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Freundeskreis pflegt Jetenburger Friedhof

Bückeburg Freundeskreis pflegt Jetenburger Friedhof

In den Erhalt und die Pflege des Jetenburger Friedhofs ist Bewegung gekommen, viel Bewegung. Den ganzen Sommer über hat sich ein bis zu zehnköpfiger Kreis von „Freunden des Jetenburger Friedhofs“ um Pflege und Aufräumarbeiten gekümmert.

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Von Efeu befreit und alles wieder lesbar: Die Grabstätte von Louise Lehzen (1784–1870), der Gouvernante von Queen Victoria, strahlt im herbstlichen Sonnenlicht.

Quelle: rc

„Die Situation hat sich deutlich verbessert“, freute sich Pastor Wieland Kastning von der Stadtkirchengemeinde Bückeburg, der der Friedhof gehört: „Ich danke allen, die mit so viel Engagement und Eifer bei der Sache sind.“

Wie berichtet hat es massive Probleme um den Jetenburger Friedhof gegeben, einem Idyll am Rande der Innenstadt hinter dem Dr. Faust-Platz: Unrat, Müll, leeren Flaschen nach Trinkgelagen, Hundekot und der Zustand der Anlage selbst. Gräber waren mit Efeu zugewuchert und Grabplatten vollständig mit Moos zugewachsen, dicke Äste abgeknickt, manche Grabsteine machten nicht den sichersten Eindruck, manche weisen nach dem Bewurf mit Flaschen Schäden auf, und aus der rückwärtigen, unter Denkmalschutz stehenden Mauer, bröckeln dicke Steine. Sogar die Schließung des Friedhofs war seitens der Kirchengemeinde nicht ausgeschlossen worden.

Auf dem Friedhof steht die 1573 erbaute Jetenburger Kirche, eine der ältesten Kirchen Schaumburgs. Auf der parkähnlichen Anlage des 1927 geschlossenen Friedhofs liegen die Gräber von Johann Christoph Friedrich Bach (1732–1795), des „Bückeburger Bachs“, von Louise Lehzen (1784–1870) der Gouvernante von Queen Victoria oder das Grab von Viktor von Strauß und Torney (1809–1899); aber auch das Mahnmal und die 89 Gräber des „Todeszuges“, der an die Verstorbenen eines Transportes von Heimatvertriebenen erinnert, die kurz vor Weihnachten 1946 unter unmenschlichen Bedingungen Bückeburg erreichten. Die Stadt weist in ihren Führern auf die Bedeutung des Friedhofs hin.

Nun hat sich vieles verbessert: Der Friedhof wird regelmäßig vom Unrat gesäubert. Obwohl das Problem mit dem Hundekot nicht in den Griff zu bekommen ist. „Mit wem sollen wir Gespräche führen?“, fragte Kastning. Es sei kaum jemand greifbar: „Und Posten können wir leider nicht aufstellen.“

Dafür sind viele Gräber und Grabsteine auf Vordermann gebracht worden. Mit viel Kennerschaft und Umsicht hat ein Mitglied des Freundeskreises zu scharfer Bürste und Wasser gegriffen. Viele Steine sind jetzt in einem Zustand, dass Inschriften und Relief wieder zu erkennen sind. Andere befreiten das völlig mit Efeu zugewucherte Grabmal von Luise Lehzen, der Grabstein ist wieder lesbar. Kastning: „Wir haben Dinge in die Hand genommen, die wir selbst lösen konnten.“

Zwischenzeitlich sind auch intensive Gespräche mit der Stadt geführt worden: um Dinge, die die Kirchengemeinde nicht unbedingt selbst in die Hand nehmen kann, weil ihr die finanziellen Mittel und die personelle Ausstattung fehlt. Zum einen die unter Denkmalschutz stehende Friedhofsmauer, deren Standfestigkeit im südlichen Bereich nicht mehr unbedingt gewährleistet ist. Zum anderen der über den Friedhof führende Weg. rc

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