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Freibier für alle

Gottesdienst Freibier für alle

Freibier nach dem Gottesdienst – das hat es in Bückeburg in dieser Form noch nicht gegeben. „Als ich meinen Kollegen davon erzählt habe, waren sie ziemlich erstaunt“, sagt Pastor Thomas Krage. Seine Idee, das Jubiläum des Reinheitsgebots zu feiern, habe man zunächst für einen Scherz gehalten.

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Ein Fass hat die evangelisch-reformierte Gemeinde Bückeburg nicht aufgemacht – aber einige Flaschen Bier zur Feier des Reinheitsgebots.

Quelle: mig

Bückeburg. Dabei ist es Krage durchaus ernst mit dem Thema „Reinheitsgebot“. Das Jubiläum sei eine Chance, Fragen zu stellen, die seit vielen Hundert Jahren virulent seien, sagt der Geistliche. Fragen nach „rein“ und „unrein“ seien schon immer von großer Wichtigkeit für die diversen Religionen gewesen. „Die Juden und Moslems haben sich diese Fragen genauso gestellt wie die Mönche, die in den Klöstern Bier gebraut haben“, macht Krage deutlich. Letztere hätten ganz genau gewusst, „was rein und unrein ist“ – und ihr Bier deshalb aus lediglich vier Zutaten gebraut.

Heute habe sich die Fragestellung ein wenig gewandelt, sei aber im Kern dieselbe: „Wir fragen uns, was wir unserem Körper zuführen sollen und was nicht. Dabei geht es auch um die Vergewisserung, was uns guttut und was uns eben nicht guttut.“ Dieses Thema sei immer noch hochaktuell. „Vorsicht im Umgang mit Lebensmitteln“ sei die Grundlage des Reinheitsgebots gewesen, so Krage. „Alles andere war gepanscht und nicht wirklich bekömmlich.“

Vom Andechser bis zum Flensburger

Im Anschluss an die – gehaltvolle und durchaus süffige – Predigt darf das angekündigte Freibier verkostet werden. Zwölf Sorten hat Krage zusammengetragen – vom Andechser über das Detmolder bis hin zum Warsteiner und Flensburger. Zwölf Sorten, die nach dem Reinheitsgebot gebraut wurden und die in ihrer Vielfalt durchaus stellvertretend für die deutsche Braukunst stehen können. „Lecker“ und „schmeckt“ – das sind die ersten Kommentare, die nach einem – meist eher vorsichtigen – Schluck zu hören sind. Krage ist zufrieden: „Die Mönche haben schon gewusst, was Leib und Seele zusammenhält“, urteilt der Geistliche und gibt zu, dass er selbst gerne ein Bierchen trinkt. „Aber nur ab und an und immer in Maßen.“ Denn: Zu viel trinken könne schnell gefährlich werden. „Das führt uns wieder zurück zu der Frage: Was tut uns gut? Und zu viel von etwas tut selten gut.“

Zaghafte Griffe zur Flasche

Rund 100 Flaschen stehen auf dem Tisch, der sich nur ganz zaghaft leert. Die Scheu, sich nach dem Gottesdienst ein Bier zu gönnen, ist – trotz Aufforderung – recht groß. Erst nach und nach holen sich die Gemeindemitglieder ein Getränk. „Man muss sich erst dran gewöhnen“, meint einer.

Dabei kommt die Idee durchaus an, wie eine kleine Umfrage zeigt. Von einer „spannenden Predigt“ ist da die Rede, und davon, dass man es toll finde, „dass unser Pastor auch so ein Thema aufgreift“. Noch einmal Freibier können sich die meisten übrigens durchaus vorstellen: „Wenn es einen Anlass gibt und das Thema passt, warum nicht?“ Solange auch alkoholfreie Getränke angeboten werden, sei das absolut in Ordnung. „Ich fand es sehr gut, dass es Wasser und Obstsäfte, ja sogar alkoholfreies Bier gegeben hat.“  mig

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