der Tod hat nicht das letzte Wort, sondern immer nur das Vorletzte.“

Drei Flüchtlinge lassen sich taufen

Mit Teymuri Mojtaba, Zakaria Akram und Hayati Alireza erlebte die Stadtkirche an diesem Ostermorgen die Taufe dreier erwachsener Flüchtlinge aus dem Iran. Alle drei waren in der Vergangenheit in ihrer Heimat vom Islam zum christlichen Glauben gewechselt und dadurch ins Visier der iranischen Religionspolizei geraten. „Diese Religionspolizei muss man sich vorstellen wie die Gestapo im Dritten Reich“, so Pastor Zapke. Nachdem bereits einer ihrer Glaubensbrüder von der Religionspolizei verhaftet war, waren sie in den Untergrund gegangen und anschließend auf Umwegen nach Deutschland geflüchtet.

In Bückeburg kamen sie in Kontakt mit der Stadtkirchengemeinde und Pastor Zapke, den sie darum baten, in der Stadtkirche getauft werden zu dürfen. Als Taufspruch erhielt Mojtaba „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ (Jesaja 43,1). Akrams Taufspruch lautete: „Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege und dich bringe an den Ort, den ich bestimmt habe (2. Mose 23,20).“ Für Alireza wurde Psalm 139,5 ausgesucht: „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“

Manzke predigte in Rom

Landesbischof Manzke predigte am Ostersonntag in Rom, wo er sich derzeit auf Einladung der Päpstlichen Universität Gregoriana im Rahmen seiner Tätigkeit als Catholica-Beauftragter aufhält. Seit 2014 ist er für den Dialog der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands mit der Römisch-Katholischen Kirche zuständig. Die Osterbotschaft spreche die Menschen heute weniger an als die Weihnachtserzählung, so Manzke in seiner Predigt in der Christuskirche in Rom. Dabei habe die Dynamik des christlichen Glaubens seinen Ausgangspunkt zu Ostern, nicht im Weihnachtsfest. Menschen brauchten auch heute den Glauben an das scheinbar Unmögliche wie die Auferstehung von den Toten, um auch selbst Wunder wie beispielsweise den Fall der Berliner Mauer zu bewirken: „Osterfreude ist die wirksamste Medizin gegen die Ängste unserer Tage und gegen die Furcht vor dem Leben.“ jp

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg